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   7 Jahre
Foto: Network Ten

Schwimmstar Ian Thorpe outet sich

Schwimmstar Ian Thorpe (31) hat sich als schwul geoutet. Im australischen Fernsehen erklärte er gestern erstmals offen: „Ich bin nicht hetero.“ Er habe sich aber selbst lange Zeit dafür gehalten und habe erst in den letzten zwei Wochen mit den ihm am nächsten stehenden Menschen darüber gesprochen. Er habe dies schon seit einiger Zeit tun wollen, konnte es aber nicht. Er habe sich gesorgt vor den Reaktionen seiner Familie, seiner Freunde und der australischen Öffentlichkeit. Die Lüge sei im Laufe der Zeit so groß geworden, dass er aus ihr nicht mehr herauskam, weil er Angst hatte, dass seine gesamte Integrität in Frage gestellt werden würde. Jetzt habe er kein Problem mehr damit zu sagen, dass er ein schwuler Mann sei und sich damit wohl fühle.

Damit brach er ein jahreslanges Schweigen. Gerüchte über sein Schwulsein hatte es immer wieder gegeben, aber er hatte das stets abgestritten. Noch 2012 hatte er in seiner Autobiografie „This is me“ erklärt: „Ich bin nicht schwul und alle meine sexuellen Erfahrungen waren mit Frauen. Ich mag Frauen, ich mag Kinder und ich will eines Tages eine Familie haben.“ Gleichzeitig erhob er Vorwürfe: „Man hat mich schon mit 16 für schwul erklärt. Diese Spekulationen haben mich verletzt. Ich wurde angeklagt, schwul zu sein, bevor ich überhaupt wusste, wer ich bin.“

Ian Thorpe ist einer der erfolgreichsten Schwimmer aller Zeiten, er gewann fünf olympische Goldmedaillen und 11 Weltmeistertitel, die ersten bereits im Alter von 15 Jahren. Er stellte insgesamt 22 Weltrekorde auf. Er trat 2006 zurück. Sein Versuch, sich 2011 noch einmal für Olympia in London zu qualifizieren, scheiterte. Im vergangenen Winter hatte er noch einmal für Schlagzeilen gesorgt, als er sich wegen Depressionen behandeln ließ. Diese waren damals allerdings noch auf eine Schulteroperation zurückgeführt worden.

Der Sender Network Ten hatte bereits seit einigen Tagen damit geworben, dass der bekannte britische Journalist Sir Michael Parkinson in dem exklusiven und ehrlichen Interview diese Frage stellen werde: „Sie haben immer gesagt, Sie sind nicht schwul – ist das denn wirklich wahr?“ Gezeigt wurde dann der Schwimmer, wie er nervös um Worte ringt, danach brach der Clip ab, um die Spannung für die Sendung zu erhöhen. Parkinson ist bekannt für seine direkten und unbequemen Fragen. Dass sich Thorpe überhaupt auf ein Interview mit ihm einließ, beweist, dass er sich nun nicht länger verstecken wollte – möglicherweise auch ein Ergebnis der Therapie nach den Depressionen.

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