Boulevard
   6 Jahre
Foto: Screenshot: CNN

Dolce und Gabbana rudern zurück

Das war ein gefundenes Fressen für die Medien und die sozialen Netzwerke – prominente Schwule äußern sich explizit gegen das, wofür die Community seit Langem kämpft. Dabei geht um ein ernstes Thema: Adoptionen durch Homosexuelle und der Einsatz von Leihmüttern. Die Modemacher Domenico Dolce und Stefano Gabbana hatten sich in einem Interview mit dem italienischen Magazin „Panorama“ dagegen ausgesprochen und für die traditionelle Familie plädiert. Richtigen Schwung bekam die Sache dann durch Elton Johns Attacke. Zickenkrieg zwischen schwulen Promis – die Schlagzeilen waren sicher. Und dazu auch noch Sir Eltons Boykottaufruf unter dem Stichwort #BoycottDolceGabbana.

Nun sollte man eigentlich bei Boykottaufrufen erst mal stutzig werden und fragen, ob das angemessen ist und überhaupt etwas bringt, oder ob zu den Errungenschaften unserer westlichen Demokratien nicht auch die Meinungsfreiheit zählt. Aber für solche feinen Überlegungen ist im Zeitalter der digitalen Kommunikation kein Raum mehr und so zog die Sache schnell immer größere Kreise. Nicht nur Regenbogenfamilien und heterosexuelle Eltern mit Leihmüttern unterstützten die Aktion, sondern auch Promis fühlten sich angesprochen. In kurzer Zeit sprachen sich Stars wie Ricky Martin, Victoria Beckham, Martina Navratilova oder Courtney Love für die Position von Sir Elton aus.

Damit wurde es für die Modeschöpfer gefährlich, denn für ihr Image ist es wichtig, dass auch die Prominenz mit ihren Kreationen öffentlich auftritt. Sie rudern deshalb jetzt zurück. In einem Interview mit CNN sagten sie: „We love gay couple. We love gay adoption.“ Sie respektierten Menschen, die sich für die künstliche Befruchtung entschieden hätten. Die anderen sollten aber auch verschiedene Meinungen respektieren. Den Boykottaufruf halten Dolce und Gabbana für „mittelalterlich“. Im Jahr 2015 sei es nicht korrekt, andere zu boykottieren, nur weil sie anders dächten. Ob die Sache bleibende Schäden hinterlässt, ist offen. Spiegel Online berichtet bereits von Modeberatern in Hollywood, bei denen die PR-Berater derzeit die Wahl von D&G-Outfits gestoppt hätten. Doch wenn in einigen Monaten Gras über die Sache gewachsen sein wird, dann werden wohl wieder die Stylisten das letzte Wort haben.

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