Gesellschaft
   7 Jahre
Foto: Dirk Vorderstraße / Wikimedia

Westerwelle kritisiert Merkel

Der ehemalige Außenminister Guido Westerwelle hat in einem Interview mit dem Magazin „Stern“ Angela Merkel für ihre Blockadehaltung in Sachen Gleichstellung von Schwulen und Lesben kritisiert. Auf die Frage, ob die Bundeskanzlerin die vollständige Gleichstellung bislang verhindert habe, antwortete der 52-Jährige: „Ja. Aber nun hat sie es in der Hand.“

Die Äußerungen von Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert zum Coming-Out von Thomas Hitzlsperger (Inqueery berichtete) habe er aufmerksam verfolgt. Die Bundesregierung hatte Hitzlspergers Schritt in die Öffentlichkeit gelobt: „Wir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualität zu bekennen nur aus Angst vor Intoleranz“, so Seibert.

Westerwelle hofft nun, dass diesen Worten auch Taten folgen werden: „Mir wäre es lieber, wenn das, was in unserer Regierungszeit so gut vorangekommen ist, jetzt auch vollendet würde, nämlich die völlige rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften mit der Ehe.“ Die CDU sei trotz ihrer Blockadehaltung immer sein politischer Wunschpartner gewesen, denn „die SPD war doch meist nicht besser. Wenn es um Spießigkeit geht, gab es in Deutschland von jeher eine wirklich ganz große Koalition.“

Die Kritik, er habe sich auf internationalem Parkett zu wenig für die Rechte von Schwulen und Lesben stark gemacht, wies er von sich: „Das habe ich stets, wo es nötig war. Ich war aber zunächst Außenminister und erst in zweiter Linie ein schwuler Außenminister.“ Was die gesellschaftliche Akzeptanz Homosexueller angeht, blickt Westerwelle optimistisch in die Zukunft: „Ich sage Ihnen: Bevor ich den Löffel abgebe, ist Schwulsein eine Selbstverständlichkeit.“

 

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