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Foto: Francesca Schellhaas / photocase.de

Leben mit HIV heute

Seit in den 80er Jahren das erste Mal von Aids die Rede war, hat sich eine Menge getan, sowohl im Verständnis der Bevölkerung als auch in der Forschung. Dennoch stecken sich auch heute noch täglich Menschen mit dem HI-Virus an und müssen dann mit der Diagnose und Ausgrenzungen leben. Anlässlich des kommenden Weltaidstags am 1. Dezember startet die Deutsche Aids-Hilfe eine Kampagne, die für mehr Toleranz werben soll.

Wir stellen uns deshalb die Frage, was sich seit dem Bekanntwerden von Aids inzwischen verändert hat. Wie weit ist der Forschungsstand? Wie hat sich der medizinische Fortschritt auf das Leben der Infizierten ausgewirkt? Und wo haben sie auch heute noch nicht nur mit ihrer Erkrankung, sondern auch mit Vorurteilen zu kämpfen?

Der aktuelle Stand der Forschung

Die gute Nachricht zuerst: Kürzlich konnte eine Beobachtung gemacht werden, die einen Impfstoff gegen Aids in greifbare Nähe rücken lässt. Forschern gelang es, erstmals in Echtzeit die Entwicklung des Aids-Erregers zu beobachten, wenn er erst einmal menschliche Zellen befallen hat. Was auf den ersten Blick nicht spektakulär wirkt, stellt tatsächlich einen großen Sprung in der Forschung dar. Bis dato waren nur Sekundenaufnahmen von dem sich extrem schnell entwickelnden Erreger und der damit verbundenen rasanten Zellveränderung möglich. Dadurch dass die Forscher jetzt die Dynamik der Oberflächenstruktur analysieren können, ist die Basis geschaffen für die Entwicklung von Antikörpern und somit einem Impfstoff, der den Ausbruch von Aids verhindern kann. Die Chancen für einen Impfschutz sind mit diesen neuen Erkenntnissen also deutlich gestiegen.

Das Leben mit HIV – Von der täglichen Medikation bis zum sozialen Umfeld

So schön dieser Fortschritt auch ist, den Menschen, die heute mit dem HI-Virus infiziert sind, nützt das akut natürlich nichts. Ihnen bleiben aber immerhin die inzwischen sehr wirksamen Medikamente, die dabei helfen, den Ausbruch von Aids zu verzögern. Auch können HI-Infizierte viele Möglichkeiten der Unterstützung im Alltag nutzen, wie z.B. begleitende Smart-HIV-Therapien. Nichtsdestotrotz müssen HIV-Infizierte im Alltag mit vielen Einschränkungen zurechtkommen, angefangen bei der täglichen Medikation bis hin zu Vorurteilen, die das Leben zusätzlich erschweren.

Gesundheitlich haben HIV-Infizierte vor allem mit dem geschwächten Immunsystem zu kämpfen, das dazu führt, dass schon leichte Erkältungen dafür sorgen können, dass sie wochenlang schwer krank im Bett liegen. Dazu kommt die ständige Angst vor schlimmeren Krankheiten wie Krebs, für den man mit HIV ebenfalls anfälliger ist. Dazu wirkt die tägliche Medikation, um ein halbwegs normales Leben aufrecht zu erhalten und dieses zu verlängern, sehr intensiv. Die vielen verschiedenen Tabletten können zudem unerwünschte Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen untereinander haben können. Seelische und körperliche Belastungen sind hier also sehr massiv vorhanden.

Hinzu kommt die soziale Ausgrenzung, die vielen Betroffenen  am meisten zu schaffen macht. Obwohl viele der Meinung sind, das HIV längst kein Tabuthema mehr ist, haben Betroffene oft große Hemmungen, Bekannten oder Freunden von ihrer Erkrankung zu erzählen. Dies geht sogar so weit, dass viele Betroffene im Stadium der Aidserkrankung auf Nachfragen antworten, sie haben Krebs. Eine solche Lüge sorgt für Zuwendung und Mitgefühl. Teilweise empfehlen sogar behandelnde Ärzte ihren Patienten, auf diese Weise zu verfahren. Andernfalls schlägt den HIV-Infizierten oft Ablehnung entgegen, die vor allem aus der geringen Aufklärung zum Thema HIV in der Bevölkerung resultiert.

Sogar innerhalb der eigenen Familie kann die HIV-Erkrankung eines Familienmitgliedes für gewaltige Spannungen sorgen. Die meist unbegründete Angst vor Ansteckung kann Familienmitglieder dazu bringen, den Infizierten zu isolieren. Gemeinsame Aufklärungsgespräche bei der Aidshilfe oder einer psychosozialen Beratungsstelle können für einen entspannten Umgang sorgen.

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