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   6 Jahre
Foto: Zboralski / Wikimedia

Erster schwuler Bürgermeister in Polen

Mit 57 Prozent der Stimmen konnte sich in der polnischen Stadt Slupsk der schwule Kandidat Robert Biedron gegen seine Konkurrenten im Kampf um das Amt des Bürgermeisters durchsetzen. Biedron betritt mit seinem Sieg in der polnischen Provinz Neuland, denn er ist der erste offen schwule Bürgermeister Polens.

Bislang lebte der 38-Jährige als Parlamentsabgeordneter in Warschau, wo er sich seit Jahren für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzt. 2001 hat er die Nichtregierungsorganisation „Kampagne gegen Homophobie" gegründet, die gegen Diskriminierung aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Orientierung kämpft. Ein Jahr später folgte sein öffentliches Coming-Out, was die jetzige Premierministerin Ewa Kopacz zu der Äußerung veranlasste, er habe sich dadurch „praktisch unwählbar" gemacht.

Mehrmals wurde er verprügelt und sein Büro in Warschau mit schwulenfeindlichen Parolen beschmiert. Im katholisch geprägten Polen stellt der Wahlsieg Biedrons eine gesellschaftspolitische Revolution dar. Im Vorfeld der Stichwahl hatte es scharfe Kritik an seiner Kandidatur auch von Seiten der katholischen Kirche gegeben. Ein Priester aus Slupsk hatte geäußert: „Der Herr stellt uns vor eine Prüfung. Vielleicht haben wir nicht genug gebetet.“

Umso größer war nun die Freude, als er den Wahlsieg in der 90.000-Einwohner-Stadt Slupsk erreicht hatte: „Diese Wahl zeigt, dass die Schwulenfeindlichkeit endlich marginalisiert wurde. Dass die Menschen nichts von ihr halten und rational sind“, so der glückliche Sieger Biedron.

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