Gesellschaft
   10 Jahre
Foto: Frank Täubel - Fotolia

Asyl für lesbische Journalistin aus Uganda

Im Dezember 2009 wurde in Uganda ein Gesetzesentwurf vorgestellt, der gleichgeschlechtliche Sexualpraktiken mit drakonischen Strafen, bis hin zur Todesstrafe von HIV-infizierten "Wiederholungstätern" belegt.

Lange Haftstrafen

Zwar wurde die Todesstrafe mittlerweile wieder zurückgenommen, brisant an der Gesetzesvorlage ist jedoch weiterhin, dass gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen lange Haftstrafen nach sich ziehen können. Außerdem wird Vermietern mit Haftstrafen gedroht, die gleichgeschlechtlichen Paaren Wohnraum zur Verfügung stellen, Familienangehörige werden dazu aufgefordert, Homosexuelle zu denunzieren, um nicht selbst im Gefängnis zu landen.

Die weit verbreitete Homophobie in afrikanischen Ländern erhält einmal mehr Nahrung und wird darüber hinaus von staatlicher Seite legitimiert und gefördert. Homosexualität wird weiterhin als "unafrikanisch" wahrgenommen. Die Folge sind Schwulenhass und sogenannte "corrective rapes", in denen lesbische Frauen gezielt vergewaltigt werden, um sie "umzuerziehen" und die etwa in Südafrika bereits einige Lesben, darunter auch eine ehemalige Fußballnationalspielerin, das Leben gekostet haben.

Polizei verweigert Hilfe

Eine ugandische Journalistin hat sich angesichts des feindlichen Klimas in ihrer Heimat entschlossen, in Deutschland Asyl zu beantragen. Durch ihre Tätigkeit als Autorin, die für eine Zeitung verschiedene Texte zum Thema Homophobie in dem ostafrikanischen Land verfasst hat, wurde sie bereits mehrfach auf offener Straße überfallen und als Lesbe geoutet. Die Polizei weigerte sich, ihre Anzeige aufzunehmen und sie entging nur knapp einem Lynchmord durch eine aufgebrachte Menge.

Anhörung am 10. November

Nach einem mehrwöchigen Stipendium für eine journalistische Weiterbildung in Deutschland hat sich Esther* entschieden, in Deutschland Asyl zu beantragen. Aktuell lebt sie in Bayern. Am 10. November wird es zu einer ersten Anhörung kommen, danach wird es voraussichtlich noch einige Monate dauern, bis die deutsche Bürokratie entschieden hat, ob die dreißigjährige Afrikanerin in Deutschland eine Zukunft hat. 

* Name geändert

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