MobileRomeo aus dem App Store verbannt

Während GayRomeo in den letzten Jahren scheinbar in eine Art hypnotischen Tiefschlaf verfallen ist und beinahe sämtliche Entwicklungen in Social Networks und im Mobile-Markt konsequent ignoriert, zog zumindest ein findiger Österreicher nach und entwickelte seine eigene App, durch die sich die wichtigsten GayRomeo-Funktionen komfortabel auf iPhone und iPod Touch nutzen lassen.

Unangemessene Bilder

Am vergangenen Freitag dann klingelte das Telefon beim Wiener Entwickler Peter Steinberger. "Unangemessene Bilder" wären auf MobileRomeo zu finden, weshalb Apple das Programm bereits aus dem hauseigenen App Store entfernt habe. Apple zufolge hatten sich mehrere MobileRomeo-User mit einschlägigen Screenshots beim iPhone-Hersteller gemeldet. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Auch die Konkurrenz schläft nicht.
Wer MobileRomeo bereits auf seinem Gerät installiert hat, kann es zumindest vorerst weiternutzen. Jedoch hat Apple theoretisch auch die Möglichkeit, bereits installierte Apps wieder zu deaktivieren.

"Wir sind gerade in Gesprächen, wie und wann MobileRomeo wieder in den Store aufgenommen werden kann.", erzählt der junge Entwickler in seinem Web-Blog. Tatsächlich könnte sich genau das als großes Problem herausstellen. Denn selbst wenn Hardcore-Inhalte künftig aus der App gestrichen würden, dürfte auch so manches Softcore-Bild nicht den Vorgaben Apples entsprechen. "Vielleicht geht's mit einem Filter für die Fotos.", so der Entwickler gegenüber der rik. Obwohl das Programm nicht von GayRomeo selbst angeboten wird, scheint das holländische Unternehmen an einer Fortsetzung sehr interessiert zu sein: Peter Steinberger wurde von GayRomeo zwischenzeitlich zu Gesprächen nach Berlin eingeladen.

MobileRomeo nicht das erste Opfer

Dass Apples Restriktionspolitik nicht von schlechten Eltern ist, hat bereits die Vergangenheit gezeigt. Während "iGaydar", eine schwule Fun-Application, gar nicht erst die Hürde der Zulassung nehmen konnte, verbannte Apple das vor allem in den USA sehr populäre Dating-Portal "Grindr" bereits nach kurzer Zeit ins Daten-Nirvana. Erst ein weitgehender Auflagen-Katalog bescherte dem Programm sein Comeback. Keine nackte Haut unterhalb der Gürtellinie mehr, keine Unterwäsche, keine aufreizenden Posen, Hände im Schritt und vieles mehr. Kurz: Alles Punkte, die mit GayRomeos Softcore/Hardcore-Politik praktisch kaum vereinbar sind.

Bereits mehrfach hatte Apples CEO Steve Jobs betont, dass man den App-Store sauber halten wolle. Allerdings ist Apple bei seinem ehrgeizigen Vorhaben schon einige Male übers Ziel hinausgeschossen. So wurde kurzzeitig etwa eine Comic-App aus dem Store entfernt, weil es sich bei den Zeichnungen um politische Satire handelte. "Das war ein Fehler.", so Steve Jobs per Mail an einen User, der sich über die generelle Zensurpolitik beschwert hatte. "Wie auch immer, wir glauben, dass wir eine moralische Verantwortung haben, Pornos vom iPhone fernzuhalten. Leute, die Pornos wollen, können sich ein Android-Telefon kaufen!"

Die Alternativen

Tatsächlich kennt googles Betriebssystem Android, Apples größter Konkurrent im Smartphone-Markt, praktisch kaum Beschränkungen und lässt anders als Apple so auch die Installation von externen Apps zu, die nicht im offiziellen Online-Shop veröffentlicht werden. Die beiden GayRomeo-Entwicklungen für Android, "Andromeo" und "Andromeo OSP", sind bis dato allerdings noch nicht ausgereift genug, um auf Dauer richtig Spaß zu machen. Aber vielleicht finden wir MobileRomeo ja demnächst bei Android statt auf Apples Vorzeigetelefon?

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