Augspurg-Heymann-Preis

Ausgerechnet auf den Wahlsonntag fiel in diesem Jahr die vierte Verleihung des Augspurg-Heymann-Preises an die Journalistin Inge von Bönninghausen. Wissen konnte das die LAG Lesben in NRW bei ihrer langfristigen Terminplanung freilich nicht und so war während der Redebeiträge eine gewisse Anspannung allgegenwärtig, hing vom Ausgang der Wahl doch auch für die schwul-lesbische Community vieles ab.

"Lesben bislang in den Medien nicht der Brüller"

Als Anspielung auf den Abend wurde das Grußwort der Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA), Marlis Bredehorst, von der Moderatorin Ann Marie Krewer daher kurzerhand „zur letzten Amtshandlung dieser Legislaturperiode“ erklärt. Und heiter ging’s weiter: Das Thema Lesben sei „bislang in den Medien nicht der Brüller“ und würde viel zu einseitig betrachtet, erklärte Bredehorst vor dem schmunzelnden Publikum. Gleichgeschlechtlich liebende Frauen würden „entweder gar nicht oder als langhaarig und dünn gezeigt. Zuweilen tauchen diese auch als Mütter auf, dann aber unter dem Label ‚Regenbogenfamilie‘.“

Preisträgerin Inge von Bönninghausen jedenfalls ging anders mit der Thematik um. Als Fernsehredakteurin des WDR-Formats „Frauen-Fragen“ (später „Frau TV“) behandelte sie in ihrer Sendung ganz selbstverständlich lesbische Themen und trug dadurch mit zu den Bemühungen bei, das Bild von Lesben ins rechte Licht zu rücken.

Die Laudatio auf die stolze Preisträgerin hielt Ines Pohl, Chefredakteurin der Tageszeitung (taz). Ein Musterbeispiel „für das Sichtbarmachen von Frauen und Lesben innerhalb der Medien“ sei Inge von Bönninghausen – unter anderem auch wegen ihres öffentlichen Coming-outs innerhalb der eigenen Sendung. Einen Seitenhieb gab’s von der Chefredakteurin hingegen auf die Verleihung des populären Henri-Nannen-Preises: Keine einzige Frau wurde in diesem Jahr mit dem wichtigsten deutschen Journalistenpreis ausgezeichnet.

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