Gauck fordert Debatte über Ehe für alle

Joachim Gauck hat der irischen Tageszeitung „The Irish Times“ anlässlich seines Staatsbesuchs in dieser Woche ein Interview gegeben. Darin äußert sich der Bundespräsident auch zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland. Ihn habe beeindruckt, wie „ernsthaft und wie engagiert sich das irische Volk mit dieser Frage auseinandergesetzt hat“, so der 75-jährige.

Er wünsche sich auch in Deutschland eine offene Debatte über die Ehe für Homosexuelle: „Aus persönlicher Erfahrung bin ich selbst für all das, was Menschen befreit und von Entfremdung löst. Daher wünsche ich mir auch für Deutschland noch stärker eine Debatte, in der bei den Menschen nicht das Gefühl überwiegt, dass ihnen mit der Gleichstellung anderer etwas genommen wird oder dies bedrohlich ist für die eigene Art zu leben.“

Mit seiner Aussage, es solle „noch deutlicher werden, dass homosexuellen Menschen, die in einer verbindlichen Partnerschaft leben wollen, damit die Chance für ein gleichwertiges Leben in Liebe und Partnerschaft gegeben wird“, bleibt Gauck seinem Engagement für Freiheit und Bürgerrechte treu. Erst vor wenigen Wochen hatte er dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) zum 25-jährigen Bestehen gratuliert und in seinem Grußwort Menschenrechte als „universell gültig“ bezeichnet. 

Die „Irish Times“ wertete die Aussagen Gaucks als „deutlichen Hinweis an die schweigende Kanzlerin Angela Merkel“ in Bezug auf die Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Der LSVD begrüßte die Worte Gaucks. Diese seien „eine klare Ermutigung für alle in Deutschland, die sich für gleiche Rechte und ein Ende der Diskriminierung einsetzen."

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