QueerScreen 4.11.–10.11.19

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille. 

Mo, 4.11., 19:40 – 20:15 Uhr, RTL
Gute Zeiten, schlechte Zeiten (6881) (Serie, D 2019)

Erik kann nicht fassen, dass Lars ihnen durch seine schwulenfeindlichen Andeutungen die gemeinsame Wohnung versaut hat. Da Lars Reue zeigt, verzeiht Erik seinem einzigen Freund. Dabei ahnt er nicht, wie düster Lars' politische Gesinnung in Wahrheit ist.
 
Mi, 6.11., 7 – 7:45 Uhr, ZDF info
Täter im Netz: Der Fall Brizzi (Dokumentation, USA 2019)

Am 1. April 2016 verabredet sich der Polizeibeamte Gordon Semple über eine Dating-App für Schwule mit dem Webentwickler Stefano Brizzi zu einem unverbindlichen Sex-Date. Semple fährt nach der Arbeit zu Brizzis Wohnung im Süden von London. Während einer Sex-Party erwürgt der offenbar mit Drogen vollgepumpte Brizzi den Polizisten Semple und versucht anschließend, die Leiche zu entsorgen. Gordon Semple, der in einer festen Beziehung lebte und seine Sex-Affären vor seinem Partner geheim hielt, wird als vermisst gemeldet. Nach sechs Tagen alarmieren Nachbarn wegen des seltsamen Geruchs, der aus Brizzis Apartment strömt, die Polizei. Was die Beamten dort vorfinden, übertrifft ihre schlimmsten Erwartungen.
Die zehnteilige Serie „Täter im Netz“ untersucht einige der verstörendsten Morde der jüngeren Vergangenheit, bei denen das Internet und die sozialen Medien dazu missbraucht wurden, unschuldige Opfer zu finden, zu täuschen, zu quälen und schließlich zu töten.
 
Mi, 6.11., 10:45 – 11:30 Uhr, ZDF info
Auf Verbrecherjagd – Blind für die Wahrheit (Dokumentation, GB 2018)

London, November 2016. Der 40-jährige Stephen Port wird wegen des Mordes an vier jungen Männern verurteilt, deren Leichen man in den Straßen von Barking im Osten Londons gefunden hatte. Zwei der Opfer waren innerhalb weniger Wochen in der gleichen Position auf demselben Kirchhof gefunden worden. Und doch wurde aufgrund von Ermittlungsfehlern kein Zusammenhang zwischen den Morden hergestellt und der Serienkiller konnte weiter töten. Ein Fall von institutioneller Homophobie? Port hatte die jungen Männer auf Dating-Seiten kennengelernt, seine Opfer mit einer tödlichen Dosis der Droge GHB ermordet und dann ihre Leichen entsorgt. Die aufwühlende Dokumentation zeichnet den Fall des Serienmörders nach, der ganz Großbritannien erschütterte, und lässt ehemalige Ermittler ebenso zu Wort kommen wie die Angehörigen der Opfer. Dank ihnen und ihrer Hartnäckigkeit gelang der Polizei schließlich der Durchbruch und die Verhaftung Ports.
 
Do, 7.11., 2:10 – 3:05 Uhr, Arte
Strip, Sex & Crime: Die Geschichte der Chippendales (Dokumentation, D 2019)

2019 feiern die Chippendales ihren 40. Geburtstag. Die Dokumentation beobachtet die Truppe und blickt erstmals hinter die Kulissen der erfolgreichen Show. Und sie fragt, was die weibliche Klientel an diesen durchtrainierten Tänzern bis heute fasziniert. Außerdem beleuchtet der Film ein brutales Verbrechen der Anfangsjahre – den Kampf zweier ehrgeiziger Männer um Macht und Geld, der mit einem unaufgeklärten Auftragsmord und dem Suizid des Gründers Somen Banerjee endete. Die Chippendales – ein Film über Sex and Crime, erotische Träume und ein unverwüstliches Erfolgsrezept.
 
Fr, 8.11., 5:25 – 5:55 Uhr, SWR
Glaube – Liebe – Lust – Sexualität in den Weltreligionen (3/3): Verbotene Liebe (Dokumentation, D 2014)

Die Liebe gilt in allen Religionen als hohes schützenswertes Gut. Aber die moralischen Grenzen sind oft eng gesteckt, Überschreitungen führen nicht selten zu Verbannung und Leid. In Folge 3 „Verbotene Liebe“ werden die Tabuzonen der großen Weltreligionen beleuchtet und Gläubige aus vier Ländern befragt, welchen Preis sie für Fehlverhalten bezahlen müssen, wie u. a. die Kölner Georg und Stefan. Sie möchten heiraten – kirchlich, wie ihre heterosexuellen gläubigen Freunde. Doch die katholische Kirche lehnt diesen tiefen Wunsch entschieden ab. Was gibt den Tabubrechern Kraft und warum bleiben sie ihrer Religion trotz dieser oft unerbittlichen Regeln treu?
 
Fr, 8.11., 22 – 0:08 Uhr, MDR
Riverboat – die MDR-Talkshow aus Leipzig (Talkshow, D 2019)

Gast bei Kim Fisher und Jörg Kachelmann ist u. a. der schwule Schauspieler Matthias Freihof („Coming Out“, 1989).
 
Fr, 8.11., 22:10 – 23:05 Uhr, VOX
Bones – Die Knochenjägerin: Das Drama in der Queen (Serie, USA 2013)

Die Überreste eines beliebten Schwimmtrainers werden am Grund eines Brunnen gefunden. Die Untersuchungen ergeben, dass der Mann eine Affäre gehabt haben muss, doch dann stellt sich heraus, dass er heimlich als Travestiekünstler aufgetreten ist. Hauptverdächtiger ist die Travestie-Künstlerin Kimmy, die in Brian Thomas eine starke Konkurrenz sah.
 
Fr, 8.11., 23:30 – 0:30 Uhr, WDR
Domian live (Talk, D 2019)

Jürgen Domian ist zurück – live und ohne Tabus. In seiner Talkshow wird sich der Kult-Talker gewohnt unbefangen jedem erdenklichen Thema widmen. Es kann über alles gesprochen werden: Tragisches, Trauriges, Skurriles, Lustiges, Unterhaltsames, aber auch Streitbares. Das Besondere: Jürgen Domian kennt weder die Gäste noch die Themen, die sie in seine Sendung mitbringen. „Ich habe die Menschen und das Talken über die unterschiedlichsten Themen sehr vermisst“, sagt Domian. „Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet.“ Geplant sind zunächst vier Ausgaben, immer freitags im November, gleich nach dem „Kölner Treff“.
 
Sa, 9.11., 20:15 – 21:45 Uhr, rbb
Berlin – Schicksalsjahre einer Stadt: Das Jahr 1989 (Dokumentation, D 2019)

Das Jahr 1989 – auf dem Kurfürstendamm findet die erste Love-Parade statt, angemeldet als politische Demonstration für „Friede, Freude, Eierkuchen“. Die Organisatoren Danielle de Picciotto und Dr. Motte sprechen über Hoffnungen und Träume im Sommer '89. Der Schauspieler Matthias Freihof erzählt von der Premierenfeier des ersten „Schwulenfilms“ der DDR am 9. November. Erst nach der Veranstaltung erfährt er, dass die Mauer gefallen ist.
 
Sa, 9.11., 23:30 – 1:20 Uhr, rbb
Coming out (Spielfilm, DDR 1989)

Wie ein Schlag trifft es Philipp, als er Matthias begegnet. Jetzt weiß er, dass er ein Leben lang auf ihn gewartet hat. Aber da ist Tanja, die ihn liebt, sind Vorurteile in der Gesellschaft gegenüber unüblicher Partnerschaft. Nicht nur Philipp gerät in eine Krise. Philipp (Matthias Freihof) ist ein Lehrer, wie ihn sich Schüler wünschen. Intelligent, gut aussehend und kreativ, begeistert er sie für den Unterricht. Kaum vorstellbar, dass ihn etwas aus der Bahn werfen kann. Und genau das passiert, als er auf Matthias (Dirk Kummer) trifft. Unerwartet offenbart sich in dieser Begegnung seine homosexuelle Veranlagung. Eine schmerzhafte, konfliktreiche Selbstfindung beginnt. Nicht nur für den Lehrer. Auch für seine Freundin Tanja (Dagmar Manzel), die ein Kind erwartet. Für die Mutter (Walfriede Schmitt) bricht nach der Offenbarung des Sohnes eine Welt zusammen. Schließlich jagt ein Rettungswagen durch die Silvesternacht, in dem Matthias mit dem Tode ringt.
 
So, 10.11., 5:20 – 6:50 Uhr, Arte
Bevor der letzte Vorhang fällt – Gardenia (Dokumentation, D 2012)

Der Dokumentarfilm erzählt von großer Liebe, herben Enttäuschungen und Selbstzweifeln, aber vor allem von großem Mut. Dem Mut, etwas zu wagen, Neues zu beginnen, zu sich selbst zu stehen – egal in welchem Lebensalter! Der Zuschauer taucht ein in die Leben von sechs alternden Travestie-Künstlern zwischen 60 und 70 Jahren.
Auf ihre alten Tage haben sie noch einmal den Mut gefunden, sich vor einem Weltpublikum auf die Bühne zu stellen – im Rahmen einer großartigen Tanz-, Theater- und Musikperformance mit dem Titel „Gardenia“, inszeniert von Alain Platel und Frank Van Laecke. Die Show, die ursprünglich nur als eine Art Workshop geplant war, wurde ein riesiger internationaler Erfolg. Die Künstler tourten über zwei Jahre über alle fünf Kontinente. Nun, da sich die Show ihrem Ende nähert, kehren die Darsteller aus dem Rampenlicht nach Hause zurück und stellen sich der Reflexion über ihr vergangenes Leben. Sie waren am Boden zerstört, haben sich wieder aufgerappelt und zurück an die Spitze gekämpft, um dann wieder tief zu fallen. Sie haben als Künstler und Prostituierte gearbeitet, ihr Geschlecht umwandeln lassen, wurden ausgegrenzt und geschlagen, geliebt und gehasst. In ihrem komplizierten Leben haben sie jede Spielart von Liebe, Verlust, Demütigung, aber auch unvorstellbares Glück erfahren. Für die Protagonisten des Films, die dachten, ihre besten Jahre lägen hinter ihnen, wurde „Gardenia“ auf überraschende Weise zum Highlight ihres Lebens.
 
So, 10.11., 14:55 – 16:30 Uhr, ZDF
Zum Glück bleibt es in der Familie (Spielfilm, F 2011)

Kim und Alex leben zusammen in Paris und sind ein glückliches lesbisches Paar. Während einer Geschäftsreise in Thailand schließen sie das Waisenmädchen Maily ins Herz und möchten es adoptieren. Doch es gibt ein Problem: In Thailand dürfen nur verheiratete Paare Kinder adoptieren. Zurück in Paris machen sie sich auf die Suche nach einem Scheinehe-Partner. Alex' Bruder César ist die letzte Hoffnung der beiden Frauen. Da Césars Autohaus finanzielle Probleme hat, kann Alex ihn schnell überzeugen – mit Geld. Doch schon im Flugzeug steht fest, dass Kim und César sich nicht besonders mögen. Wieder am Boden bringt der chaotische, selbstverliebte César die resolute Kim auf fast jede thailändische Palme. Als die beiden dann anstelle der Waisenhausleiterin von dem baskischen Arzt Luix abgeholt werden, spitzt sich die Situation zu. Kim und César geben nicht nur ein äußerst schräges Paar ab, César scheint kleine und größere Katastrophen magisch anzuziehen: Er wird bestohlen und von der Mafia erpresst, verprügelt schließlich einen Behinderten und landet im Gefängnis. Nun ist die Hilfe der Top-Anwältin Alex nötig. Sie reist auch nach Thailand und kann César aus dem Gefängnis holen. Hals über Kopf verliebt sich Luix in Alex, was Kim gar nicht gefällt. Doch sie muss weiter die Hetero-Ehefrau mimen. Endlich im Waisenhaus angekommen, ist die Stimmung in der Vierergruppe aufgeheizt: César ist nach dem harten Gefängnisaufenthalt völlig durch den Wind, Luix schwer verliebt und Kim eifersüchtig – kann eine Scheinehe das aushalten?
Seit 2013 haben homosexuelle Paare in Frankreich das Recht auf Eheschließung und auf Adoption.
 
So, 10.11., 1:50 – 3:30 Uhr, ZDF neo
Lewis: Wer mit dem Feuer spielt (Serie, GB 2008)

Kriminalinspektor Robert Lewis und sein Assistent James Hathaway werden zur Kirche Saint Marks in Oxford gerufen. Sie haben die unerfreuliche Aufgabe, den Selbstmord des jungen Homosexuellen Will McEwan aufzuklären, der sich vor den Augen des Priesters Francis King erschossen hat. Eigenartig erscheint Lewis McEwans Mitgliedschaft in der kirchlichen Gruppe „Der Garten“ und seine rätselhafte Abschiedsnotiz, die auf ein religiöses Motiv für den Selbstmord schließen lässt.

 

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