Respektpreis für entführten Libanesen

Der 18-jährige Nasser El-Ahmad ist der Gewinner des Respektpreises 2015. Die Auszeichnung nahm er heute von der Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, im Radisson Blu Hotel entgegen. Nasser El-Ahmad, Sohn einer libanesischen, streng muslimischen Familie, hat sich erfolgreich gegen die Unterdrückung durch seine Verwandten gewehrt. Durch den offensiven Umgang mit seiner Entführung ins Ausland (inqueery berichtete) hat er in einer breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit für die schwierige Situation schwuler Männer in muslimischen Familien geschaffen. Das Kuratorium des Bündnisses gegen Homophobie würdigte das Engagement des Preisträgers als Ermutigung für junge schwule Männer und lesbische Frauen, die von der eigenen Familie unterdrückt werden.

Im Rahmen der Preisverleihung stellte der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt die Zahlen der Kriminalitätsstatistik der ersten Jahreshälfte 2015 vor. Demnach sind in den ersten sechs Monaten bei der Polizei in Berlin 51 homophobe und transphobe Straftaten registriert worden, ähnlich viele wie im Vergleichszeitraum 2014 (52 Straftaten).

Das Bündnis gegen Homophobie ist die Allianz der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft für die gesellschaftliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen. Um aktiv gegen Homophobie einzutreten, setzt der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) im Auftrag der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – Landesantidiskriminierungsstelle (LADS), das von ihm initiierte Bündnis gegen Homophobie im Rahmen der Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“ um. Neben Nasser El-Ahamd waren der ehemalige Kinderarzt Dr. Jörg Woweries, die Arbeitsgruppe des postgradualen Masterstudiengangs „Art in Context“ um Wolfgang Knapp am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin und die Aktivistin Annet Audehm nominiert.

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