QueerScreen 18.11.–24.11.19

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille. 

Di, 19.11., 22:10 – 23:40 Uhr, WDR
Aufbruch ins Ungewisse (Fernsehfilm, D 2018)

In naher Zukunft: Europa ist im Chaos versunken. Rechtsextreme haben in vielen Ländern die Macht übernommen. Aus dem demokratischen Staat, der Deutschland einmal war, ist ein totalitäres System geworden, das Andersdenkende, Muslime und Homosexuelle verfolgt. Jan Schneider (Fabian Busch) hat sich als Anwalt auf die Seite enteigneter Opfer gestellt. Als er erfährt, dass ihn das Regime erneut ins Gefängnis stecken will, beschließt er zu fliehen. Sein Ziel ist die Südafrikanische Union, die nach einem Wirtschaftsboom politische und ökonomische Stabilität genießt. Ein Frachter soll ihn, seine Frau Sarah (Maria Simon) und die beiden Kinder Nora (Athena Strates) und Nick (Ben Gertz) gemeinsam mit anderen Flüchtlingen nach Kapstadt bringen, doch die Schlepper setzen ihre Passagiere in viel zu kleinen Booten vor der Küste Namibias aus. Auf rauer See kommt es zur Katastrophe, der kleine Nick geht verloren, und niemand weiß, ob er das Ufer erreichen konnte. Voller Verzweiflung begeht Sarah einen Fehler: Sie lässt sich in Namibia registrieren, einem angeblich sicheren Drittstaat, der tatsächlich aber seit kurzem alle Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer abschiebt. Unter lebensgefährlichen Umständen geht die Flucht bis nach Südafrika weiter, wo die Flüchtlinge im Lager darauf warten, zum Asylverfahren zugelassen zu werden. Zum Nichtstun verdammt, bleibt der Familie nichts als die Hoffnung, dass Nick doch noch gefunden wird und man sich eine gemeinsame Zukunft aufbauen kann. In dieser Extremsituation entfremdet sich Nora immer mehr von ihren Eltern, und auch zwischen Jan und Sarah kriselt es. Die Registrierung in Namibia hat Sarah ihrem Mann und den Behörden verschwiegen. Doch die beiden Länder sind gut vernetzt.
 
Mi, 20.11., 12 – 12:30 Uhr, 3sat
37° – Mutig, cool und unverschleiert: Frauen gründen eine liberale Moschee (Dokumentation, D 2018)

Marlene Löhr und Seyran Ates sind Musliminnen. Sie träumen von einer Moschee, in der Männer und Frauen gemeinsam beten können und in der ein liberaler Islam gelebt wird. Mit der Gründung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee geht 2017 ihr Traum in Erfüllung. Hier dürfen auch gleichgeschlechtliche und religionsübergreifende Ehen geschlossen werden, Frauen können auch unverschleiert beten. Doch die Realität holt die beiden Frauen schnell ein: Morddrohungen und Personenschutz durch das LKA gehören bald zu ihrem Alltag. Wie hoch ist der Preis, den sie für ihren Traum zahlen?
 
Do, 21.11., 7:50 – 8:05 Uhr, WDR
Planet Schule: Entscheide Dich! Cybermobbing – ignorieren oder anzeigen? (Reportage, D 2014)

Marcel ist unglücklich. Nachdem er sich im Internet als schwul geoutet hatte, wurde die Schule für ihn zur Hölle. Und nicht nur auf dem Pausenhof wurde er angefeindet. Vor allem im Internet gab es fast täglich Attacken: Zwei Schüler aus der Parallelklasse gründeten in einem sozialen Netzwerk eine sogenannte Hassgruppe. Hier wurde Marcel mit dem Tode bedroht. Marcels Mutter hat ihren Sohn damals dazu gebracht, bei der Polizei Anzeige gegen die Mobber zu erstatten. Und tatsächlich wurden seine Peiniger auch verurteilt. Doch die Mobbing-Erfahrung beschäftigt Marcel bis heute. Und er hat Angst, noch einmal Opfer von Cybermobbing zu werden. Würde er die Täter dann erneut anzeigen? Oder ist es vielleicht besser, Mobbing im Netz einfach zu ignorieren? Marcel möchte hierauf eine Antwort finden.
 
Do, 21.11., 18:30 – 19:20 Uhr, Arte
Das verborgene Leben der Bonobos (Dokumentation, D 2019)

Obwohl Bonobos unter den Primaten die nächsten Verwandten der Menschen sind, wissen wir nur sehr wenig über sie. Sie gelten untereinander als außergewöhnlich friedfertig und haben sehr oft Sex. Dabei sind sie sowohl hetero- als auch homosexuell aktiv. Während sich Schimpansen gegenseitig oft bekriegen und sogar töten, lösen Bonobos ihre Konflikte und Streitigkeiten mit Sex. Davon haben sie sieben Mal mehr als Schimpansen. Was sind die Ursachen für diese ausgeprägte Friedfertigkeit? Mit ungewöhnlichen Methoden will Leveda Cheng vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig dieses Phänomen erkunden und reist dafür tief in den Dschungel der Demokratischen Republik Kongo.
 
Do, 21.11., 20:15 – 22:15 Uhr, Pro Sieben
Queen of Drags (Show, D 2019)

In der neuen ProSieben-Show ziehen zehn Drag Queens aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in eine Luxus-Villa in Los Angeles und inszenieren Woche für Woche eine Varieté-Show, in der sie sich mit all ihren Facetten präsentieren: mal ladylike, mal etwas frech, mal berührend. ProSieben begleitet die zehn Ladys auf ihrem Weg und gewährt den Zuschauern einen Blick hinter die Kulissen der Drag Welt: Wer sind die Persönlichkeiten hinter den pompösen Kostümen? Was zeichnet eine „Queen of Drags“ aus? Wie verwandeln sich die Männer in extrovertierte Glamour-Ladys, die dem Studiopublikum mit ihren vielseitigen Talenten den Atem rauben? Und wie leben sie gemeinsam in ihrer Villa? Heidi Klum, Conchita Wurst und Bill Kaulitz stellen den Drag Queens jede Woche eine neue Aufgabe und bewerten, wer von ihnen das Motto am besten umsetzt und das Zeug zur „Queen of Drags“ hat. Unterstützt werden sie dabei in jeder Folge von einem Star-Gast. Passend zum Motto „The Art of Drag“ wird in der ersten Folge die bekannteste Drag Queen Deutschlands, Olivia Jones, die Jury ergänzen. Wer überzeugt mit dem spektakulärsten Outfit? Wer schafft es, in den Shows mit Persönlichkeit, Gesang, Tanz und außergewöhnlichem Entertainment das Publikum und die Jury zu faszinieren? Wer holt sich den Titel „Queen of Drags“?
 
Fr, 22.11., 23:30 – 0:30 Uhr, WDR
Domian live (Talk, D 2019)

Jürgen Domian ist zurück – live und ohne Tabus. In seiner Talkshow wird sich der Kult-Talker gewohnt unbefangen jedem erdenklichen Thema widmen. Es kann über alles gesprochen werden: Tragisches, Trauriges, Skurriles, Lustiges, Unterhaltsames, aber auch Streitbares. Das Besondere: Jürgen Domian kennt weder die Gäste noch die Themen, die sie in seine Sendung mitbringen. „Ich habe die Menschen und das Talken über die unterschiedlichsten Themen sehr vermisst“, sagt Domian. „Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet.“ Geplant sind zunächst vier Ausgaben, immer freitags im November, gleich nach dem „Kölner Treff“.
 
Sa, 23.11., 13:05 – 14 Uhr, rbb
Rund um ... den Friedrichstadtpalast: Jean Paul Gaultier – Couture für die Chorus Line (Dokumentation, D 2016)

Der französische Designer Jean Paul Gaultier gestattete einen exklusiven Blick hinter die Kulissen. Die Regisseurin Hilka Sinning konnte ihn bei der Arbeit mit dem Kreativ-Team des Friedrichstadt-Palastes begleiten. Der Film gewährt dem Zuschauer einen neuen und intensiven Blick auf das Schaffen des Stardesigners und zeichnet zugleich ein Porträt dieses Ausnahmekünstlers.
 
Sa, 23.11., 14 – 15:30 Uhr, rbb
Rund um ... den Friedrichstadtpalast: Las Vegas an der Spree – Glamour, Stars und Girls im Friedrichstadtpalast (Dokumentation, D 2019)

Hier waren sie alle zu Gast: die Showdiven Caterina Valente und Milva, die Publikumslieblinge Helga Hahnemann und Hape Kerkeling, Popsternchen wie Michelle und Vanessa Mai sowie legendäre Bands wie Abba, Puhdys und The Rubettes. Der Berliner Friedrichstadtpalast feiert Geburtstag. Seit 100 Jahren gibt es die Bühne an der Spree. Glitzernde Shows, große Stars und eine lange Revuetradition mit Girlreihe sind bis heute das Aushängeschild des Hauses. Markthalle, Zirkus, Theater und zu DDR-Zeiten der größte Unterhaltungssaal des Landes. Im Friedrichstadtpalast war und ist seit über 100 Jahren immer was los. 1972 startet hier der „Kessel Buntes“. Die größte Fernsehshow der Republik wird schnell zum Liebling der Zuschauer. Weltstars wie Mireille Mathieu, Udo Jürgens und Al Bano und Romina Power kommen gern in den Friedrichstadtpalast. Wiens Operettenstar Dagmar Koller fühlt sich hier zu Hause. Hape Kerkeling sucht den Grand-Prix-Teilnehmer. In „Der singende Palast“ erinnern wir an legendäre Auftritte und sensationelle Shows. Prominente wie Dagmar Koller, Dagmar Frederic, Walter Plathe, Solotänzer Rainer Genss und Schauspielerin Julia Richter erzählen von Erlebnissen im Berliner Friedrichstadtpalast.
 
Sa, 23.11., 21:45 – 22:45 Uhr, ZDF
Der Staatsanwalt: Liebe und Wut (Serie, D 2017)

Ein erschlagener junger Mann in einem Wiesbadener Park ruft Oberstaatsanwalt Bernd Reuther und die Kriminalhauptkommissare Kerstin Klar und Christian Schubert auf den Plan. Seit Kurzem ist der Park bekannt als Schwulen-Treffpunkt. Gehörte das Opfer zu dieser Szene? Ein vermeintlich braver Familienvater, der in einem Krankenhaus liegt, hat Verletzungen, die zu dem Tötungsdelikt passen. Doch der Verletzte leidet unter Gedächtnisverlust. Nachdem die Identität des Toten geklärt ist, recherchieren die Ermittler in dessen Familie und Bekanntenkreis. Der Vater scheint ein gestörtes Verhältnis zu seinem homosexuellen Sohn gehabt zu haben. Hätte er sein eigenes Kind töten können?
 
Sa, 23.11., 21:45 – 23:45 Uhr, ONE
Zerrissene Umarmungen (Spielfilm, E 2009)

Sekretärin Lena (Penélope Cruz) sorgt sich um ihren krebskranken Vater, den die Ärzte längst aufgegeben haben. Ihr wohlhabender Chef Ernesto lässt ihn in eine exklusive Privatklinik verlegen. Als Gegenleistung wird die ehemalige Schauspielerin zur Mätresse des reichen Bankiers, der sie in einen goldenen Käfig sperrt. Dass die frühere Schauspielerin eine Rolle in Mateo Blancos neuem Film annimmt, behagt dem eifersüchtigen Sugar Daddy gar nicht. Um Lena auf Schritt und Tritt überwachen zu können, beauftragt er seinen Sohn mit einer Dokumentation über die Dreharbeiten, deren Bilder er sich begierig ansieht.
Noch tiefer als sonst taucht Pedro Almodóvar mit diesem feinsinnigen Genremix ab in die für ihn typischen Labyrinthe der Leidenschaften – mit doppelbödigen Anspielungen und Verweisen auf die Kinogeschichte.
 
Sa, 23.11., 22 – 23:30 Uhr, rbb
Mordkommission Istanbul – Ausgespielt (Spielfilm, D 2015)

Eine junge Deutsche wird seit Tagen vermisst. Die Botschaft macht gewaltig Druck. Auch ohne Leiche ist dieser Spezialauftrag ein Fall für Kommissar Özakin. Doch der stößt nur auf jede Menge Lügen und Halbwahrheiten. Das gesamte Umfeld von Julia Bischoff scheint etwas zu verbergen. Besonders die Gastfamilie des deutschen Au-pairs schweigt sich aus. Als das Mädchen schließlich erstochen in einem Hinterhof aufgefunden wird, führen die Ermittlungen Özakin in einen Sumpf aus Manipulation und Erpressung. Der Fall konfrontiert ihn ebenso ganz unerwartet mit dem Versteckspiel homosexueller Fußballspieler.
 
So, 24.11., 20:15 – 22:10 Uhr, Arte
Carol (Spielfilm, GB/USA 2015)

New York, in den 1950er-Jahren. Die elegante Hausfrau Carol möchte ihrem goldenen Käfig entfliehen: Sie ist fest entschlossen, sich von ihrem wohlhabenden Ehemann Harge zu trennen und mit ihm das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter zu teilen. Was der wahre Grund für das Scheitern der äußerlich perfekten Ehe ist, darf niemand außer ihrer besten Freundin Abby wissen: Carol fühlt sich zu Frauen hingezogen. Als sie in einem Warenhaus die Verkäuferin Therese Belivet kennenlernt, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Auch die junge Frau, deren Freund Richard Semco bereits Pläne für eine gemeinsame Zukunft schmiedet, lässt sich auf das Abenteuer ein. Harge gibt jedoch nicht auf und fängt einen Scheidungskrieg an: Er will Carol ihre Tochter entziehen und sie so zwingen, in die Rolle als Ehefrau und Mutter zurückzukehren. Während Carol ihr neues Leben zu genießen beginnt, scheut er vor keinem Mittel zurück, ihren „unmoralischen“ Lebensstil auszuschlachten. Carol steht vor der schweren Wahl, sich für ihr Kind oder ihre Geliebte entscheiden zu müssen. Die zweifache Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett und Rooney Mara begeistern in dem eleganten Hollywood-Melodram „Carol“ als Liebespaar. Die Romanvorlage „Salz und sein Preis“ veröffentlichte Patricia Highsmith im Jahr 1952 unter Pseudonym, weil das damals brisante Thema einer gleichgeschlechtlichen Beziehung ihren Aufstieg als Krimiautorin hätte gefährden können.
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