Kultur
   11 Jahre

Für Spektakel zu schade

Auf einer quirligen und gewitzten 19-Jährigen mit Charisma und eigenwilligem Gesangs- wie Tanzstil ruhten die Hoffnungen der Nation. Und sie wurden nicht enttäuscht. Lena Meyer-Landrut hat Deutschland beim Eurovision Song Contest nach langen Dürrejahren wieder an die Spitze gehievt. Kurz vorm Contest ist ihr erstes Album des "USFO"-Sternchens erschienen, wir sprachen mit der Hannoveranerin.

Dein Album heißt "My Cassette Player" – mit deiner Generation verbindet man ja mittlerweile eher mp3-Spieler, wie ist der Titel zustande kommen?

Irgendwie aus 500 Ecken, es gibt so ne Szene, da ist gerade der Retro-Kram total "in", man findet es cool, Retro-Klamotten anzuziehen und so. Neulich habe ich in einem Laden einen Gürtel mit einer Kassette als Schnalle gesehen. Den fand ich unglaublich cool, weil der mich an meine Kindheit erinnert hat. Meine Regale waren damals voll mit Kassetten in allen Variationen. Ich hatte so einen roten Kassettenrekorder, der war wirklich abgrundtief hässlich, ein kleines Ding, total schräbbelig, aber das war mir völlig egal. Ich finde, so ein Ghettoblaster ist einfach ein geiles Motiv, das hat etwas stilvolles. Erst haben wir eine Fotosession gemacht, dann entwickelte sich daraus der Albumtitel und auch ein Lied.

Wie viel Input von dir selbst ist auf dem Album gelandet?

Nicht so viel wie ich mir es eigentlich bei meinem eigenen Album erträumt hätte, aber das lag einfach an meinem Abitur. Da war Klausuren- statt Songschreiben angesagt. Stefan und ich haben total oft telefoniert, über Texte geredet, darüber, was da für Instrumente reinkommen, in welchem Stil die jeweiligen Lieder sind, ob nur Funk- oder Discolieder oder auch ein paar Balladen reinkommen. Da hatte ich schon ganz viel Mitspracherecht, und das finde ich supertoll. Ich weiß ja, dass ich mich darauf verlassen kann, dass Stefan keinen Schmarrn macht.

Dein Album klingt ein wenig "erwachsener", als man das das nach deinen eher flippigen Auftritten bei "Unser Star für Oslo" erwartet hätte. War das von dir so gewollt?

Ich glaube, das hat gar nicht so viel mit den Liedern an sich zu tun, die haben unglaublich viel Potenzial. Man kennt sie nur in der Studio-Version, hat sie noch nie live gehört. Ich finde, das ist bei ganz vielen Künstlern so, dass man die Alben gar nicht mit den Live-Auftritten vergleichen kann. Deutschland kennt halt nur meine Auftritte und nicht, wie ich auf Platte klinge.

Bei "USFO" hast du eher deine Indie-Seite gezeigt, auf dem Album gibt es einen bunten Mix, der auch Ska ("Not following") oder Oldschool-Funk ("I like to bang my head") umfasst...

Ich hab die Indie-Seite gezeigt, weil ich die auch singen kann. Das heißt nicht, dass ich nur Indie höre. Ich bin ganz schön begeistert von unglaublich vielen Musikrichtungen. Und ich bin total froh, dass wir es geschafft haben, auf dem Album eine größere Bandbreite von mir zu zeigen. Ich bin jetzt ganz kräftig am Üben und freue mich total, wenn ich die Lieder auch live performen kann.

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