Foto: Qmassaka-Macher Dominic und „Junior Boys“ (live am 8.7.)

Qmassaka in Heidelberg

Die QMassaka Queer-Party und  das Festival starteten zum ersten mal vor drei Jahren. Die QMassaka, damals als Party innerhalb des Festivals, hat sich bis heute als eigenständige Party Reihe im Karlstorbahnhof Heidelberg etabliert und findet regelmäßig im ein- bis zweimonatlichem Turnus statt. Das Festival mit Konzerten, Kunst und Kino gibt’s als Special einmal im Jahr – 2011 im Juli. Wir trafen Macher und DJ Dominic Hauser.

Was ist der besondere Reiz für dich, in Heidelberg Kulturprojekte zu stemmen?
Den Reiz rührt in erster Linie daher, dass ich überhaupt die Chance bekommen habe, in meiner derzeitigen Heimatstadt zusammen mit einem thematisch so mutigen Haus wie dem Karlstorbahnhof zusammen zu arbeiten. Ohne den Karlstorbahnhof und auch die Rückendeckung der Stadt Heidelberg (Bürgermeister Erichson eröffnet das Queer Festival) und die Gäste, die auch von weiter her kommen, wäre ein solch spezielles Programm in einer Stadt der Größe Heidelbergs eigentlich nicht möglich.

Wie siehst du die Entwicklung in der Metropolregion?
Bevor ich vor sieben Jahren hier herkam, hatte für mich neben Köln und Berlin besonders Mannheim den Ruf einer schwul-lesbischen Hochburg. Dieses Gefühl verpuffte jedoch schnell. Neben einigen Großevents, die diesen Ruf wohl ins Land trugen, konnte ich eine große Vielfalt in der Szene nicht wirklich erkennen. Ich denke, die Region hat es in diesem Bereich nicht unbedingt leicht. Spricht man mit 20-jährigen, träumen alle von der großen schwulen Stadt, von Berlin oder Hamburg, von einer vielfältigen Szene, in der sie ihren eigenen Platz finden. Ich kann das verstehen, mir ging es ähnlich, bevor ich einen Teil der Szene gestalten konnte, wie er mir selbst gefällt. Obwohl Heidelberg eine Studentenstadt ist, gibt es kaum Angebote. Und schaut man sich nach Vielfalt um, so findet man wirklich wenig, was sich traut, vom sicheren Mainstream, einem sehr breit aufgestelltem Konzept, abzuweichen. Doch ich will nicht alles schwarzmalen. Es gibt sie, die Szene und die Kultur und die Macher. Mir persönlich gefällt der Jungbusch, mit seinem ZeitraumExit und was sich da sonst so entwickelt, mir gefällt das Lineup der Disko2, die große Freude und Anstrengung der CSD Veranstalter und vieles mehr. Vor allem aber sehe ich, dass man, wie im Fall der QMassaka und dem Queer Festival, belohnt wird, wenn man neue Wege geht, auch gegen die Prognosen schwuler Veranstalter, mit denen ich gesprochen habe. Von Freiburg über Stuttgart bis Frankfurt zieht es Homosexuelle wie auch tolerante und offene Heteros wieder nach Heidelberg um die queere Kultur zu zelebrieren.

 
Schön, dass Du hier bist
Bitte melde Dich an, um diese Funktion nutzen zu können!

Passwort vergessen?

Noch kein Mitglied? Registrieren

Anmelden