Boulevard
   5 Jahre
Foto: rbb/ Volker Roloff

Schwuler Kommissar im Tatort

Ein positives Echo fand gestern Abend das erste Coming-out eines schwulen Tatort-Kommissars. In der Episode „Ätzend“ geschah dies ganz nebenbei: Hauptkommissar Robert Karow, gespielt von Mark Waschke, startet einen Augenflirt mit einem anderen Barbesucher. Schnitt – Karow steht mit nacktem Oberkörper auf dem Balkon und raucht eine Zigarette. Beiläufiger kann man die Sache kaum gestalten. So selbstverständlich, wie verschiedene sexuelle Orientierungen auch sein sollten.

Nun gibt es natürlich Leute, die meinen, der erste schwule Tatort-Kommissar komme viel zu spät – nach 45 Jahren und 962 Sendungen ist dies sicher wahr. Dazu gehört zum Beispiel der Lesben- und Schwulenverband LSVD. Sprecher Markus Ulrich sagte der Bild am Sonntag: „Es wäre natürlich schöner gewesen, wenn es schon vor zehn Jahren einen schwulen Tatort-Kommissar gegeben hätte. Aber das macht die Tatsache, dass es jetzt einen gibt, nicht schlechter.“ Eben.

Allerdings bleibt der produzierende Sender RBB vorsichtig und will keine Tatort-Fans verschrecken. Die zuständige Redakteurin Josephine Schröder-Zebralla sagte der Bild am Sonntag auf die Frage, ob Kommissar Karow nun schwul sei: „Es gibt keine Antwort auf diese Frage. Robert Karow ist flirrend und rätselhaft, und so bleibt auch die Frage nach seiner sexuellen Ausrichtung ein Geheimnis.“ Man wartet offensichtlich ab, wie die Szene ankommt. Ist das Kompliment an die Berliner Tatort-Macher also verfrüht?

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