Boulevard
   7 Jahre
Fotos: Der Tagesspiegel, Johannes Kahrs

Tagesspiegel hetzt gegen Johannes Kahrs

Schwule, die bei Twitter aktiv sind, folgen sicher auch so manchen Accounts, die nicht ganz jugendfrei sind. So auch der Bundestagsabgeordnete Johannes Kahrs, Obmann der SPD im Haushaltsausschuss und nebenbei auch für schwul-lesbische Themen zuständig. Darf der das? Natürlich. Ist das eine journalistische Nachricht? Ganz und gar nicht. Nur der Tagesspiegel aus Berlin sieht das anders und füllt das Sommerloch in der Innenpolitik mit einem dubiosen Artikel unter der Überschrift „Porno im Kurznachrichtendienst“.

Im Stile der moralischen Entrüstung früherer Zeiten beschreibt der „Journalist“ Matthias Meisner, was er dort gefunden hat: „Homosexuelle verbreiten in diesen Accounts, denen sich Kahrs als Follower anschloss, Fotos von nackten Männern, von hinten und von vorn, beim Sex, teils in Gruppenaufstellung.“ Und noch schlimmer: „Die abgebildeten Personen sind fast alle Jahrzehnte jünger als Kahrs. Ob sie bereits volljährig sind, lässt sich nicht immer mit Sicherheit sagen.“ Meisner stellte den Politiker sofort zur Rede, der daraufhin erklärte: „Ich folge Gott und der Welt. Ich wusste nicht, dass das ein Politikum ist.“ Nach Angaben des Tagesspiegel löschte er dann aber einige Accounts, die ihm zu offenherzig vorkamen.

Wer nun meint, die Redaktion distanziere sich von dieser peinlichen Geschichte, der liegt daneben: In einem Kommentar „Warum der Account von Johannes Kahrs keine Privatsache ist“ wirft Ruth Ciesinger dem Politiker einen „Mangel an Sensibilität“ vor.

Mittlerweile hat der Tagesspiegel-Beitrag zu heftigen Diskussionen geführt. Die deutlichste Kollegenschelte kam von der taz, die in einem sarkastischen Beitrag unter dem Titel „Igitt. Männerärsche!“ von Diffamierung spricht und vorschlägt, den Porno-Gucker Kahrs direkt auf den Scheiterhaufen zu schicken. Auch aus der Politik gab es Rückendeckung für den SPD-Politiker: Michael Kauch (FDP) nannte die Wortwahl des Artikels „sensationsheischend und homophob“, den Kommentar „Ausdruck einer neue Prüderie“. Er forderte die Redaktion auf, sich bei Kahrs zu entschuldigen.

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