Wiesbaden bekommt schwulen OB

Wiesbaden ist die nächste Landeshauptstadt, die einen schwulen OB bekommt: Der SPD-Kandidat Sven Gerich gewann die Stichwahl mit 50,9% gegen den bisherigen Amtsinhaber Helmut Müller (CDU), auf den 49,1% entfielen. Sven Gerich wird das Amt am 2. Juli übernehmen. Das Ergebnis gilt als große Überraschung: Wiesbaden wurde in den letzten 16 Jahren von der CDU regiert, auch im ersten Wahlgang hatte Müller noch fast 10 Prozentpunkte vor Gerich gelegen.

Sven Gerich hat sich bereits vor längerer Zeit geoutet. Auf seiner Homepage schreibt er ganz offen: „Ich habe erkannt, dass es die Liebe zu Männern war, die mein Privatleben mitbestimmen sollte und die mich schließlich zu meinem Mann Helge geführt hat. Das war vor fast 20 Jahren kein einfacher Prozess.“ Im Wahlkampf hatte seine sexuelle Orientierung keine Rolle gespielt, stattdessen spielten die klassischen Themen wie kommunale Wirtschaft und soziale Belange die Hauptrolle. Sven Gerich hat seinen Wahlsieg wohl vor allem seinem intensiven persönlichen Einsatz zu verdanken, er machte alleine 8.000 Hausbesuche und war bei allen Veranstaltungen in der Stadt präsent.

 

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