Boulevard
   6 Jahre
Foto: Bruno Gmünder GmbH

Hitzlsperger: Einer muss da jetzt mal durch

Zum ersten Mal seit seinem Coming-out vor einem Jahr äußert sich Thomas Hitzlsperger sehr offen über sein Leben vor dem Coming-out, über seine ersten schwulen Erfahrungen in San Francisco und seinen ersten Freund. Auch auf die Homo-Politik der Kanzlerin geht er ein.

Im Interview mit Marc Schäfer vom Magazin „Männer“ erzählt er, wie er sich in San Francisco erstmals frei fühlen konnte: „Ich war überwältigt. Ehrlich gesagt. Es waren meine ersten Erlebnisse, deshalb wird die Stadt auch besonders für mich bleiben. Als ich zum ersten Mal im Castro war und die Regenbogenflaggen auf der Market Street gesehen habe... Ich habe damals eine Verletzungspause genutzt und bin ganz alleine hin. Ich kannte niemanden und habe mal geschaut, was da los ist. (lacht) Ich hatte nur gehört, in San Francisco scheint es wohl ganz gut zu sein. Und es war super“.

Kritisch äußert sich der Ex-Fußballer zu den Kommentaren, die sein öffentliches Coming-out begleitet haben. Damals gab es negative Äußerungen, weil er den Schritt an die Öffentlichkeit erst nach Ende seiner Karriere gewagt hatte. Thomas Hitzlsperger: „Ich finde den Vorwurf schade, irgendwie wertet man das Outing ab.“ Er sei überrascht gewesen, dass gerade in Teilen der Community die Toleranz fehlte.“

Lockerer als andere sieht er die Frage, ob sich ein schwuler Bundesligaprofi outen sollte: „Ich habe schwule Fanclubs getroffen. Ich weiß, dass die sich darauf vorbereiten, wie sie einen oder auch mehrere Spieler nach einem Coming-out unterstützen könnten. In der Fanszene passiert viel in diese Richtung … Das größte Problem während der Karriere dürfte die unglaubliche Aufmerksamkeit sein, die ein Outing erregen würde. Ich hatte Zeit dafür, alles zu planen und damit umzugehen. Ein aktiver Spieler hat diese Zeit nicht. Der muss am nächsten Wochenende wieder gewinnen. Diese Aufmerksamkeit schreckt sicher einige Spieler ab. Aber einer muss da jetzt mal durch.“

Das komplette Interview erscheint am 23. Januar in der Februar-Ausgabe der „Männer“.

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