Gesellschaft
   5 Jahre
Foto: Wikimedia Commons/ Αντώνης Σαμαράς Πρωθυπουργός της Ελλάδας, CC BY-SA 2.0

Vatikan lehnt schwulen Botschafter ab

Nach dem Willen der französischen Regierung sollte der bisherige Protokollchef im Außenministerium, Laurent Stefanini, den Botschafterposten beim Vatikan übernehmen. Aber es gibt ein Problem: Der Kandidat ist schwul, und das gefällt den Verantwortlichen beim Heiligen Stuhl überhaupt nicht. Jetzt berichten französische Medien, dass dort die Akkreditierung verweigert wurde.

Die diplomatischen Gepflogenheiten sehen vor, dass bei der Ernennung von neuen Botschaftern in der Regel diskret vorgegangen wird. Der Entsendestaat erkundigt sich zunächst, ob die ausgesuchte Person genehm ist, das andere Land kann eine Person ohne Angabe von Gründen ablehnen. Dann muss ein neuer Kandidat gesucht werden. Deshalb ist es ungewöhnlich, dass die Ablehnung von Stefanini überhaupt bekannt wurde. Einige Beobachter gehen davon aus, dass die linke französische Regierung testen wollte, wie liberal der Kirchenstaat unter Papst Franziskus wirklich ist. Andere vermuten, dass es bei der Entsendung des Umweltspezialisten Stefanini eher darum ging, die Unterstützung des Vatikan für den Weltklimagipfel in Paris zu gewinnen. Wieder andere sehen die undichte Stelle bei konservativen katholischen Kreisen in Frankreich, die die Veröffentlichung jetzt dazu benutzen, Präsident Hollande seine Unsensibilität in heiklen diplomatischen Fragen vorzuwerfen und von einer „Provokation“ sprechen.

Wer auch immer Recht hat, fest steht jedenfalls, dass Laurent Stefanini den Posten als Botschafter nicht bekommen wird. Der Vatikan bleibt damit seiner Linie treu, bereits 2008 scheiterte ein schwuler Kandidat aus Frankreich. Auch geschiedene oder wiederverheirate Personen aus verschiedenen Ländern wurden schon abgelehnt.

Das könnte dich auch interessieren
 
Schön, dass Du hier bist
Bitte melde Dich an, um diese Funktion nutzen zu können!

Passwort vergessen?

Noch kein Mitglied? Registrieren

Anmelden