Köln
   9 Jahre
Foto: Matthias Eiting

CSD Köln: Gewagte Kampagne

Parade nun unter neuem Motto. Den ganzen Nachmittag wurde im Netz spekuliert: Der CSD Köln soll abgesagt werden? Wurde die Website des ColognePride gehackt?

Dahinter steckt eine von vielen als gewagt empfundene PR-Aktion des CSD-Veranstalters KLuST e.V. für die Neuasusrichtung der Kölner CSD-Parade: Dieser hatte heute Nachmittag per Pressemitteilung und in den sozialen Netzwerken zunächst lediglich erklärt, die "CSD-Parade" 2013 abgesagt zu haben. Gleichzeitig wurde die Website mit einer "Homostörung"-Grafik versehen, die an einen Hackerangriff erinnerte.

Erst später wurde darüber aufgeklärt, dass man dafür nun die "CSD-Parade für Vielfalt" angemeldet habe. Der KLuST ruft nun zur "neu angemeldeten" Demo unter neuem Motto auf: "Wir sind. Und wir fordern eine vollständige rechtliche Gleichstellung durch eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften und eine gesellschaftliche Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen. Wir stehen ein für Vielfalt und sind gegen rechtspopulistische, rechtsextremistische, rassistische, nationalistische, antiislamische, antisemitische, antidemokratische, homo- und transphobe, sexistische, frauenverachtende und gewaltverherrlichende Anschauungen und Darstellungen. So oder so! Wir schließen daher Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rechtspopulistische, rechtsextremistische, rassistische, nationalistische, antiislamische, antisemitische, antidemokratische, homo- und transphobe, sexistische, frauenverachtende und gewaltverherrlichende oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von einer Teilnahme aus.“

Mit diesem langen und eindeutigen Motto will man verhindern, dass sich rechtsgerichtete Gruppierungen wie Pro Köln erneut zur Kölner CSD-Parade anmelden können.

Ob sich die Meldung, dass es sich bei der Absage nur um einen für manchen fragwürdigen PR-Trick des KLuST gehandelt hat, genauso schnell verbreiten wird, wie die vorher umgelaufene Meldung, der CSD Köln würde abgesagt, bleibt abzuwarten. Erste Stimmen aus der Szene sprachen allerdings von einer gelungenen Aktion.

Auf die Diskussion, warum der KLuST sich gegen "antiislamische" Darstellungen ab sofort verwehrt, die traditionellen "antichristlichen" Elemente der CSD-Parade aber weiter zulässt, darf man ebenfalls gespannt sein.

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