Facebook: Wind um gelöschtes Bild

Nachdem ein Foto (s. Bild) mit zwei sich küssenden Männern vom sozialen Netzwerk gelöscht wurde, laufen aufgebrachte Schwule Sturm. Facebook musste sich zwischenzeitlich entschuldigen.

"Auf Facebook nicht gestattet"

Als grundsätzlich tolerant gilt Facebook ja im Allgemeinen unter seinen Nutzern. So ist es Usern aus den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und Australien etwa seit Kurzem möglich, neben den üblichen Beziehungsstatus auch eine eingetragene Partnerschaft zu wählen. Nachdem dann aber urplötzlich das Kampagnenbild einer schwulen Protestveranstaltung in London vom sozialen Netzwerk entfernt wurde, kochten die Gemüter rasend schnell in die Höhe.

Als Begründung für das Entfernen erhielt der für das Event verantwortliche Nutzer eine Standardnachricht von Facebook: Der Inhalt des Bildes entspreche nicht den Richtlinien des sozialen Netzwerks. "Nacktheit oder jegliche Art von sexuellen, anzüglichen Inhalten sind auf Facebook nicht gestattet."

"Versehentlich gelöscht"

Zwei sich küssende Männer, von oben bis unten bekleidet und ohne wandernde Hände sind also anzüglich? Und wieso gilt Selbiges nicht auch für heterosexuelle Pärchen? Zwei berechtigte Fragen, die Aktivisten und enttäuschte User ohne Umwege ihr Waffenarsenal aus dem Kleiderschrank holen ließen.

Zwischenzeitlich wurde die Facebook-Veranstaltung "Kissing is cool" gegründet, um sich gegen das "Knutschverbot" zu wehren. Vom  17. April ab solle jeder User zehn Tage lang ein Kussfoto als Profilbild einstellen.
Facebook jedoch hat sich mittlerweise offiziell für die Löschung entschuldigt: "Das betreffende Foto verstößt nicht gegen unsere Nutzungsbedingungen und wurde nur versehentlich gelöscht", heißt es im Statement des blauen Riesen. "Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten."

Doppel hält besser

Das Bild des Abstoßes war ursprünglich das Kampagnenfoto gegen den Rauswurf eines schwulen Pärchens aus einem Londoner Pub. Jonathan Williams und James Bull mussten Mitte April das "John Snow" in Soho verlassen, nachdem sich mehrere Gäste wegen deren Zärtlichkeiten beschwert hatten. Schwule Männer aus ganz London wurden vom Event zu einem Kiss-In in besagtem Pub aufgerufen. Da der Wirt jedoch die Kneipe bereits vorzeitig geschlossen hatte, musste die Aktion vor verschlossenen Türen durchgeführt werden. Ein neuer Termin ist für den 21. April angesetzt.

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