CDU-Mitglieder stimmen gegen Ehe-Öffnung

Die Mitglieder der CDU in Berlin sind gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Dies ergab eine Abstimmung, die der Generalsekretär der Landespartei gestartet hatte. Kai Wegner, der selbst für die Gleichstellung ist, hatte sich von dem Votum ein Signal versprochen, dass die Union eine moderne Großstadtpartei sein könne. Doch es kam anders.

Im Ergebnis sprachen sich 45% gegen die Ehe für alle aus, 35% waren dafür. Jeweils 7% kreuzten „eher dafür“ und „eher dagegen“ an. Die übrigen 6% konnten sich nicht entscheiden oder fanden die Frage nicht wichtig. Nach Informationen der „Zeit“ sprachen sich vor allem ältere Mitglieder gegen die Eheöffnung aus, während die Jüngeren mehrheitlich dafür votierten.

Genauso gespalten wie die Basis zeigten sich in den letzten Wochen bereits die prominenten Parteimitglieder. Zu den Befürwortern gehörten mehrere Senatoren, zu den Gegnern der frühere Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen. Die Nein-Sager betonten in einem offenen Brief, dass es ihnen nur um den Begriff „Ehe“ gehe, der für eine Verbindung von Mann und Frau reserviert sei. Sie seien jedoch damit einverstanden, den Eingetragenen Lebenspartnerschaften genau die gleichen Rechte zu geben.

Das Ergebnis bedeutet einen Rückschlag für die Bemühungen der CDU, auch in Großstädten wieder mehrheitsfähig zu werden. Die Partei hatte zuletzt mehrere Oberbürgermeisterwahlen verloren, darunter in Düsseldorf und Dresden. In keiner der 15 größten deutschen Städte stellt die Union mehr den OB. Wenn es nun nicht einmal in einer Metropole gelingt, eine Mehrheit für einen neuen Kurs zu finden, dann kann man davon ausgehen, dass die CDU in kleineren Orten erst recht dagegen ist. Eine Neuorientierung der Partei ist also in den nächsten Jahren nicht zu erwarten.

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