Enttäuschung über Familiensynode

Das Netzwerk katholischer Lesben (NkaL) und die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle (HuK) sind enttäuscht über das Ergebnis der katholischen Bischofssynode. Das Schlussdokument biete nichts Neues, sondern setze die ambivalente Haltung der katholischen Kirche gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften fort. „Die Synode hat die Auseinandersetzung mit der Situation von Homosexuellen und ihren Partnerschaften gescheut“, erklärte Manuela Sabozin vom NkaL. „Sie hat die Gelegenheit verpasst, ihre Position aus internationaler Sicht theologisch zu klären und die Verfolgung von Homosexuellen an den Pranger zu stellen.“

Der gesamte Synodenprozess hat für katholische Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*-Menschen manchen Fortschritt gebracht: Umfragen zeigten, dass Homosexuelle und ihre Familien weltweit zur Kirche gehören. Die Kirche befürwortet eine pastorale Begleitung für Familien mit homosexuellen Angehörigen. Die theologische Diskussion ist mutiger als sie es je war. Einzelne Bischöfe aus verschiedenen Kontinenten betonten, dass Homosexuelle mitten in der Kirche leben und dass die Kirche sie willkommen heißen muss. Auch legten die 13 deutschsprachigen Synoden-Bischöfe ein historisch einmaliges Bekenntnis ab. Sie baten homosexuell orientierte Menschen um Verzeihung, weil die Kirche ihnen durch eine harte Haltung Leid gebracht habe. Die Kardinäle Marx (München) und Schönborn (Wien) wiesen darauf hin, das sich die katholische Kirche nach der Synode intensiver mit der Situation von Homosexuellen befassen muss. Das Schlussdokument spricht immerhin von der grenzenlosen Liebe Jesu, die allen Menschen „ohne Ausnahme gilt“, während die Sprache der Sünde nicht wiederholt wird.

„Das reicht aber nicht“, sagt Markus Gutfleisch von der HuK. „Die Synode hat es vermieden, LSBT als Gäste einzuladen und ihre Einschätzung zu hören. Die Ablehnung von homosexuellen Partnerschaften zeigt, dass die Bischöfe sich aktuellen theologischen Einsichten verweigern. Wir hoffen, dass die positiven Ansätze in deutschen Bistümern, die durch die Vorarbeiten für die Synode sichtbar wurden, weitergeführt werden.“ Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken hatte unter anderem Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare gefordert. „Als katholische Gruppen von LSBT werden wir Kardinal Marx beim Wort nehmen und jetzt den Dialog mit der Kirche intensivieren, damit sie hier beginnt, echte Heimat für uns zu werden“, sagten Sabozin und Gutfleisch. Sie wollen, dass das Bekenntnis der Bischöfe Folgen hat.

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