QueerScreen 27.05.–02.06.19

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille. 

Mo, 27.5., 17:20 – 17:50 Uhr, ONE
Lindenstraße (1423): Der Coach (Serie, D 2013)

Tanja ist stinksauer: Sie hat Iris ihre Liebe gestanden, weil sie dachte, die Ärztin sei auch an ihr interessiert. Weit gefehlt: Iris wollte nur etwas über Homosexualität erfahren, weil sie 'befürchtet', dass auch ihre Tochter Lara lesbisch sein könnte.

 

Mo, 27.5., 18:15 – 18:45 Uhr, SWR
Mensch Leute: Zwei Väter, zwei Babys – vom Alltag schwuler Eltern (Reportage, D 2019)

Jonny und Stefan aus Stuttgart sind endlich Eltern. Sechs Jahre hat es gedauert, bis ihr Traum in Erfüllung ging. Mit Hilfe einer Leihmutter in den USA haben sie die Zwillinge Amalia und Aurelio bekommen, ihre eigenen leiblichen Kinder. Leihmutterschaft ist in Deutschland nicht gestattet, auch wenn immer mehr Verbände die Legalisierung fordern, von der auch nicht-homosexuelle Elternpaare profitieren würden. Die Reportage begleitet Jonny, Stefan und ihre Babys im Alltag, in dem sie viel Zustimmung und Zuneigung erfahren, aber auch Ablehnung, teils sogar aus der eigenen Familie. Jonnys Lieblingsschwester akzeptiert die „Väter-Familie“ nicht und hat den Kontakt abgebrochen. Stefans katholische Familie aus Oberschwaben steht voll hinter den beiden. Der Film zeigt die schmerzhaften Konflikte und wirft Fragen auf: Wie können homosexuelle Paare eine Familie gründen? Viele wünschen sich leibliche Kinder und weichen wegen des Verbotes von Leihmutterschaft ins Ausland aus – in die USA oder Osteuropa. Das kann hunderttausende Euro kosten. Regenbogenfamilien sind inzwischen gesellschaftliche Realität, aber nicht unbedingt angekommen in den Köpfen vieler Menschen. Es gibt noch viel Skepsis: Können Homosexuelle überhaupt Kinder großziehen? Fehlt da nicht die Mutter/der Vater? Was wird den Kindern zugemutet? Ist das medizinisch Machbare auch das moralisch Richtige oder bereits ein zweifelhafter Eingriff in die Natur? Und ist Leihmutterschaft nur etwas für Reiche?

 

Mo, 27.5., 21:45 – 23:35 Uhr, Arte
Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger (Spielfilm, I 1970)

Der Dottore, wie der Inspektor im Morddezernat von den Kollegen respektvoll genannt wird, ist soeben zu deren Chef ernannt worden. Weil seine Geliebte Augusta ihn gedemütigt hat, ermordet der krankhaft veranlagte Kommissar sie mit einer Rasierklinge. Anonym gibt er der Polizei einen Hinweis auf den Mord und hinterlässt am Tatort absichtlich Spuren, die auf ihn hinweisen. Die Polizei findet zahlreiche Fingerabdrücke sowie Fasern von Dottores Seidenkrawatte vor. Doch durch seine Stellung bei der römischen Polizei und der damit einhergehenden Unantastbarkeit seiner Person werden die vorgefundenen Hinweise von den Ermittlern ignoriert. Anstelle des Inspektors wird der Ex-Mann der Toten, ein Homosexueller, der Tat verdächtigt.

 

Mo, 27.5., 22:25 – 23:10 Uhr, ONE

The Heart Guy: Zurückversetzt (Staffel 1, Folge 1) (Serie, AUS 2016)

Ausgerechnet nach Whyhope wird Hugh Knight versetzt. Der erfolgreiche und begnadete Herzchirurg aus Sydney hat über die Stränge geschlagen und darf nicht mehr operieren. Er soll in der Provinzstadt wieder zur Vernunft kommen. In seiner Heimatstadt trifft er auf ein schlecht ausgerüstetes Provinzkrankenhaus. Der Verwaltungschef Ken ist chaotisch und jung, seine attraktive Vorgesetzte Penny nach eigener Aussage lesbisch und seine Sprechstundenhilfe Betty ein sehr gewissenhaft esoterischer Typ. Immerhin ist da die junge, quirlige Assistenzärztin Aoife und dann wäre da noch die wahrlich offenherzige Pharmavertreterin Kimberly.

 

Mo, 27.5., 23:30 – 0:15 Uhr, Das Erste
Der „Schwulen-Paragraf“ – Geschichte einer Verfolgung (Dokumentation, D 2019)

Man nannte sie „die 175er“. Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts“ begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Die Nazis verschärften ihn, erhöhten die Strafen. Viele landeten im Konzentrationslager. Frei aber waren sie auch nach dem Krieg nicht. Die junge Bundesrepublik übernahm den Paragrafen 175 in seiner verschärften Form eins zu eins von den Nazis. Wer das KZ überlebt hatte, musste damit rechnen, erneut ins Gefängnis gesteckt zu werden, um die Reststrafe abzusitzen. Selbst das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1957, dass der Paragraf 175 mit dem Grundgesetz im Einklang stehe: Männer, die mit Männern Sex hatten, wurden in der Bundesrepublik weiter verfolgt. Nach Schätzungen des Justizministeriums wurde gegen 100.000 Männer ermittelt, 64.000 hat man verurteilt. Der Paragraf hat Leben zerstört, Existenzen vernichtet.

In diesem Film berichten Zeitzeugen davon. So wie der 80-jährige Hermann Landschreiber aus Gelnhausen, den die Polizei 1966 vom Postamt abgeführt hat, weil die Mutter seines Exfreundes ihn angeschwärzt hatte. Oder Günther Werner, der im katholischen Franken mit einem amerikanischen Soldaten in flagranti erwischt wurde und deshalb im Jugendarrest landete. Sie alle sprechen über ihre Verhaftung, den Knast, ihre Angst, erwischt zu werden oder erpressbar zu sein, aber auch über ihren Wunsch, trotzdem ein selbstbewusstes schwules Leben zu führen. Sie lassen uns verstehen, wie lang und beschwerlich der Weg war von der damals verbotenen Sexualität und Heimlichkeit bis hin zur Schwulenehe heute. Wie sieht jemand wie Klaus Beer diese Entwicklung? Sechs Männer hat er als Richter wegen Verstoßes gegen Paragraf 175 verurteilt. Er setzt sich offen mit seiner beruflichen Vergangenheit auseinander. Wie dachte er damals, wie denkt er heute über diese Urteile?

Der Film führt auch in die ehemalige DDR, wo der Paragraf viel früher außer Kraft gesetzt und schon 1988 endgültig abgeschafft wurde. Lebten männerliebende Männer oder lesbische Frauen in der DDR also angstfrei, weil ihr Sex nicht mehr strafbar war? Wann kamen sie trotzdem ins Visier der Staatsmacht? Wolfgang Schmidt war Leiter der Auswertungs- und Kontrollgruppe in der Hauptabteilung XX des Ministeriums für Staatssicherheit. Er gibt offen Auskunft, warum man sich dort mit den Schwulen- und Lesbengruppen beschäftigte. Die lesbische Aktivistin Karin Dauenheimer wurde Anfang der 80er Jahre observiert. Für den Film öffnet sie ihre Stasi-Akte. Frauen, die Frauen liebten, fielen nicht unter den Paragrafen 175, ihnen drohte also auch im Westen keine Strafverfolgung. Hatten sie deshalb wirklich ein sorgenfreieres Leben? Auch darauf findet der Film Antworten.

Marco Giacopuzzi geht mit großer Sensibilität auf seine Zeitzeugen zu. Sein Film zeigt eindrucksvoll, wie ein menschenverachtender Paragraf und brutale Diskriminierung das Leben unschuldiger Männer und auch Frauen zerstörte, und warum es so lange dauerte, bis der Paragraf 175 aus der bundesdeutschen Rechtsprechung endlich verschwand. Erst 2017 beschloss die Bundesrepublik ein Gesetz zur Rehabilitierung aller Opfer des Paragrafen. Doch nur wenige trauten sich, einen Antrag zu stellen, und die meisten waren ohnehin verstorben.

 

Di, 28.5., 21:55 – 22:55 Uhr, Arte
Fritz Bauer – Generalstaatsanwalt. Nazi-Jäger (Dokumentation, F 2016)

Am 20. Dezember 1963 begann am Frankfurter Landgericht das erste große bundesdeutsche Gerichtsverfahren gegen Nazi-Kriegsverbrecher. Die Ermittlungen leitete ein hessischer Generalstaatsanwalt, der als Jude und Sozialdemokrat selbst vom NS-Regime verfolgt worden war: der schwule Jurist Fritz Bauer (1903-1968). In den Wirtschaftswunder-Jahren Deutschlands stellte er sich gegen eine Politik des Schweigens und Vergessens. Mit dem Prozess gewann die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in der Bundesrepublik Deutschland erstmals eine öffentliche Dimension.

 

Mi, 29.5., 10 – 10:45 Uhr, ZDF info
Auf Verbrecherjagd – Blind für die Wahrheit (Dokumentation, GB 2018)

London, November 2016. Der 40-jährige Stephen Port wird wegen des Mordes an vier jungen Männern verurteilt, deren Leichen man in den Straßen von Barking im Osten Londons gefunden hatte. Zwei der Opfer waren innerhalb weniger Wochen in der gleichen Position auf demselben Kirchhof gefunden worden. Und doch wurde aufgrund von Ermittlungsfehlern kein Zusammenhang zwischen den Morden hergestellt und der Serienkiller konnte weiter töten. Ein Fall von institutioneller Homophobie? Port hatte die jungen Männer auf Dating-Seiten kennengelernt, seine Opfer mit einer tödlichen Dosis der Droge GHB ermordet und dann ihre Leichen entsorgt. Die aufwühlende Dokumentation zeichnet den Fall des Serienmörders nach, der ganz Großbritannien erschütterte, und lässt ehemalige Ermittler ebenso zu Wort kommen wie die Angehörigen der Opfer. Dank ihnen und ihrer Hartnäckigkeit gelang der Polizei schließlich der Durchbruch und die Verhaftung Ports.

 

Mi, 29.5., 11:45 – 12:30 Uhr, 3sat
Verliebt in Gott – Warum ein junger Mann Priester werden will (Dokumentation, D 2018)

„Als ich ein kleiner Junge war, da kam Papst Benedikt nach Deutschland“, schwärmt Nicolas aus Duisburg, „das hat mich so beeindruckt. Da habe ich gesagt, ich möchte auch Papst werden.“ Dieser Tag hat Nicolas' Leben verändert. Seitdem will er katholischer Priester werden. Er beginnt als Messdiener, studiert Theologie und bewirbt sich zum Priesteramtskandidaten. Der Film zeigt aber auch Konflikte, die dieses Leben mit sich bringt. Nicolas verspürt einen tiefen inneren Drang, seinen Lebensweg im Auftrag Gottes zu gehen. „Das muss man im Herzen spüren. Das ist so ein bisschen wie verliebt sein, dass man sich angezogen fühlt von Gott.“ Nicolas' Eltern und die vier Geschwister sehen seinen Weg kritisch. Seit nun elf Jahren versuchen sie, ihm klarzumachen, dass einige traditionelle katholische Werte – wie die Ablehnung gleichgeschlechtlicher Beziehungen – und ein Leben ohne Frau und eigene Kinder überhaupt nicht zu ihm als modernem Menschen passen. Der 23-Jährige sagt selbst, dass er ein absoluter Familienmensch ist. Genauso wie er lange Partynächte liebt und im Vergleich zu seinen Ausbildungskollegen einen großen weiblichen Bekanntenkreis hat. „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen! Das hat der heilige Johannes gesagt, und das ist auch mein Motto.“ Doch nicht nur wegen Gott und seines Glaubens ist der Duisburger überzeugt, Priester werden zu wollen. In keinem anderen Beruf sei die Arbeit so abwechslungsreich: „Ich möchte mit Kindern arbeiten, ich möchte was mit Alten und Kranken machen, ich möchte Familien besuchen, ich möchte von dem erzählen, was ich glaube, was ich lebe, ich möchte auch in die Schulen gehen und da unterrichten. Das macht mir einfach so viel Spaß.“ Der Film zeigt auch, in welchem ständigen Kampf sich Nicolas befindet. Wenn er mal wieder außerhalb der kirchlichen Ausbildungsstätte mit seinen Freunden in den Kneipen Münsters unterwegs ist, sich wieder einmal verliebt und sein Ausbildungsleiter ihn zum Gehorsam ermahnt, während seine Mutter das Zölibat ablehnt und sich etwas anderes für ihren Sohn wünscht. Schafft er es trotzdem, sich seinen Traum zu erfüllen und Priester zu werden?

 

Do, 30.5., 13:15 – 15:20 Uhr, ZDF
Das Traumschiff – New York, Savannah, Salvador da Bahia/Brasilien (Fernsehfilm, D 2011)

Mit Hape Kerkeling in der Rolle des Clemens Kohl.

 

Fr, 31.5., 12:05 – 12:50 Uhr, ZDF neo
Die Rettungsflieger: Väter und Söhne (Serie, D 2004)

Der Körper von Matthias Bach stößt eine vor Monaten transplantierte Niere ab. Matthias fürchtet, wieder auf die Dialyse angewiesen zu sein. Die Aussicht auf eine weitere Spenderniere ist so gut wie aussichtslos. Sabine und der Dienst habende Arzt tun alles, um den jungen Mann zu ermutigen. Mittlerweile ist der Lebensgefährte von Matthias Bach im Krankenhaus eingetroffen. Fred erklärt, dass Matthias' Vater Roland als Spender für eine Niere in Frage käme, dies aber verweigert, da er dem Sohn seine Homosexualität nicht verzeiht.

 

Fr, 31.5., 21:17 – 22 Uhr, tagesschau24
Der „Schwulen-Paragraf“ – Geschichte einer Verfolgung (Dokumentation, D 2019)

Man nannte sie „die 175er“. Verhaftet wurden diese Männer schon mal direkt beim Liebesspiel, nicht selten am Arbeitsplatz, oder die Polizei holte sie von zu Hause ab. Ein paar Stunden später saßen sie oft schon in Haft, die Kündigung vom Arbeitgeber ließ meist nicht lange auf sich warten. Ihr begangenes Verbrechen: einvernehmlicher Sex unter erwachsenen Männern. Damit verstießen sie gegen den Paragrafen 175. „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts“ begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Die Nazis verschärften ihn, erhöhten die Strafen. Viele landeten im Konzentrationslager. Frei aber waren sie auch nach dem Krieg nicht. Die junge Bundesrepublik übernahm den Paragrafen 175 in seiner verschärften Form eins zu eins von den Nazis. Wer das KZ überlebt hatte, musste damit rechnen, erneut ins Gefängnis gesteckt zu werden, um die Reststrafe abzusitzen. Selbst das Bundesverfassungsgericht bestätigte 1957, dass der Paragraf 175 mit dem Grundgesetz im Einklang stehe: Männer, die mit Männern Sex hatten, wurden in der Bundesrepublik weiter verfolgt. Nach Schätzungen des Justizministeriums wurde gegen 100.000 Männer ermittelt, 64.000 hat man verurteilt. Der Paragraf hat Leben zerstört, Existenzen vernichtet.

In diesem Film berichten Zeitzeugen davon. So wie der 80-jährige Hermann Landschreiber aus Gelnhausen, den die Polizei 1966 vom Postamt abgeführt hat, weil die Mutter seines Exfreundes ihn angeschwärzt hatte. Oder Günther Werner, der im katholischen Franken mit einem amerikanischen Soldaten in flagranti erwischt wurde und deshalb im Jugendarrest landete. Sie alle sprechen über ihre Verhaftung, den Knast, ihre Angst, erwischt zu werden oder erpressbar zu sein, aber auch über ihren Wunsch, trotzdem ein selbstbewusstes schwules Leben zu führen. Sie lassen uns verstehen, wie lang und beschwerlich der Weg war von der damals verbotenen Sexualität und Heimlichkeit bis hin zur Schwulenehe heute. Wie sieht jemand wie Klaus Beer diese Entwicklung? Sechs Männer hat er als Richter wegen Verstoßes gegen Paragraf 175 verurteilt. Er setzt sich offen mit seiner beruflichen Vergangenheit auseinander. Wie dachte er damals, wie denkt er heute über diese Urteile?

Der Film führt auch in die ehemalige DDR, wo der Paragraf viel früher außer Kraft gesetzt und schon 1988 endgültig abgeschafft wurde. Lebten männerliebende Männer oder lesbische Frauen in der DDR also angstfrei, weil ihr Sex nicht mehr strafbar war? Wann kamen sie trotzdem ins Visier der Staatsmacht? Wolfgang Schmidt war Leiter der Auswertungs- und Kontrollgruppe in der Hauptabteilung XX des Ministeriums für Staatssicherheit. Er gibt offen Auskunft, warum man sich dort mit den Schwulen- und Lesbengruppen beschäftigte. Die lesbische Aktivistin Karin Dauenheimer wurde Anfang der 80er Jahre observiert. Für den Film öffnet sie ihre Stasi-Akte. Frauen, die Frauen liebten, fielen nicht unter den Paragrafen 175, ihnen drohte also auch im Westen keine Strafverfolgung. Hatten sie deshalb wirklich ein sorgenfreieres Leben? Auch darauf findet der Film Antworten.

Marco Giacopuzzi geht mit großer Sensibilität auf seine Zeitzeugen zu. Sein Film zeigt eindrucksvoll, wie ein menschenverachtender Paragraf und brutale Diskriminierung das Leben unschuldiger Männer und auch Frauen zerstörte, und warum es so lange dauerte, bis der Paragraf 175 aus der bundesdeutschen Rechtsprechung endlich verschwand. Erst 2017 beschloss die Bundesrepublik ein Gesetz zur Rehabilitierung aller Opfer des Paragrafen. Doch nur wenige trauten sich, einen Antrag zu stellen, und die meisten waren ohnehin verstorben.

 

Fr, 31.5., 22:40 – 23:35 Uhr, Arte
Elton John – A Singular Man (Dokumentation, D 2015)

Der britische Popsänger, Pianist und Komponist Elton John blickt auf eine lange Karriere im Musikgeschäft zurück. Er ist vor allem bekannt durch unsterbliche Hits, aber auch für seinen Einsatz für die Rechte von Homosexuellen. In einem exklusiven Interview für diese Dokumentation äußert er sich zu den Höhen und Tiefen seiner Karriere und seines Lebens, aber auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen. Der Film erzählt die Geschichte des Musikers von den Anfängen bis heute. Archiv-Ausschnitte, seine großen Hits sowie Statements von Wegbegleitern und Experten ergänzen das Exklusiv-Interview.

 

Sa, 1.6., 14 – 14:30 Uhr, ONE
Denver Clan ohne Maske: Die Reise beginnt (1) (Dokureihe, D 1995)

Im Herbst 1992 unternahmen der amerikanische Schauspieler Al Corley und der Hamburger Regisseur und Autor Horst Königstein eine Reise durch die USA. Al Corley war Anfang der 80er-Jahre für kurze Zeit Mitglied im Clan gewesen. Er spielte den homosexuellen Sohn von Blake Carrington. „Die einzige Textstelle, an die ich mich erinnere, ist: 'Ich bin anders'“, sagte Corley später. Al Corley und Horst Königstein besuchten auf ihrer Reise die Stars des 'Denver Clans'. Sie wollten wissen, was das Fernsehen mit Menschen macht, die in einem Schauspieler Marathon zu den Helden einer Familienserie wurden. Wie verändern sich diese Menschen, die einmal in den Clan aufgenommen wurden und dann, jahrelang und Woche für Woche, diese Serien Figuren gespielt haben? Es geben Auskunft: Joan Collins und Linda Evans, John Forsythe und Jeff Colby, Pamela Sue Martin, Heather Locklear und viele andere.

 

Sa, 1.6., 14:30 – 15 Uhr, ONE
Denver Clan ohne Maske: Der Kuss (2) (Dokureihe, D 1995)

Al Corley, Anfang der 80er-Jahre für kurze Zeit Clan Mitglied (er spielte die Rolle des homosexuellen Sohns von John Forsythe), und Regisseur Horst Königstein auf einer Reise zu den Stars der Serie 'Denver Clan'. In Calgary/Kanada trafen sie 1992 Pamela Sue Martin. Al Corley entdeckte, dass er immer noch eine 'große¸ aufrichtige Liebe' für die Kollegin, die er fast zehn Jahre nicht gesehen hatte, verspürt. In der Serie war sie seine Schwester Fallon. 'Pamela war ein Freigeist', erinnert sich Joan Collins, das berühmte Denver 'Biest'. John Forsythe, der 217 Folgen lang Woche für Woche in der Rolle des Clan Chefs Blake Carrington zu sehen war, stellt sachlich fest, dass es sehr schwer ist, im Serien Geschäft ein Künstler zu sein. „Weil wir eben oft mit Stoffen arbeiten müssen, die mit Kunst nichts zu tun haben.“ Die traurige Geschichte eines Kusses erzählt Linda Evans in dieser zweiten Folge der Reihe 'Denver Clan ohne Maske'. Der an Aids erkrankte Rock Hudson musste sie laut Drehbuch küssen. Aus Angst, sich möglicherweise anstecken zu können, tat er dies mit fest geschlossenen Lippen. Linda Evans: „Nach dem Kuss gab es Menschen, die mich nicht mehr grüßten“.

 

Sa, 1.6., 15:50 – 16:20 Uhr, ONE
Lindenstraße (1423): Der Coach (Serie, D 2013)

Tanja ist stinksauer: Sie hat Iris ihre Liebe gestanden weil sie dachte, die Ärztin sei auch an ihr interessiert. Weit gefehlt: Iris wollte nur etwas über Homosexualität erfahren, weil sie „befürchtet“, dass auch ihre Tochter Lara lesbisch sein könnte.

 

Sa, 1.6., 16:20 – 17:20 Uhr, TLC
Ich bin Jazz: Die Hypnotherapie (Dokumentation, USA 2017)

Jazz und Jeanette sind aus San Francisco zurück, wo sie ein weiteres Gespräch mit Dr. Bowers hatten: Die OP zur Geschlechtsumwandlung muss wieder verschoben werden, und der transsexuelle Teenager verliert langsam die Geduld. Außerdem hat Dr. Bowers ihrer Patientin klar gemacht, dass sie zu mollig ist und vor der OP 13 Kilo abnehmen muss. Schlechte Neuigkeiten für Jazz, die Fastfood liebt und Sport ablehnt. Um ihr das Kalorienverbrennen zu erleichtern, schlägt Sander eine gemeinsame Fahrradtour vor, doch der Plan scheitert schon bei der Vorbereitung. Jazz hat eine andere Idee: eine Hypnotherapie, um ihr Essverhalten in den Griff zu bekommen.

 

So, 2.6., 7 – 7:45 Uhr, ZDF neo
Terra X: Faszination Erde – mit Dirk Steffens: Kongo – Ein Fluss, zwei Welten (Dokumentation, D 2018)

Hektisches Treiben und Kreischen mitten im dichten Urwald nördlich des Kongoflusses: Hier gehen unsere nahen Verwandten – die Schimpansen – gerade auf die Jagd. Doch um Nahrung geht es nicht: Die Tiere wollen Eindringlinge vertreiben. Im Norden des Kongobeckens herrscht Krieg unter den Primaten – die Schimpansen sind aggressiv, sie töten – und sie sind Kannibalen. Doch es gibt eine andere Art, die uns ebenso nah verwandt ist und die den Schimpansen zum Verwechseln ähnlich sieht: die Bonobos. Sie leben in den Wäldern südlich des Kongoflusses. Und sie sind ganz anders als die Schimpansen. Die Anführer sind Weibchen. Wenn es in der Gruppe Konflikte gibt, lösen sie die Bonobos auf eine ganz eigene Art – mit Sex. Bonobos haben sieben Mal häufiger Sex als Schimpansen. Und bei den Bonobos kann jeder mit jedem Sex haben: Es gibt heterosexuelle und homosexuelle Kontakte, Sex zwischen Individuen unterschiedlichen Alters und sogar manuelle Stimulation zur Befriedung von Streitigkeiten. So bauen die Bonobos Spannungen ab. Sie gelten als die „Hippies“ unter den Primaten. Doch warum verhalten sich Schimpansen aggressiv und Bonobos friedlich? Dirk Steffens begibt sich mit Forschern auf einen tagelangen Fußmarsch in den abgelegenen Dschungel des Kongobeckens, um den Verhaltensunterschieden auf die Spur zu kommen.

 

So, 2.6., 10:50 – 11:20 Uhr, ONE
Denver Clan ohne Maske: Wahltag (3) (Dokureihe, D 1995)

Al Corley, amerikanischer Schauspieler, hat zu Beginn der 80er Jahre dieser Familie selbst einmal angehört: in der Rolle des homosexuellen Sohnes von Blake Carrington, dem Chef des „Denver Clans“. Im Herbst 1992, auf einer Reise mit dem Regisseur und Autor Horst Königstein, sah er nach fast einem Jahrzehnt die Kollegen von einst wieder: John Forsythe und Linda Evans, Joan Collins und Pamela Sue Martin, John James, Bo Hopkins und andere.

 

So, 2.6., 11:20 – 11:50 Uhr, ONE
Denver Clan ohne Maske: Das Biest (4) (Dokureihe, D 1995)

„Wenn es jemals eine absolut perfekte Besetzung in dieser Serie gegeben hat, dann war das Joan. Das, was sie zu spielen hatte, spielte sie ihr Leben lang“. „Intelligent, aber nicht mein Typ“. „Joan war einfach großartig“. „Sie hat allen bewiesen, dass man über 50 sein kann und trotzdem unheimlich sexy“. „Ich habe Joan abgeholt, um 4.30 Uhr morgens. Sie sah furchtbar aus, und sie benahm sich furchtbar“. Gemeint ist Joan Collins, die in „Denver Clan“ die „Alexis“ war, „das Biest“. Sie und andere Stars der Serie porträtieren Al Corley und Horst Königstein in ihrer mehrteiligen Familiengeschichte „Denver Clan ohne Maske“. Im Mittelpunkt der Folge „Das Biest“ stehen Miss Collins – und vielfältige Gefühle, die allein die Erwähnung ihres Namens bei den Kolleginnen und Kollegen von einst auslösen.

 

So, 2.6., 14:05 – 15:40 Uhr, ONE
Ein Sommernachtstraum (Spielfilm, GB 2016)

Shakespeares Komödienklassiker in einer neuen filmischen Adaption von Russell T. Davies, der die Neuauflage der britischen Kultserie „Doctor Who“ sowie die Serien „Torchwood“, „Cucumber“, „Banana“ und „Queer as Folk“ entwickelte.

 

So, 2.6., 18:50 – 19:20 Uhr, Das Erste
Lindenstraße (1722): Protest-Paul (Serie, D 2019)

Während Paul sieht, dass der neue Showroom in der Lindenstraße einen Farbbeutel abbekommen hat, trifft überraschend eine Nachricht von Mika ein, der ihn zu einem Bandwettbewerb einlädt. Aufgeregt macht Paul sich auf den Weg zum Jugendclub. Doch Mika hat nicht nur ihn eingeladen. Paul ist enttäuscht. Um Mikas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, behauptet er, den Farbbeutel gegen den Showroom geworfen zu haben. Mika ist beeindruckt. Lea hat sich inzwischen mit dem Gedanken abgefunden, HIV-positiv zu sein, und mit der Einnahme von Medikamenten begonnen. Helga erinnert sie daran, ihre Sexualpartner zu informieren. Allen voran Konstantin. Lea ist nervös: Wie wird Konstantin reagieren?

 

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