Wo ist die Gleichstellung am weitesten?

Malta ist der Aufsteiger des Jahres – zumindest im Hinblick auf die Rechte für Schwule, Lesben und Transgender. Dort wurde im vergangenen Jahr beschlossenen, den Schutz vor Diskriminierung wegen der geschlechtlichen Identität in die Verfassung aufzunehmen. Dadurch steht der kleine Inselstaat jetzt auf Platz 3 in Europa – gleich hinter Großbritannien und Belgien.

Die neue Regenbogenkarte für Europa, die von der ILGA, der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association, veröffentlicht wurde, zeigt auch Spanien und die Niederlande auf dem Vormarsch, wo nach einem Gerichtsurteil die chirurgischen Anforderungen für die Anerkennung der Geschlechtszugehörigkeit gestrichen wurden. Die Eheöffnung wurde außer in Großbritannien auch in Finnland beschlossen. Die ILGA bezeichnet das Jahr 2014 generell als ermutigend – mit der Wahl von offen schwulen Bürgermeistern in Polen und der Türkei, mit einem schwulen Außenminister in Lettland und mit dem Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest.

Allerdings gab es auch Rückschläge. In der Slowakei und in Mazedonien starteten Kampagnen zur Beschränkung der Ehe auf heterosexuelle Verbindungen. Je weiter man nach Osteuropa kommt, desto roter färbt sich die Karte – die Farbe signalisiert nur wenige Rechte und geringe gesellschaftliche Anerkennung für LGBT.

Ohne nennenswerte Fortschritte verharrt Deutschland im Mittelfeld. Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, kritisierte den Stillstand durch die Uneinigkeit in der Großen Koalition. Dass Deutschland nur auf Platz 14 gelandet sei, sei „ein vernichtendes Zeugnis für die LGBT-Politik der Bundesregierung“.

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