QueerScreen 03.06.–09.06.19

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille. 

Mo, 3.6., 16:10 – 17 Uhr, RTL plus
Das Familiengericht: Gut erzogen ist halb gewonnen (Doku/Reality, D 2007)

Julia setzt ihren drei Kindern strenge Grenzen, ganz zum Ärger von ihrem Mann Ernst. Der Fernfahrer ist nur am Wochenende zu Hause. Er will dann Spaß mit seinen Kindern haben und ignoriert Julias Regeln. Als Julia zur Stärkung der Disziplin alle drei Kinder bei einem Ballettkurs anmeldet, platzt Ernst der Kragen! Seine Jungs seien keine Tanzmäuse, und von so viel Ballett würden sie nur schwul werden.

 

Mo, 3.6., 17 – 17:30 Uhr, RTL
Freundinnen – Jetzt erst recht (101) (Serie, D 2018)

Nadine ist am Boden zerstört, da Klaus Zuflucht bei seinem Ex-Tanzlehrer gesucht hat. Mithilfe ihrer Freundinnen akzeptiert sie, dass ihre Beziehung keine Zukunft mehr hat.

 

Mo, 3.6., 1:20 – 2:05 Uhr, VOX
Medical Detectives – Geheimnisse der Gerichtsmedizin: Motive (Dokumentation, USA 1996 - 2005)

Ein homosexuelles Paar wurde ermordet. Die Ermittlungen führen die Polizei zu weißen Rassisten, doch konkrete Hinweise auf den Täter gibt es nicht. Am Tatort gefundene Patronenhülsen, Farbspritzer und Glassplitter helfen den Ermittlern schließlich dabei, den Mörder dingfest zu machen. Darüber hinaus können sie ihm eine Serie brutaler Morde in Kalifornien nachweisen.

 

Di, 4.6., 7:25 – 8:05 Uhr, NITRO
Law & Order: Das Medium (Serie, USA 2003)

Die junge Rachel wird nach dem Besuch eines Single-Clubs erschlagen aufgefunden. Anhand von Fußabdrücken gerät schnell ihr Nachbar, der in sie verliebt war, unter Mordverdacht. Doch bei den weiteren Ermittlungen stellt sich heraus, dass noch eine weitere Person in die Ermordete verliebt war: ihre lesbische Freundin Leanne.

 

Mo, 4.6., 17 – 17:30 Uhr, RTL
Freundinnen – Jetzt erst recht (102) (Serie, D 2018)

Klaus findet – gegen Brittas Willen – bei Stefan Unterschlupf. Doch Stefan weiß nicht genau, wie er Klaus begegnen soll, seitdem er weiß, dass dieser schwul ist.

 

Di, 4.6., 20:15 – 22:20 Uhr, kabel eins
Kein Pardon (Komödie, D 1992)

Mit seiner resoluten Mutter und seinen Großeltern betreibt Peter Schlönzke (Hape Kerkeling) im Ruhrpott einen Schnittchenservice, der Familienfeiern aller Art mit Häppchen versorgt. Heimlich träumt Peter jedoch davon, ein Fernsehstar zu sein wie sein Idol Heinz Wäscher, Moderator seiner Lieblingsshow „Witzischkeit kennt keine Grenzen“. Eines Tages erhält Peter die Chance, in Wäschers Sendung einzusteigen – doch die harte und banale Wirklichkeit des TV-Alltags enttäuscht ihn maßlos.

 

Di, 4.6., 22:20 – 0:10 Uhr, kabel eins
Der bewegte Mann (Spielfilm, D 1994)

Axel (Til Schweiger) wird von seiner Freundin Doro (Katja Riemann) beim Quickie auf einem Kneipenklo erwischt und von ihr zu Hause rausgeschmissen. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe landet er bei dem sanften und treuherzigen Norbert (Joachim Król), der sich in seinen stockheterosexuellen neuen Mitbewohner verliebt und ihn bekocht und bemuttert. Als die schwangere Doro einen Neubeginn ihrer Beziehung unternehmen will und ihren verschollenen Geliebten sucht, entdeckt sie ihn in einer vermeintlich eindeutigen Situation – im Bett mit einem Mann.

Sönke Wortmanns Verfilmung von Ralf Königs gleichnamigem Comic war mit rund drei Millionen Kinobesuchern die Überraschung des Jahres 1995.

 

Di, 4.6., 0:30 – 1:20 Uhr, RTL
Bones – Die Knochenjägerin: Das Drama in der Queen (Serie, USA 2013)

Die Überreste eines beliebten Schwimmtrainers werden am Grund eines Brunnen gefunden. Die Untersuchungen ergeben, dass der Mann eine Affäre gehabt haben muss, doch dann stellt sich heraus, dass er heimlich als Travestiekünstler aufgetreten ist. Hauptverdächtiger ist die Travestie-Künstlerin Kimmy, die in Brian Thomas eine starke Konkurrenz sah.

 

Mi, 5.6., 0:45 – 1:30 Uhr, ZDF
auslandsjournal – die doku: Das neue Brasilien – Rechtsruck unter Bolsonaro (Dokumentation, D 2019)

Mit Amtsantritt des ehemaligen Fallschirmjäger-Hauptmanns Jair Bolsonaro am 1. Januar 2019 hat sich Brasilien verändert. Sein politischer Stil wird zwischen rechtspopulistisch bis faschistisch eingeordnet. Der Wahlsieg Bolsonaros ist das Ergebnis eines langen Machtkampfs in Brasilien. Die streng konservativen Kräfte haben sich mit seiner Wahl durchgesetzt. Besonders drei Gruppen haben ihn unterstützt: Großgrundbesitzer, evangelikale Christen und das Militär – Beef, Bible and Bullets. Sie alle halten traditionelle Werte wie Familienstrukturen hoch, und sie lehnen Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe ab. Auf der anderen Seite befürworten sie das Recht, Feuerwaffen zu tragen, und betreiben das Abholzen des Regenwaldes im Interesse der Agrarindustrie. Ein radikaler Wandel spielt sich ab mit gravierenden Folgen für die brasilianische Gesellschaft.

 

Do, 6.6., 7:20 – 8 Uhr, NITRO
Law & Order: Bei aller Liebe (Serie, USA 2003)

Zunächst sieht es so aus, als hätte Andy Corvo beim Joggen einen gewöhnlichen Herzanfall erlitten. Die Untersuchungen der Gerichtsmedizin fördern allerdings zu Tage, dass der Mann an einer Nikotinvergiftung starb. Jerry, der schwule Partner von Andy, hoffte so seinen Freund beerben zu können, aber da die Ehe der beiden im Staat New York nicht anerkannt wird, geht Jerry leer aus.

 

Do, 6.6., 8 – 8:45 Uhr, NITRO
Law & Order: Schall und Rauch (Serie, USA 2003)

Trotz einer haarsträubenden Erklärung für den Tod seines kleinen Adoptivsohnes kann der berühmte Komiker Monty Bender nicht für den Tod des Jungen zur Verantwortung gezogen werden. Von Montys homosexuellem Masseur Harvey erfahren die Ermittler Briscoe und Green, dass Monty pädophil ist.

 

Do, 6.6., 10:20 – 11:10 Uhr, NITRO
J.A.G. – Im Auftrag der Ehre: Aussage gegen Aussage (Serie, USA 1998)

Vor einem Schwulenlokal in Baltimore kommt es zu einer Schlägerei zwischen zwei Angehörigen der US-Marines und einem Kneipenbesucher. Der Vorfall hat schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten: Petty Officer Tiner gerät in den Verdacht, homosexuell zu sein und riskiert damit seine Entlassung aus der Navy. Gunnery Sergeant Galindez wird wegen Körperverletzung angezeigt und ihm wird unterstellt, ein militanter Schwulenhasser zu sein.

 

Do, 6.6., 10:55 – 12 Uhr, VOX
Mein Kind, dein Kind – Wie erziehst du denn?: Yves vs. Christine (Doku-Soap, D 2015)

Ist die Dauerberieselung durch Fernsehen für Kinder schädlich – gerade bei Kindern mit ADHS – oder hilft sie im Gegenteil dem Betroffenen, ruhiger zu werden? Bei der 54-jährigen Berliner Abteilungsleiterin Christine und dem 47-jährigen Hausmann Yves aus Teltow in Brandenburg gehen die Meinungen auseinander. Beim schwulen Papa Yves dürfen Angelo (8) und sein Pflegebruder André (6) nahezu jederzeit Süßigkeiten essen – Angelo auch deshalb, weil er zu dünn ist und an Gewicht zulegen soll. Christine würde da eher zu gesunden Lebensmitteln greifen. Überhaupt sind ihr Bio-Produkte, Nachhaltigkeit und Konsumverzicht für ihren ebenfalls achtjährigen Sohn Yassin wichtig. Die 54-Jährige erzieht locker und verständnisvoll, feste Regeln und Strafen gibt es nicht. Yves und sein Mann Dieter (52) hingegen verfolgen einen eher autoritären Stil und sprechen auch schon mal Fernsehverbot oder Stubenarrest aus. Da die beiden sie andererseits auch gerne verwöhnen, können ihre zwei Pflegekids sich jede Woche für 25 Euro etwas aussuchen. Zu viel Konsum? Die beiden Väter sehen das entspannt – im Gegensatz zu Christine.

 

Do, 6.6., 19:15 – 20 Uhr, tagesschau24
Der „Schwulen-Paragraf“ – Geschichte einer Verfolgung (Dokumentation, D 2019)

Man nannte sie „die 175er“. Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts“ begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Die Nazis verschärften ihn, erhöhten die Strafen. Viele landeten im Konzentrationslager. Frei aber waren sie auch nach dem Krieg nicht. Die junge Bundesrepublik übernahm den Paragrafen 175 in seiner verschärften Form eins zu eins von den Nazis. Wer das KZ überlebt hatte, musste damit rechnen, erneut ins Gefängnis gesteckt zu werden, um die Reststrafe abzusitzen. Selbst das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1957, dass der Paragraf 175 mit dem Grundgesetz im Einklang stehe: Männer, die mit Männern Sex hatten, wurden in der Bundesrepublik weiter verfolgt. Nach Schätzungen des Justizministeriums wurde gegen 100.000 Männer ermittelt, 64.000 hat man verurteilt. Der Paragraf hat Leben zerstört, Existenzen vernichtet.

In diesem Film berichten Zeitzeugen davon. So wie der 80-jährige Hermann Landschreiber aus Gelnhausen, den die Polizei 1966 vom Postamt abgeführt hat, weil die Mutter seines Exfreundes ihn angeschwärzt hatte. Oder Günther Werner, der im katholischen Franken mit einem amerikanischen Soldaten in flagranti erwischt wurde und deshalb im Jugendarrest landete. Sie alle sprechen über ihre Verhaftung, den Knast, ihre Angst, erwischt zu werden oder erpressbar zu sein, aber auch über ihren Wunsch, trotzdem ein selbstbewusstes schwules Leben zu führen. Sie lassen uns verstehen, wie lang und beschwerlich der Weg war von der damals verbotenen Sexualität und Heimlichkeit bis hin zur Schwulenehe heute. Wie sieht jemand wie Klaus Beer diese Entwicklung? Sechs Männer hat er als Richter wegen Verstoßes gegen Paragraf 175 verurteilt. Er setzt sich offen mit seiner beruflichen Vergangenheit auseinander. Wie dachte er damals, wie denkt er heute über diese Urteile?

Der Film führt auch in die ehemalige DDR, wo der Paragraf viel früher außer Kraft gesetzt und schon 1988 endgültig abgeschafft wurde. Lebten männerliebende Männer oder lesbische Frauen in der DDR also angstfrei, weil ihr Sex nicht mehr strafbar war? Wann kamen sie trotzdem ins Visier der Staatsmacht? Wolfgang Schmidt war Leiter der Auswertungs- und Kontrollgruppe in der Hauptabteilung XX des Ministeriums für Staatssicherheit. Er gibt offen Auskunft, warum man sich dort mit den Schwulen- und Lesbengruppen beschäftigte. Die lesbische Aktivistin Karin Dauenheimer wurde Anfang der 80er Jahre observiert. Für den Film öffnet sie ihre Stasi-Akte. Frauen, die Frauen liebten, fielen nicht unter den Paragrafen 175, ihnen drohte also auch im Westen keine Strafverfolgung. Hatten sie deshalb wirklich ein sorgenfreieres Leben? Auch darauf findet der Film Antworten.

Marco Giacopuzzi geht mit großer Sensibilität auf seine Zeitzeugen zu. Sein Film zeigt eindrucksvoll, wie ein menschenverachtender Paragraf und brutale Diskriminierung das Leben unschuldiger Männer und auch Frauen zerstörte, und warum es so lange dauerte, bis der Paragraf 175 aus der bundesdeutschen Rechtsprechung endlich verschwand. Erst 2017 beschloss die Bundesrepublik ein Gesetz zur Rehabilitierung aller Opfer des Paragrafen. Doch nur wenige trauten sich, einen Antrag zu stellen, und die meisten waren ohnehin verstorben.

 

Do, 6.6., 21:30 – 22 Uhr, ONE
Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres: Der Hochzeitstag (Staffel 2, Folge 1) (Serie, D 2017)

Trauer im Friseursalon. Am Todestag von Dietmars Lebensgefährten Sandro, der ihm den Salon vererbt hatte, bringt nur die Ankündigung eines Auftritts von Container-Ingo in der Diskothek Magic etwas Aufhellung. Vom Chef getriezt und gedemütigt, träumt Jennifer an der Seite des ehemaligen Container-Insassen und B-Promis von einem Ausbruch in die große Glamourwelt. Rund um den Live-Auftritt mit seinem Eintagshit „Journey To Your heart“ versucht Jennifer, bei Ingo anzudocken. Mit Erfolg. Dies entgeht auch Jennis Exfreund Ronny nicht, der die Faust vorerst noch nur in der Tasche ballt. Ein gemeinsames geschäftliches Durchstarten des neuen Traumduos Jenni/Ingo ist zum Greifen nah. Doch dann sorgt ausgerechnet das dunkle Geheimnis im Leben von Salonbesitzer Dietmar für eine unerwartete Wendung.

 

Do, 6.6., 22 – 22:25 Uhr, ONE
Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres: Der Beautykanal (Staffel 2, Folge 2) (Serie, D 2017)

Nach dem würdelosen Abgang Dietmars bringt Ingo als schneidiger Geschäftsführer scheinbar frischen Wind in den umbenannten Salon „Contain Hair Ingo“. Jennifer himmelt ihn unvermindert an. Nur Manfred Schweers ist mit seiner Geduld am Ende und will endlich sauberen Umsatz sehen. Er droht mit Konsequenzen, wenn sich nicht bald etwas verbessert. Jennifer will Ingo, den Salon und ihre eigene Zukunft retten. Das Zauberwort heißt 'virales Marketing': ein eigener Beautykanal soll her, um die junge Kundschaft zu ziehen. Immerhin sitzt man ja beautytechnisch an der Quelle. Und Social Media ist die Zukunft im Friseurbusiness, sagt auch der dicke Dennis, ein 13-jähriger Computer-Nerd, der Jenni und Ingo in Zukunft technisch betreuen soll. Immerhin kann man sich damit weltweit vermarkten. Und das ist das Wichtigste.

 

Fr, 7.6., 6:30 – 7:20 Uhr, NITRO
Das Strafgericht: Papa Marcella (Doku-Serie, D 2007)

Der transsexuelle Marc wird beschuldigt, Thorsten, den neuen Lebensgefährten seiner Frau Heike, in eine Baugrube gestoßen zu haben. Er macht Thorsten dafür verantwortlich, dass Heike ihn seinen Sohn Finn nicht mehr sehen lässt. Mit detaillierten und geschickten Fragen geht Richter Ulrich Wetzel der Sache auf den Grund und nimmt alle Beteiligten in die Mangel. Wird Marc für seine Tat bezahlen müssen?

 

Fr, 7.6., 15:20 – 16:10 Uhr, RTL plus
Das Familiengericht: Das fatale Besäufnis/Die schöne Nachbarin (Doku/Reality, D 2002)

Thorsten Grosche (31) und Daniel Tröster (28) haben nach vier Jahren Beziehung eine sogenannte 'Homo-Ehe' geschlossen. Als kurz nach der Trauung bei Daniel HIV diagnostiziert wird, beantragt Thorsten die sofortige Auflösung der Ehe. Denn er glaubt, dass Daniel ihn nur des Unterhaltes wegen geheiratet habe. Daniel beteuert jedoch seine Unschuld: Er habe vor der Ehe nichts von seiner Erkrankung gewusst.

 

Sa, 8.6., 6:25 – 7:20 Uhr, Arte
Elton John – A Singular Man (Dokumentation, D 2015)

Der britische Popsänger, Pianist und Komponist Elton John blickt auf eine lange Karriere im Musikgeschäft zurück. Er ist vor allem bekannt durch unsterbliche Hits, aber auch für seinen Einsatz für die Rechte von Homosexuellen. In einem exklusiven Interview für diese Dokumentation äußert er sich zu den Höhen und Tiefen seiner Karriere und seines Lebens, aber auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Der Film erzählt die Geschichte des Musikers von den Anfängen bis heute. Archiv-Ausschnitte, seine großen Hits sowie Statements von Wegbegleitern und Experten ergänzen das Exklusiv-Interview.

 

Sa, 8.6., 6:55 – 7:40 Uhr, ZDF neo
Terra X: Faszination Erde – mit Dirk Steffens: Kongo – Ein Fluss, zwei Welten (Dokumentation, D 2018)

Hektisches Treiben und Kreischen mitten im dichten Urwald nördlich des Kongoflusses: Hier gehen unsere nahen Verwandten – die Schimpansen – gerade auf die Jagd. Doch um Nahrung geht es nicht: Die Tiere wollen Eindringlinge vertreiben. Im Norden des Kongobeckens herrscht Krieg unter den Primaten – die Schimpansen sind aggressiv, sie töten – und sie sind Kannibalen. Doch es gibt eine andere Art, die uns ebenso nah verwandt ist und die den Schimpansen zum Verwechseln ähnlich sieht: die Bonobos. Sie leben in den Wäldern südlich des Kongoflusses. Und sie sind ganz anders als die Schimpansen. Die Anführer sind Weibchen. Wenn es in der Gruppe Konflikte gibt, lösen sie die Bonobos auf eine ganz eigene Art – mit Sex. Bonobos haben sieben Mal häufiger Sex als Schimpansen. Und bei den Bonobos kann jeder mit jedem Sex haben: Es gibt heterosexuelle und homosexuelle Kontakte, Sex zwischen Individuen unterschiedlichen Alters und sogar manuelle Stimulation zur Befriedung von Streitigkeiten. So bauen die Bonobos Spannungen ab. Sie gelten als die „Hippies“ unter den Primaten. Doch warum verhalten sich Schimpansen aggressiv und Bonobos friedlich? Dirk Steffens begibt sich mit Forschern auf einen tagelangen Fußmarsch in den abgelegenen Dschungel des Kongobeckens, um den Verhaltensunterschieden auf die Spur zu kommen.

 

Sa, 8.6., 8:35 – 9:20 Uhr, RTL plus
Das Familiengericht: Das fatale Besäufnis/Die schöne Nachbarin (Doku/Reality, D 2002)

Thorsten Grosche (31) und Daniel Tröster (28) haben nach vier Jahren Beziehung eine sogenannte 'Homo-Ehe' geschlossen. Als kurz nach der Trauung bei Daniel HIV diagnostiziert wird, beantragt Thorsten die sofortige Auflösung der Ehe. Denn er glaubt, dass Daniel ihn nur des Unterhaltes wegen geheiratet habe. Daniel beteuert jedoch seine Unschuld: Er habe vor der Ehe nichts von seiner Erkrankung gewusst.

 

Sa, 8.6., 18:45 – 20:15 Uhr, ONE
Ein Sommernachtstraum (Spielfilm, GB 2016)

Shakespeares Komödienklassiker in einer neuen filmischen Adaption von Russell T. Davies, der die Neuauflage der britischen Kultserie „Doctor Who“ sowie die Serien „Torchwood“, „Cucumber“, „Banana“ und „Queer as Folk“ entwickelte.

 

Sa, 8.6., 19:30 – 20 Uhr, Arte
Frauenfußball in Kabul – Ein Tor für die Freiheit (Dokumentation, D 2018)

Fußball für Mädchen ist für viele afghanische Familien ein Tabu. Damit ist Madina Azizi als Spielerin und als Trainerin einer Mädchenmannschaft konfrontiert. Mit 20 Jahren ist für die meisten jungen Frauen Schluss mit Fußball, weil sie dann das heiratsfähige Alter erreicht haben. Kaum eine verheiratete Frau darf Sport treiben. Das macht es schwer, Frauenvereine aufzubauen und am Leben zu erhalten. „Ich versuche, mehr Sportkultur in mein Land zu bringen, damit auch Mädchen Sport treiben können. Wenn ich mich nicht dafür einsetze, wer tut es dann?“, fragt Madina Azizi aus Kabul. Die 23-Jährige ist ehemalige Nationalspielerin Afghanistans. Dafür wird sie allerdings nicht nur gefeiert, sondern auch angefeindet. Unterstützt wird Madina Azizi von Khalida Popal, die 2008 die erste Kapitänin der afghanischen Frauen-Nationalmannschaft war. Mittlerweile lebt Khalida Popal in Dänemark, weil sie in Kabul um ihr Leben fürchtete. Sie versucht aber weiterhin, den aktiven Frauen in ihrer Heimat zu helfen und den Sport zu professionalisieren. Gemeinsam engagieren sich die beiden Frauen für mehr weibliche Selbstbestimmung in einer traditionellen, patriarchalischen Gesellschaft.

 

Sa, 8.6., 22:35 – 0:40 Uhr, RTL II
Jackie Chan: Under Control (Actionfilm, HK 1999)

An einem Strand in Taiwan findet Bu eine angeschwemmte Flaschenpost mit einem Liebesbrief darin. Sie ist hingerissen von den romantischen Worten eines Alberts aus Hongkong. Hat sie den Mann ihrer Träume gefunden? Tatsächlich macht sie jenen Albert ausfindig, doch der entpuppt sich als schwul.

 

Sa, 8.6., 0:15 – 2:15 Uhr, 3sat
Life Ball 2019 – Die Eröffnung (Gala, A 2019)

Der „Life Ball“ ist Europas größte Benefiz-Veranstaltung zugunsten HIV-infizierter und an AIDS erkrankter Menschen. 3sat zeigt die Eröffnung vom „Life Ball 2019“ live zeitversetzt aus Wien. Unter dem Motto „United in Diversity. Walking on the yellow brick road towards an end to AIDS“ begibt sich der diesjährige „Life Ball“ auf eine Reise über den Regenbogen und landet mit einer umherziehenden Zirkustruppe in einer fantastischen Welt der Farben. Auf dem Weg finden sich mehr und mehr skurrile Figuren zusammen, alle auf ihre Art „Freaks“, jeweils auf der Suche nach einem Zuhause, nach Herz, Verstand und Mut. Der gemeinsame Weg zeigt sich dabei als das Ziel und in Wahrheit als nie endend, denn die Eigenschaften, die jeder in sich selbst findet, können nur gemeinsam zur Entfaltung gelangen.

 

So, 9.6., 9:15 – 10 Uhr, tagesschau24
Der „Schwulen-Paragraf“ – Geschichte einer Verfolgung (Dokumentation, D 2019)

Man nannte sie „die 175er“. Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts“ begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Die Nazis verschärften ihn, erhöhten die Strafen. Viele landeten im Konzentrationslager. Frei aber waren sie auch nach dem Krieg nicht. Die junge Bundesrepublik übernahm den Paragrafen 175 in seiner verschärften Form eins zu eins von den Nazis. Wer das KZ überlebt hatte, musste damit rechnen, erneut ins Gefängnis gesteckt zu werden, um die Reststrafe abzusitzen. Selbst das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1957, dass der Paragraf 175 mit dem Grundgesetz im Einklang stehe: Männer, die mit Männern Sex hatten, wurden in der Bundesrepublik weiter verfolgt. Nach Schätzungen des Justizministeriums wurde gegen 100.000 Männer ermittelt, 64.000 hat man verurteilt. Der Paragraf hat Leben zerstört, Existenzen vernichtet.

In diesem Film berichten Zeitzeugen davon. So wie der 80-jährige Hermann Landschreiber aus Gelnhausen, den die Polizei 1966 vom Postamt abgeführt hat, weil die Mutter seines Exfreundes ihn angeschwärzt hatte. Oder Günther Werner, der im katholischen Franken mit einem amerikanischen Soldaten in flagranti erwischt wurde und deshalb im Jugendarrest landete. Sie alle sprechen über ihre Verhaftung, den Knast, ihre Angst, erwischt zu werden oder erpressbar zu sein, aber auch über ihren Wunsch, trotzdem ein selbstbewusstes schwules Leben zu führen. Sie lassen uns verstehen, wie lang und beschwerlich der Weg war von der damals verbotenen Sexualität und Heimlichkeit bis hin zur Schwulenehe heute. Wie sieht jemand wie Klaus Beer diese Entwicklung? Sechs Männer hat er als Richter wegen Verstoßes gegen Paragraf 175 verurteilt. Er setzt sich offen mit seiner beruflichen Vergangenheit auseinander. Wie dachte er damals, wie denkt er heute über diese Urteile?

Der Film führt auch in die ehemalige DDR, wo der Paragraf viel früher außer Kraft gesetzt und schon 1988 endgültig abgeschafft wurde. Lebten männerliebende Männer oder lesbische Frauen in der DDR also angstfrei, weil ihr Sex nicht mehr strafbar war? Wann kamen sie trotzdem ins Visier der Staatsmacht? Wolfgang Schmidt war Leiter der Auswertungs- und Kontrollgruppe in der Hauptabteilung XX des Ministeriums für Staatssicherheit. Er gibt offen Auskunft, warum man sich dort mit den Schwulen- und Lesbengruppen beschäftigte. Die lesbische Aktivistin Karin Dauenheimer wurde Anfang der 80er Jahre observiert. Für den Film öffnet sie ihre Stasi-Akte. Frauen, die Frauen liebten, fielen nicht unter den Paragrafen 175, ihnen drohte also auch im Westen keine Strafverfolgung. Hatten sie deshalb wirklich ein sorgenfreieres Leben? Auch darauf findet der Film Antworten.

Marco Giacopuzzi geht mit großer Sensibilität auf seine Zeitzeugen zu. Sein Film zeigt eindrucksvoll, wie ein menschenverachtender Paragraf und brutale Diskriminierung das Leben unschuldiger Männer und auch Frauen zerstörte, und warum es so lange dauerte, bis der Paragraf 175 aus der bundesdeutschen Rechtsprechung endlich verschwand. Erst 2017 beschloss die Bundesrepublik ein Gesetz zur Rehabilitierung aller Opfer des Paragrafen. Doch nur wenige trauten sich, einen Antrag zu stellen, und die meisten waren ohnehin verstorben.

 

So, 9.6., 10:35 – 11:05 Uhr, ONE
Denver Clan ohne Maske: Großes Geld (5) (Dokureihe, D 1995)

Als homosexueller Carrington junior gehörte der Schauspieler Al Corley kurze Zeit dem „Clan“-Ensemble an. Er stieg aus, nachdem er festgestellt hatte, dass der Mensch Corley mehr und mehr mit der Serienfigur verwechselt wurde. 1992 sieht er die Kolleginnen und Kollegen wieder, fragt nach ihrem Leben heute und danach, wie der Erfolg der Serie einst ihr Leben verändert hat. „War die Serie größer als das Leben?“ – Der schwarze Garderobier Joey Williams erinnert sich an das „beste Essen“, das von den „besten Firmen“ ins Atelier geliefert wurde. „Es war enorm. Es gab ein großes Frühstücksbuffet, wie im Fünf-Sterne-Hotel. Man konnte schmecken, wie die Serie beim Publikum ankam“. Die Serie war „größer als jede Show, jede andere Serie. Und sie wird so in Erinnerung bleiben“.

 

So, 9.6., 11:05 – 11:35 Uhr, ONE
Denver Clan ohne Maske: Niedergang und Alter (6) (Dokureihe, D 1995)

Nach etwa sechs Jahren kam die Wende, erzählt Nolan Miller, Kostümbildner bei „Denver Clan“, „und zuletzt war es eine ungeheure Quälerei“. Für die Schauspielerin Heather Locklear lohnte es sich irgendwann nicht mehr, am Mittwochnach Hause zu gehen, um die Sendung zu sehen. „Ich denke, jeder hatte es einfach satt. Man hatte das Gefühl, alles geht zu Bruch.“ 1989 kam dann tatsächlich das Aus für die Serie – nach 217 Folgen. Nolan Miller: „Das Fernsehen verschleißt alles. Wenn eine Serie neun Jahre gelaufen ist, dann bleibt das Publikum einfach weg und sucht sich etwas anderes“. Im Herbst 1992 waren der Autor und Regisseur Horst Königstein und der Schauspieler Al Corley, der Anfang der 80er zwei Jahre lang dem „Denver“-Ensemble angehört hatte, unterwegs in den USA. Von den Stars der erfolgreichsten Fernsehserie jener Jahre wollten Königstein und Corley wissen, was es bedeutete, über so lange Zeit zwei Leben zu führen, als Künstler und Mensch und als Mitglied einer Fernsehfamilie. Linda Evans weint vor Königsteins Kamera, wenn sie über den Abschied vom „Denver Clan“ spricht. Sie empfand ihn als Abschied von einer Familie. Linda Evans ist überrascht von ihren Tränen, denn sie selbst war es, die raus wollte aus der Serie. Ihre Gegenspielerin Joan Collins, 'das Biest', lässt sich in der Dokumentation überreden zu einer Antwort auf die Frage, was denn wichtig sei für sie heute, in der Nach-Denver-Zeit. „Meine Kinder und meine Freunde sollen sich erinnern“, so Collins, „und sie sollen sagen: die war in Ordnung!“

 

So, 9.6., 18:45 – 19:15 Uhr, Das Erste
Lindenstraße (1723): Vermutungen (Serie, D 2019)

Lea verträgt ihre Medikamente gut. Doch wie ihr Umfeld mit ihrer HIV-Infektion umgeht, belastet sie sehr. Die Stigmatisierung setzt ihr arg zu. Um Lea vor Roland zu schützen, beschließt Konstantin, endlich einen Test zu machen. Während Klaus den Bürgerprotest und die Demo gegen den Hotelbau in der Lindenstraße vorbereitet, wird ein Anschlag auf das Schaufenster des Hotel-Showrooms verübt. Kreitmayr, ein Kollege von Nina, befragt Klaus dazu. Als Klaus einer rechten Gruppe die Teilnahme an der Demo verweigert, werden er und Neyla im Internet bedroht. Gibt es da einen Zusammenhang? Während Paul am Nachmittag glücklich seine erste Intimität mit Mika im Bauwagen erlebt, erfährt Murat von Klaus, dass ihn Pauls Humpeln an den Täter des Anschlags auf den Hotel-Showroom erinnert. Murat ist irritiert: Hat Paul etwas damit zu tun?

 

So, 9.6., 23:55 – 0:20 Uhr, Arte
Move! Tunesien: Travestie und Demokratie (Magazin, D 2019)

In „Move!“ begibt sich die luxemburgische Tänzerin und Choreographin Sylvia Camarda auf eine tänzerische Forschungsreise zwischen Afrika und Europa. Gemeinsam mit Tänzern, Kunstschaffenden und Bewegungsexperten fragt sie: Was prägt unsere Moves? Welche Rolle spielen Tradition, Politik, Geschlecht oder Herkunft? Was bewegt uns Menschen? In einem Land, in dem auf Homosexualität eine Gefängnisstrafe steht, bewegt sich der Protest für sexuelle Selbstbestimmung vor allem in den sozialen Netzwerken. Sylvia trifft in Tunis Khookha McQueer – die Ikone der queeren Community. Die tunesische Dragqueen präsentiert ihren Körper online als politisches Kunstwerk und kämpft für Gleichberechtigung. Gemeinsam mit ihr versucht Sylvia die Geschlechtergrenzen zu durchbrechen.

 

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