Schwul-lesbische TV-Highlights, 4.6-10.6.2018

Mo, 4.6., 17:45 – 18:15 Uhr, TLC

Tattoos After Dark: Schall und Rauch (Serie, USA 2014)

Es ist mitten in der Nacht als Amber Nicole nach einem Clubbesuch ins Studio kommt, um sich ein Tattoo stechen zu lassen. Ihr Wunschmotiv ist die ägyptische Königin Nofretete, Echnatons schöne Gemahlin, deren Kalksteinbüste weltweit bekannt ist. Amber Nicole hat nämlich eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft hinter sich, in der sie sehr schlecht behandelt wurde. Mit Nofretete auf der Haut möchte sie zu der Stärke finden, die ihr im Leben meist gefehlt hat. Tattoo-Künstler Asaru freut sich schon auf die Arbeit.

Mo, 4.6., 20:15 – 21:45 Uhr, ONE
Familie Jones – Zu perfekt, um wahr zu sein (Spielfilm, USA 2009)

Als die Bilderbuchfamilie Jones in ein schickes Haus in einem wohlhabenden Vorort zieht, werden sie bald von den Nachbarn glühend beneidet. Doch der Schein trügt, denn in Wahrheit sind die gut aussehenden Erfolgsmenschen gar keine Familie. Im Auftrag einer Marketingfirma sollen sie als vermeintlich authentische Vorbilder ihren gut betuchten Nachbarn die neuesten Konsumgüter schmackhaft machen. Zunächst scheint der Plan aufzugehen: die Verkaufsraten in der Gegend steigen kontinuierlich an. Allerdings droht das Rollenspiel immer wieder aufzufliegen, und bald kommt es in der Scheinfamilie zu allerlei Komplikationen: „Tochter“ Jenn beginnt eine Affäre mit einem wesentlich älteren, verheirateten Mann, während „Sohn“ Mick für Aufregung sorgt, weil er auf einer Party den neuesten Alkopop an Minderjährige verteilt und sein schwules Coming-out erlebt.

Mo, 4.6., 22:45 – 23:30 Uhr, Das Erste
Rabiat – Hass ist ihr Hobby (Dokumentation, D 2018)

Wie kommt man auf die Idee, einzelne Menschen im Internet lächerlich zu machen? Warum werden Hunderte, Tausende Kommentare geschrieben, Videos produziert, ganze Computerspiele entworfen, um die Existenz eines Menschen zu zerstören? Woher kommt die Lust am Cybermobbing? „Dorian der Übermensch“ ist ein Star der sogenannten Hater-Szene. „Amüsant“, findet er sein Treiben: „Da find ich jetzt auch nichts Verwerfliches dran.“

In der Radio-Bremen-Reportage „Hass ist ihr Hobby“ taucht „Rabiat“-Reporter Dennis Leiffels tief ein in die bizarre Welt des Cybermobbing: Er spricht mit Tätern und Opfern, macht sich selbst zur Zielscheibe des Hasses. Wie z. B. Katrina Reichert – sie setzt sich für die Rechte Transsexueller ein. „Man sollte Dich vergasen“ – solche Kommentare sind schon fast Alltag für sie. Aber seit ihre Adresse veröffentlicht wurde, schläft sie nur noch mit einer Waffe unterm Kopfkissen. „Einige der Morddrohungen nehme ich ernst.“

 

Di, 5.6., 10:25 – 11:20 Uhr, TLC
Long Island Medium: Wirklich eine gute Wahl? (Dokusoap, USA 2011)

Theresa Caputo, Hausfrau und Vollblutmutter aus Long Island, hat eine ausgefallene Gabe: Sie kann mit Toten im Jenseits kommunizieren. Als Theresa ihre Fähigkeit erstmals bemerkte, war sie selbst erschrocken. Doch schon lange sieht sie ihre Gabe als Berufung: Theresa hilft Menschen, ihren Frieden zu finden, wenn sie ihnen den Kontakt zu verstorbenen Angehörigen und Freunden ermöglicht. In dieser Folge nimmt Theresa für eine Transgender-Frau Kontakt mit dem Jenseits auf und hat gute Nachrichten: Obwohl ihr Vater die Entscheidung seines Kindes zeitlebens missbilligt hatte, ist er jetzt, nach seinem Tod,

Di, 5.6., 1:15 – 2 Uhr, VOX
Medical Detectives – Geheimnisse der Gerichtsmedizin: Motive (Dokumentation, USA 1996 - 2005)

Ein homosexuelles Paar wurde ermordet. Die Ermittlungen führen die Polizei zu weißen Rassisten, doch konkrete Hinweise auf den Täter gibt es nicht. Am Tatort gefundene Patronenhülsen, Farbspritzer und Glassplitter helfen den Ermittlern schließlich dabei, den Mörder dingfest zu machen. Darüber hinaus können sie ihm eine Serie brutaler Morde in Kalifornien nachweisen.

Di, 5.6., 1:45 – 2:25 Uhr, TLC
Deadly Sins – Du sollst nicht töten: Der Abgrund der Gier (Serie, USA 2013)

Die alleinerziehende Mutter Tina Loesch und Draufgängerin Skye Hanson sind zwei habgierige Frauen, die sich aus dem Gefängnis kennen und seitdem ein Verhältnis haben. Zusammen sind Drogenhändlerin Skye und Betrügerin Tina stark, aber auch eiskalt. Als sie nach Post Falls, Idaho, reisen, um sich von Tinas Familie finanzielle Unterstützung zu holen, beißt das lesbische Paar bei Vater Gary auf Granit. Wenig später verschwindet Gary, nachdem er zur Arbeit aufgebrochen ist. Die Familie denkt zunächst an einen Herzinfarkt, denn Gary ist ziemlich krank. Doch der 56-Jährige ist nicht Opfer eines Infarkts, sondern eines grausamen Verbrechens geworden.

 

Mi, 6.6., 20:15 – 22:05 Uhr, Arte
Dallas Buyers Club (Spielfilm, USA 2013)

Dallas, 1985: Ron Woodroof (Matthew McConaughey) führt ein Leben voller Exzesse. Der großspurige White-Trash-Cowboy steht auf Rodeo, Glücksspiel, Whiskey, Kokain und Frauen. Schlägereien und ungeschützter Sex mit Prostituierten gehören für ihn zum Alltag. Genauso wie seine Wett- und Saufkumpane verachtet er Homosexuelle und lässt kein Mitgefühl aufkommen für Hollywoodstar Rock Hudson, der gerade an Aids gestorben ist. Niemals hätte er es sich träumen lassen, selbst daran erkrankt zu sein. Deshalb tickt der Choleriker komplett aus, als ihm Dr. Sevard (Denis O'Hare) und Dr. Eve Saks (Jennifer Garner) nach einem Arbeitsunfall die niederschmetternde Diagnose mitteilen. Statt den Ärzten zu vertrauen, die ihm nur noch 30 Tage geben, beginnt er sich selbst zu behandeln und findet heraus, dass alternative Präparate mehr bringen als das einzige amerikanische Medikament AZT. Doch die Beschaffung im Ausland ist teuer und die Einfuhr jedes Mal ähnlich riskant wie Drogenschmuggel. Zudem möchte der Autodidakt Ron bei seinen Selbstversuchen ständig neue Mittel aus der ganzen Welt probieren. Weil er das auf Dauer alleine nicht finanzieren kann, muss der homophobe Texaner über seinen Schatten springen. Zusammen mit dem ebenfalls HIV-infizierten Transvestiten Rayon (Jared Leto) gründet er einen Beschaffungsring: den „Dallas Buyers Club", der eine Gesetzeslücke nutzt und rasant wächst. Damit ruft er die mächtige Pharmalobby auf den Plan.

Mi, 6.6., 0:05 – 0:50 Uhr, ZDF neo
Coppers: Endspiel (Serie, B 2016)

Die Leiterin der Antwerpener Mordkommission Liese Meerhout klärt mit ihren Kollegen Michel Masson, Laurent Vandenbergh und Sofie Jacobs komplexe Kapitalverbrechen auf. Der aufstrebende Parlamentarier Yannick Verheeke wird auf einem Parkplatz erstochen. Bei den Ermittlungen stellt sich heraus, dass der Parkplatz ein Treffpunkt für Homosexuelle ist. Der Fernfahrer Stan Moortgat wird auf frischer Tat ertappt. Es scheint, als wäre der Mord innerhalb weniger Stunden aufgeklärt. Doch dann stellt sich heraus, dass ein parlamentarischer Mitarbeiter von Verheeke in seinem Auto gesehen wurde. Leo Dietvorst gibt zu, dass er an dem Abend mit Yannick Verheeke unterwegs war. Doch er gibt Liese zu verstehen, dass die beiden eine rein freundschaftliche Beziehung führten und dass nichts aus seiner Privatsphäre an die Öffentlichkeit kommen darf.

 

Do, 7.6., 6:50 – 7:45 Uhr, VOX
Verklag mich doch! (Rechtsstreit-Doku, D 2012)

Der 17-jährige Gymnasiast Steve Mandreike hat seiner Mutter Ina nach langen inneren Kämpfen seine Homosexualität offenbart. Vor der Reaktion seines intoleranten Vaters Maik fürchtet er sich jedoch zu Recht, denn Maik kann Steves Schwulsein nicht akzeptieren und startet ein Umerziehungsprogramm mit Drill bis zur Erschöpfung. Um dem zu entkommen, will Steve auf eigenen Beinen stehen. Er verklagt seine Eltern auf Unterhaltszahlung.

Do, 7.6., 22:40 – 23:25 Uhr, WDR
Menschen hautnah: Männlich, weiblich – oder was? Leben mit dem dritten Geschlecht (Dokumentation, D 2018)

Christian, Sandrao und Talisha sind weder männlich noch weiblich, sie sind intersexuell: Sie stehen zwischen den Geschlechtern, besser gesagt, sie haben von beiden Geschlechtern etwas. Wie schwierig das Thema ist, wird schon bei der Anrede oder der Suche nach einer treffenden Bezeichnung klar: Zwitter oder Hermaphrodit oder auch Intersexueller? In keiner dieser Bezeichnung finden sich Betroffene eindeutig wieder. Christian, Sandrao und Talisha sprechen mit uns über dieses Tabuthema, über ihre alltäglichen Hürden und über Geschlechtsoperationen. Denn immer noch werden Intersexuelle im Kindesalter operiert, um den starren Normen von männlich und weiblich zu entsprechen. Dieses Schicksal hatte auch Christian, der offiziell als Junge geboren wurde. Im Alter von einem Jahr haben Ärzte einen Teil seiner männlichen Geschlechtsorgane entfernt. Er sollte als Mädchen aufwachsen. Schon in der Grundschule wird ihm klar, dass er sich als Junge fühlt – trotz Geschlechtsamputation. Talisha ist als Junge aufgewachsen, fühlt sich aber als Frau. Von ihren Eierstöcken hat sie erst mit 29 Jahren erfahren und plant jetzt eine operative Geschlechtsangleichung. Bei Sandrao wurden Penis und Hoden im Kindesalter amputiert. Sandrao ist unfruchtbar und fühlt sich keinem konkreten Geschlecht zugehörig. Drei sehr unterschiedliche Schicksale, die "Menschen Hautnah" begleitet.

Do, 7.6., 23:25 – 1:05 Uhr, WDR
Sascha (Spielfilm, D 2013)

Während Saschas Mutter noch von der großen Konzert-Karriere ihres Sohnes träumt, fällt Sascha aus anderem Grund aus allen Wolken: sein geliebter Klavierlehrer teilt ihm mit, dass er für immer die Stadt verlässt. Das bricht Sascha das Herz, und die einzige, mit der er darüber sprechen kann, ist seine beste Freundin Jiao, denn als Sohn Ex-Jugoslawischer Gastarbeiter lebt man auch in Deutschland selten geoutet und Sascha ist froh, dass sein homophober Vater Jiao für seine Freundin hält. Was als willkommenes Missverständnis beginnt, wird zu einer komplizierten Lüge, als sein kleiner Bruder eine Affäre mit Jiao anfängt. Saschas Lügengerüst fällt zusammen und was wie eine Katastrophe aussieht, ist die Eröffnung neuer Möglichkeiten in den Lebensentwürfen der Familie.

Do, 7.6., 2:15 – 3 Uhr, Phoenix
Menschen hautnah: Mädchen oder Junge? Aufwachsen als Transgender-Kind (Dokumentation, D 2017)

Sophia ist acht Jahre alt. Sie sieht aus wie ein Mädchen, sie fühlt sich als Mädchen. Geboren aber wurde Sophia als Philipp. Doch mit gerade mal 4 Jahren beschließt sie, kein Junge mehr zu sein. Sie will nur noch Röcke und Kleider tragen und lässt sich die Haare lang wachsen. Am Anfang denken ihre Eltern, das sei vielleicht nur eine Phase. Doch Sophia scheint genau zu wissen, wer sie ist. Sie sagt nicht, dass sie ein Mädchen sein möchte. Sie sagt, dass sie ein Mädchen ist.

 

 

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