Gesellschaft
   11 Jahre
Foto: koeque / photocase.com

Tod nach Mobbing

Vier Selbstmorde unter schwulen Teenagern innerhalb der letzten vier Wochen hieven die Diskussion um Mobbing an US-amerikanischen Schulen und Universitäten auf ein neues Level. Gleichzeitig liefert US-Rapper 50 Cent zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt einen zumindest zweifelhaften Kommentar. Besser weiß da schon die amerikanische Moderatorin Ellen DeGeneres in einem Video-Statement die passenden Worte zu finden.

Vier sind vier zu viel

Das neueste Opfer, der 18-jährige Student Tyler aus New Jersey, hatte sich vor dem letzten Wochenende von der New Yorker George-Washington-Brücke in den Hudson River gestürzt. Davor hatte sein Zimmernachbar gemeinsam mit einer Kommilitonin den begeisterten Musiker heimlich beim Sex mit einem Mann gefilmt und das Video live ins Netz gestreamed. Seinen Selbstmord kündigte er kurz vorher auf Facebook an: "Springe jetzt von der GW-Brücke. Sorry!" Tyler konnte nur noch tot geborgen werden.

Schon in den Wochen zuvor gab es gleich mehrere Selbstmorde unter jungen Schwulen in den Vereinigten Staaten. So versuchte sich am 19. September ein 13-jähriger Junge im kalifornischen Tehachapi zu erhängen. Er hatte laut Medienberichten aufgrund seiner Homosexualität unter Mobbing zu leiden. Neun Tage später verstarb er an den Folgen seines Selbstmordversuches im Krankenhaus.

Ein anderer Schwuler (15) nahm sich am 9. September in Indiana mit dem Strick das Leben. Auch er soll jahrelang unter Mobbing gelitten haben. Der Vierte im Bunde ist der 13-jährige Asher, der sich nach vorausgegangenen Hänseleien am 23. September mit einem Schuss in den Kopf tötete.

Rapper in der Kritik

Während die alarmierenden Selbstmorde durch die US-Medien geisterten, geriet US-Rapper "50 Cent" in die Kritik: "Wenn du als Mann über 25 keine Möse leckst, dann bring dich einfach um, verdammt nochmal. Die Welt wäre dann ein besserer Ort. Lol", legte er via Twitter seinen "Followern" nahe. Homofeindlich fand er seine Message nicht, stellte er später klar. Angesprochen worden seien ausschließlich Männer, die keinen Spaß an Oralsex mit Frauen hätten.

Der erste Ausfall freilich war das nicht: Anfang September erst hatte sich 50 Cent den US- Promi-Blogger Perez Hilton vorgenommen, der den HipHopper zuvor als "Deppen" bezeichnet hatte: "Perez Hilton hatte mich einen Deppen genannt, also habe ich meinen Homie eine Schwulenhochzeit zusammenschießen lassen. War zwar nicht seine, aber danach habe ich mich trotzdem besser gefühlt."

Deutliche Worte

Besser wusste sich da schon die lesbische US-Talkshow-Queen und ehemalige "American-Idol"-Jurorin Ellen DeGeneres auszudrücken. In einem Videostatement wandte sich mit eindrücklichen Worten an die Öffentlichkeit und warnte vor Mobbing an Schulen.

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