Gesellschaft
   10 Jahre
Foto: Opa114 / photocase.com

EMIS-Befragung

Das Schutzverhalten der schwulen Männer in Deutschland ist im Wesentlichen weiter stabil. Das geht aus Ergebnissen der EMIS-Befragung hervor, die der Soziologe Michael Bochow (Wissenschaftszentrum Berlin, WZB) beim Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress präsentiert hat.

Vergleichbare Ergebnisse zu 2007

73 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in den 12 Monaten vor der Befragung keine Risikokontakte hatten. 14 Prozent berichteten, sie hätten gelegentlich ungeschützten Sex gehabt, 13 Prozent berichteten von häufigeren Risiken. Risiko war dabei definiert als ungeschützter Analverkehr mit einem Partner, dessen HIV-Testergebnis der jeweilige Befragte nicht kannte oder mit einem anderen Testergebnis. Die Ergebnisse entsprechen in etwa denen der Befragung von 2007.

"Die Befragung zeigt erneut, dass die große Mehrheit der schwulen Männer nach wie vor Safer Sex praktiziert", sagt Michael Bochow. "Manche Männer versuchen allerdings abzuschätzen, ob der Partner HIV-negativ ist, um auf Kondome zu verzichten. Da man sich dabei irren kann, gehen sie also möglicherweise Risiken ein, ohne es zu wissen." Und auf noch einen wichtigen Aspekt weist Bochow hin: Männer mit geringerem "sozioökonomischen Status" (geringes Einkommen, niedriges Bildungsniveau) gehen häufiger Risiken ein und gaben bei der Befragung zu einem höheren Anteil an, HIV-positiv zu sein. "Die Prävention muss dieser Gruppe weiterhin besondere Aufmerksamkeit schenken", folgert Michael Bochow.

54.000 Beteiligungen

Die Ergebnisse der EMIS-Befragung und ein deutscher Zusatzfragebogen von Michael Bochow sind bislang nicht publiziert. Die komplette Auswertung soll im Laufe des Jahres veröffentlicht werden. An der Online-Umfrage zahlreicher Organisationen aus ganz Europa hatten sich 2010 mehr als 54.000 Männer beteiligt, Bochows Zusatzfragen beantworteten 40.000. Auch die Deutsche AIDS-Hilfe war am EMIS-Projekt beteiligt.

Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der Kampagne "ICH WEISS WAS ICH TU" ein, die seit dem Jahr 2008 den individuellen Umgang mit Risiken beim Sex und verschiedene Schutzstrategien thematisiert.

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