QueerScreen 10.06.–16.06.19

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille. 

Mo, 10.6., 5:10 – 5:55 Uhr, NITRO
Das Strafgericht: Papa Marcella (Doku-Serie, D 2007)

Der transsexuelle Marc wird beschuldigt, Thorsten, den neuen Lebensgefährten seiner Frau Heike, in eine Baugrube gestoßen zu haben. Er macht Thorsten dafür verantwortlich, dass Heike ihn seinen Sohn Finn nicht mehr sehen lässt. Mit detaillierten und geschickten Fragen geht Richter Ulrich Wetzel der Sache auf den Grund und nimmt alle Beteiligten in die Mangel. Wird Marc für seine Tat bezahlen müssen?

 

Mo, 10.6., 2:55 – 3:45 Uhr, Arte
Pedro Almodóvar und seine Frauen (Dokumentation, F/E 2015)

Ob Mutter, Ehefrau oder Geliebte, ob überdreht, schrill oder bunt – Frauen spielen in Pedro Almodóvars Werk schon immer eine zentrale Rolle. Sie inspirieren ihn zu seinen Geschichten, spielen Charakterrollen und verleihen seinen Casts Glanz und Glamour. In jeder Schaffensphase hatte der spanische Regisseur seine Muse: Carmen Maura in den aufsehenerregenden, gewagten Debütfilmen, Victoria Abril in den sinnlich-abgründigen Streifen der zweiten Schaffensphase, Marisa Paredes in den Filmen der Reifejahre und schließlich Penélope Cruz in den Welterfolgen der jüngeren Zeit. Doch Almodóvar ersetzt nicht einfach eine Schauspielerin durch eine andere, vielmehr sind sie alle präsent im unnachahmlichen Mikrokosmos seines Œuvres.

Aber wie ist aus dem bekennenden Homosexuellen und notorischen Provokateur ein solch meisterhafter Interpret weiblicher Zwischentöne geworden? Aus der Sicht der berühmten Almodóvar-Diven wird deutlich, dass Frauen der Dreh- und Angelpunkt und weibliche Emotionen ein unentbehrliches Element in Almodóvars Filmen sind. Mit Frauenfiguren ließen sich Gefühle einfach tiefer ausloten, sagte der Regisseur einmal selbst.

Die Erzählungen der Schauspielerinnen fügen sich zu einem Gesamtbild von Almodóvars Leben und Schaffen. Das Porträt führt von der Persönlichkeit des in der Franco-Ära aufgewachsenen Jungen bis hin zu den künstlerischen Visionen, die der Filmemacher im modernen, demokratischen Spanien der Movida verwirklichen konnte. Aus erster Hand beleuchten die Heldinnen seiner Filme eine außerordentlich erfolgreiche Laufbahn, die Almodóvar von La Mancha nach Hollywood führte und der Welt auch ein neues Bild seines Heimatlandes Spanien vermittelte.

 

Di, 11.6., 20:15 – 21 Uhr, ZDF info
ZDFzeit: Dianas Vermächtnis (Dokumentation, D 2017)

Ehedrama, Bulimie, Selbstmordversuche: Prinzessin Diana trug intime Details in die Öffentlichkeit und erschütterte so die Monarchie. Ihr früher Tod machte sie endgültig zum Mythos. „ZDFzeit“ rekonstruiert Leben und Leiden der „Prinzessin der Herzen“ mithilfe jener Menschen, denen sich Diana anvertraute – und zeigt, wie sie ihren Feldzug gegen das Königshaus plante und vollendete.

 

Mi, 12.6., 21:30 – 22 Uhr, RTL plus
Alles Atze: Samenraub (Comedy, D 2001)

Hannah outet sich als Lesbe, die seit drei Jahren eine feste Beziehung hat und eigentlich nur das eine von Atze will: Ein Kind! Ein klarer Fall von Samenraub bahnt sich an.

 

Mi, 12.6., 22:40 – 0:25 Uhr, ONE
Ich bin der Boss – Skandal beim FBI (Spielfilm, USA 1977)

Im Jahr 1924 wird der junge J. Edgar Hoover zum Direktor des neu strukturierten „Bureau of Investigation", das 1935 in FBI umbenannt wird – eine Position, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1972 innehaben wird. Im Lauf der Jahre nutzt Hoover seine stetig wachsende Macht, um neue, effizientere Fahndungsmethoden zu etablieren, aber auch, um unliebsame Politiker und Prominente auszuspionieren. Die Ergebnisse seiner Abhöraktionen sammelt er in zahllosen privaten Akten: Ein Archiv der Indiskretionen. Sein eigenes Privatleben hält er indes streng geheim, und obwohl er als heimlicher Homosexueller gilt, denunziert er andere Prominente aufgrund ihrer sexuellen Neigungen.

 

Mi, 12.6., 0:20 – 0:48 Uhr, MDR
Kroymann (Comedy, D 2019)

Sketch-Comedy mit Maren Kroymann.

 

Mi, 12.6., 1:45 – 2:30 Uhr, ZDF info
auslandsjournal – die doku: Das neue Brasilien – Rechtsruck unter Bolsonaro (Dokumentation, D 2019)

Mit Amtsantritt des ehemaligen Fallschirmjäger-Hauptmanns Jair Bolsonaro am 1. Januar 2019 hat sich Brasilien verändert. Sein politischer Stil wird zwischen rechtspopulistisch bis faschistisch eingeordnet. Der Wahlsieg Bolsonaros ist das Ergebnis eines langen Machtkampfs in Brasilien. Die streng konservativen Kräfte haben sich mit seiner Wahl durchgesetzt. Besonders drei Gruppen haben ihn unterstützt: Großgrundbesitzer, evangelikale Christen und das Militär – Beef, Bible and Bullets. Sie alle halten traditionelle Werte wie Familienstrukturen hoch, und sie lehnen Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe ab. Auf der anderen Seite befürworten sie das Recht, Feuerwaffen zu tragen, und betreiben das Abholzen des Regenwaldes im Interesse der Agrarindustrie. Ein radikaler Wandel spielt sich ab mit gravierenden Folgen für die brasilianische Gesellschaft.

 

Mi, 12.6., 4 – 4:30 Uhr, ZDF info
Amerikas neue Nazis – Täter und Strategen (Dokumentation, USA 2018)

Gruppierungen weißer Nationalisten in den USA haben nach den Demos in Charlottesville im Juli 2017 an Stärke gewonnen: Sie unterwandern das US-Militär und planen terroristische Anschläge. Die extremste Organisation der rechten Szene in den USA nennt sich „Atomwaffen Division“. Diese Gruppe hängt der Nazi-Ideologie an und predigt Hass auf Minderheiten, Schwule und Juden. Sie ruft zu Gewalttaten von Einzelkämpfern auf – solche wie bei dem Attentat in Pittsburgh. Die Ideologie der „Atomwaffen Division“ basiert einem Insider zufolge auf Schriften des Neonazis James Mason. Der hat in den 1980er-Jahren einen Rundbrief mit dem Titel „Siege“, also „Belagerung“, veröffentlicht. Mason gilt als letzter in einer langen Reihe von Nazi-Anführern, die ihre Rolle vom Gründer der amerikanischen Nazi-Partei, George Lincoln Rockwell, übernommen haben. Der hatte sich an Adolf Hitler orientiert.

 

Do, 13.6., 21:30 – 21:55 Uhr, ONE
Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres: Comfort-Lingerie (Staffel 2, Folge 2) (Serie, D 2017)

Ingos Ex Chef und Innungspräsident Ernst Seibert, der neben seinem Funktionärsamt auch immer noch im eigenen Salon Seibert das Sagen hat, lässt sich von Ingo die Haare machen, um unverhohlen die neue Situation im Salon auf den Prüfstand zu stellen. Schnell fällt auf, dass Jennifer schneidet, obwohl sie gar keine richtige Ausbildung hat. Um vor der Innung das Gesicht zu wahren, putzt Ingo Jenni öffentlich runter. Trotzig versucht Jennifer abermals, sich mit einer eigenen Geschäftsidee zu emanzipieren. Da kommt Kollegin Bettina mit ihrem aufgepushten Hintern gerade recht. „Bodyforming Underwear“! Jennifer will, unterstützt von Oma, ihre eigene Wäscheparty veranstalten und sieht sich schon als Topsellerin der Firma Comfort-Lingerie. Ein tragischer Todesfall ändert alles.

 

Do, 13.6., 21:55 – 22:25 Uhr, ONE
Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres: Der Hundesalon (Staffel 3, Folge 1) (Serie, D 2018)

Als Dietmar Brehme von Manni Schweers zurück in den Salon gezwungen wird, steht es schlecht um Jennis Zukunft: als ungelernte Kraft wird sie bis auf weiteres zum Azubi degradiert und darf nur noch fegen. Doch Jenni lässt sich nicht unterkriegen und plant bereits ihre Karriere als Hundefriseurin. Mit Ingos Hilfe wird sie stolze Besitzerin eines eigenen Salons in seinem alten Wohnmobil. Doch Ingos Hundehaarallergie stellt ihre Beziehung und Jennis Karriere auf eine harte Probe.

 

Fr, 14.6., 22:50 – 0:35 Uhr, ZDF neo
Silent Witness: Der Gnadenschuss (1 + 2) (Serie, GB 2014)

David Bennetto hat fünf Jahre und vier Monate im Gefängnis verbracht. Er war wegen Mordes an zwei schwulen Männern verurteilt worden. Doch nun ist sein Fall wieder neu aufgerollt worden. Dank Nikkis Unterstützung gelingt es Bennettos Anwalt, Greg Walker, die Entlassung seines Mandanten zu erwirken. Das ist besonders für DI Klein ein schwerer Schlag. Sie hat ihn damals hinter Gitter gebracht und ist immer noch fest von der Schuld Bennettos überzeugt. Kaum ist Bennetto frei, wird eine neue Leiche aufgefunden, an nahezu derselben Stelle wie die beiden zuvor. Sofort fällt der Verdacht auf Bennetto. Zu allem Überfluss reiht sich auch noch ein belastender Beweis an den anderen. Zu nahtlos, findet Nikki und hält weiter zu Bennetto. Werden hier Beweise gefälscht? Wer kennt Bennetto so gut, dass er ihn so in die Falle locken kann? Und was ist das wahre Motiv für die Morde?

 

Fr, 14.6., 0:05 – 0:55 Uhr, ONE
In the Club (Staffel 2, Folge 1) (Serie, Gb 2015)

In der zweiten Staffel dieser BBC Serie um sechs Frauen, die sich in einem Geburtsvorbereitungskurs kennengelernt haben, geht es jetzt weiter um das Thema Betreuung und Beziehungen.

Susie und Claire, Susies neue Lebensgefährtin, bereiten das Haus für Dinahs Taufe vor. Sie verkünden Jude und Rosie, dass das Haus verkauft ist, sie sich aber vorerst nichts Neues suchen werden, da sie vorhaben, zu reisen, und den beiden somit vorerst keine Wohnmöglichkeit bieten können . Für Rosie und Jude ein Schock. Sie erwarten ihr zweites Kind und haben keine finanziellen Möglichkeiten, um ihr Leben selbstständig zu bewältigen. Bei Dinahs Taufe kommt es zu einem Eklat. Unter anderem auch, weil Kim als Einzige nicht wusste, dass Susie eine neue Lebensgefährtin hat. Bei Rosie löst der ganze Stress die Geburt ihres zweiten Kindes aus.

 

Sa, 15.6., 19:25 – 20:15 Uhr, ZDF
Dr. Klein: Perfekte Welt (Serie, D 2014)

Holger, Patrick und Carolin sind zusammen aus und werden beim Verlassen einer Schwulendisco von Rechtsradikalen aufgemischt. Darunter ist auch Hans Schmidt, der Rädelsführer, den sie kurz darauf in der Rosenstein-Kinderklinik wiedertreffen, wo Holgers Verletzungen versorgt werden. Patrick ist auch aus einem anderen Grund geschockt: Seine Eltern sind auf der Durchreise und haben sich zu Besuch angemeldet. Um Ruhe vor unnützen Diskussionen zu haben, bittet er Magnus, noch einen Abend das perfekte Paar zu geben. Magnus willigt ein, doch der Abend wird zum Desaster.

 

Sa, 15.6., 0:30 – 1:20 Uhr, 3sat
Die Lust der Männer (Dokumentation, A 2011)

Der Dokumentarfilm erzählt von männlicher Erotik und Sexualität im Alter, von Liebeswirren, Rollenbildern, Ängsten und Verlusten, aber auch von einer neu entdeckten Sinnlichkeit und frisch erworbenen Freiheiten in fortgeschrittenen Jahren. Fünf Männer erzählen, wie sie es geschafft haben, sich mit ihrem alternden Eros anzufreunden: ein hedonistischer Künstler, für den das größte Glück seine späte Vaterschaft ist, ein überzeugter Monogamist, ein Spiritueller, der in der Liebe zu einer Frau die wahre Erleuchtung findet, ein philosophierender Cowboy mit schwerer Kindheit und ein homosexueller Feingeist, dessen geradlinige Sicht auf sich und die Liebe den Rest der Gesellschaft als „vom anderen Ufer“ erscheinen lässt. Sie alle erinnern sich an Zeiten, als das Ego und die Lust sie noch dominierten. Sie reflektieren darüber, wie sich das Mann-Sein verändert, sobald die Hormone nicht mehr verrücktspielen.

 

So, 16.6., 7:15 – 8 Uhr, Arte
Frauenfußball in Kabul – Ein Tor für die Freiheit (Dokumentation, D 2018)

Fußball für Mädchen ist für viele afghanische Familien ein Tabu. Damit ist Madina Azizi als Spielerin und als Trainerin einer Mädchenmannschaft konfrontiert. Mit 20 Jahren ist für die meisten jungen Frauen Schluss mit Fußball, weil sie dann das heiratsfähige Alter erreicht haben. Kaum eine verheiratete Frau darf Sport treiben. Das macht es schwer, Frauenvereine aufzubauen und am Leben zu erhalten. „Ich versuche, mehr Sportkultur in mein Land zu bringen, damit auch Mädchen Sport treiben können. Wenn ich mich nicht dafür einsetze, wer tut es dann?“, fragt Madina Azizi aus Kabul. Die 23-Jährige ist ehemalige Nationalspielerin Afghanistans. Dafür wird sie allerdings nicht nur gefeiert, sondern auch angefeindet. Unterstützt wird Madina Azizi von Khalida Popal, die 2008 die erste Kapitänin der afghanischen Frauen-Nationalmannschaft war. Mittlerweile lebt Khalida Popal in Dänemark, weil sie in Kabul um ihr Leben fürchtete. Sie versucht aber weiterhin, den aktiven Frauen in ihrer Heimat zu helfen und den Sport zu professionalisieren. Gemeinsam engagieren sich die beiden Frauen für mehr weibliche Selbstbestimmung in einer traditionellen, patriarchalischen Gesellschaft.

 

So, 16.6., 14:50 – 16:30 Uhr, ZDF
Mamma Mia! (Musicalfilm, USA 2008)

Die hübsche Sophie möchte gern von ihrem Vater an den Traualtar geführt werden. Da ihre Mutter jedoch ein wildes Leben führte, hat sie gleich drei zur Auswahl. Zu den Hochzeitsfeierlichkeiten auf einer griechischen Insel sind als potenzielle Väter angereist: ein attraktiver Geschäftsmann, ein englischer Gentleman und ein alternativer Weltenbummler. Die mit Meryl Streep, Pierce Brosnan, Amanda Seyfried und Colin Firth hochkarätig besetzte Verfilmung des gefeierten gleichnamigen Musicals, in dem ein ABBA-Hit den anderen jagt, war ein weltweiter Kinoerfolg.

 

So, 16.6., 22:35 – 0:05 Uhr, 3sat
Liebling, lass uns scheiden (Spielfilm, CH 2006)

Oliver fällt aus allen Wolken, als seine Frau Franziska die Scheidung will, obwohl er sich all die Jahre aufopfernd um Haushalt und Kinder gekümmert hat, damit sie Karriere machen konnte. Doch sie liebt ihn nicht mehr. Denn aus dem kreativen Draufgänger von früher ist ein depressiver Hausmann geworden. Als Oliver realisiert, dass Franziska von ihrem Chef Maik umworben wird, rappelt er sich zum Kampf um seine große Liebe auf. Oliver, der seinen Traum, als Kunstmaler erfolgreich zu sein, für Franziskas Karriere geopfert hat, ist völlig am Ende und sucht Rat bei seinem homosexuellen Freund Willy. Doch dieser hat selbst Probleme. Zum einen will er die Urne mit der Asche seiner toten Mutter loswerden, ohne dafür zu bezahlen, und zum anderen sehnt er sich nach einer festen Beziehung.

 

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