Gesellschaft
   10 Jahre
Foto: 3d4free / photocase.com

Hilferuf

Der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge plant der Iran wieder die Hinrichtung eines schwulen Jugendlichen (19) - wie bereits oft erlebt unter Anschuldigung der Vergewaltigung.

Sodomie-Vorwürfe

Gemäß des Urteilsspruchs soll der zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alte Ehsan gemeinsam mit zwei Freunden versucht haben, einen Mann zu vergewaltigen und wurde deshalb wegen "Sodomie" verurteilt. Brisant: Das angebliche Vergewaltigungsopfer widerrief seine Anschuldigungen anscheinend bereits vor Verfahrensbeginn.

Wie Amnesty International meldet, habe der Junge nach wochenlanger Folter zwar die Tat "gestanden", seine Worte vor Gericht jedoch zurückgenommen. Derzeit soll sich der Teenager im Adal Abad Gefängnis in Shiraz befinden und auf seine Hinrichtung warten. Zu einem dafür angesetzten Zeitpunkt gibt es keine öffentlichen Informationen.

Der Tatbestand der Vergewaltigung existiert in der islamischen Scharia eigentlich nicht. Beschuldigte werden deshalb in aller Regel wegen "Sodomie" belangt, auf der die Todesstrafe steht.

Bitte um Mithilfe

Amnesty Internation fordert dazu auf, den iranischen Behörden gegenüber schriftlich seinen Protest zu äußern. Nähere Infos und Adressen gibt es hier. Unter anderem verstoße das Land mit einer möglichen Hinrichtung gegen die UN-Kinderrechtskonvention (Artikel 37), nach der niemand gefoltert oder gar hingerichtet werden darf, der zum Tatzeitpunkt noch unter 18 Jahre alt war.

Gleichgeschlechtliche Lebensweisen sind im Iran weiterhin ein absolutes Tabu. Erst im vergangenen Monat erklärte Präsident Mahmud Ahmadinedschad, dass Homosexualität sich "gegen den menschlichen Geist und die Menschlichkeit" richte.


Der Fall auf der Website von Amnesty International.

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