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   4 Jahre
Foto: Mr.Gay Germany

Mr. Gay Germany - Kandidat Daniel

Das Finale von Mr. Gay Germany 2016 steht quasi vor der Tür und der Community verbleibt noch knapp eine Woche zum Abstimmen, wer den Titel 2016 bekommt. inqueery.de hat mit Daniel, einem der 8 Finalisten gesprochen. 

Daniel, wie alt bist Du, wo lebst Du und was machst Du beruflich?
Also ich bin 26 Jahre alt und komme aus Jüchen, eine kleine Gemeinde im Rhein-Kreis-Neuss. Beruflich habe ich aktuell zwei Standbeine. Zum einem: mein gelernter Beruf des Bürokaufmann, in dem ich aktuell im Intercompany Service arbeite, und zum anderen: meine Selbstständigkeit als Kurstrainer.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Dich bei Mr. Gay Germany zu bewerben? Und wie läuft das ab?
Durch Freunde bin ich auf die MGG Wahl gestoßen und habe mich dann mit dem Konzept auseinander gesetzt. Anfangs habe ich gedacht MGG ist ein Schönheitswettbewerb, auf den ich dann keine Lust gehabt hätte. Da MGG meiner Ansicht nach aber mehr ist, als ein Schönheitswettbewerb, habe ich mich dazu entschieden, mich dort zu bewerben. Denn der Gewinner darf sich ein Jahr lang als Sprachrohr für die Community einsetzten! Angefangen hat das Ganze mit einem Formular auf der Homepage, dann kam ein ausführlicher Fragenbogen inkl. ein Video, wo man sich vorstellen und den Grund der Teilnahme erläutern sollte. Hier wurden dann von über 100 Kandidaten die TOP 20 ausgewählt, die dann zum Vorentscheid nach Köln eingeladen waren. Hier gab es dann 6 Prüfungen: 1. Online Voting, 2. Medienpräsenz, 3. Fotoshooting, 4. Wissenstest über die LGBT* Community, 5. Interview mit Vorstellen der Kampagne und 6. Catwalk.
Daraus wurde die TOP 8 gewählt, die jetzt leider nur noch die TOP 7 ist da Bilal zum Schutz der Familie aufhören musste.

Das ist traurig, zeigt aber auch, wie wichtig die MGG-Präsenz ist und Arbeit in der Community ist. Du hast in den letzten 2 oder 3 Jahren eine Wandlung vollzogen - vom süßen Typen von nebenan zu einem supersportlichen, gut aussehenden Fitnesstrainer. Wie kam es zur Wandlung?
Bin ich jetzt etwa nicht mehr der süße Typ von nebenan? :-) Klar - ich hab mich verändert, das kann ich überhaupt nicht abstreiten, aber ich glaube das liegt nicht dran, dass ich mittlerweile ein zweites Standbein als Kurstrainer habe, sondern daran, das man älter wird. Man weiß, was man will und man setzt vermehrt Energie dafür ein, das auch zu erreichen. Ich war einfach selbst unzufrieden mit mir und habe mich in meiner Haut nicht wohl gefühlt. Mich nervte es ständig schüchtern zu sein und wollte das ändern! So fand ich meine Leidenschaft im Sport und im Tanzen... Dort bin ich alles, aber nicht schüchtern! :-)  Und die Muskeln sind ein toller Nebeneffekt - gerade in der leider oft sehr oberflächlichen Szene...

Was sagt Dein privates und berufliches Umfeld zu Deiner Teilnahme? Wie reagieren Deine Freunde und Familie?
Durchweg sehr positiv... Sie bewundern meine Mut, meine Zielstrebigkeit und meinen Einsatz etwas zu verändern. Meine Familie, meine Freunde und meine Kollegen stehen hinter mir und unterstützen mich, wo sie können! Und dafür bin ich auch sehr dankbar! Klar es gibt Neider, die einem das nicht gönnen, aber hier ist das nicht anders, als in anderen Situation: ab und an muss man einfach die Spreu vom Weizen trennen...

Erzähl uns etwas über Deine Mr. Gay Germany Kampagne "Queer Employee". Was steckt dahinter, woraus wuchs die Idee und was hast Du mit dem entwickelten "Siegel" in Zukunft vor?
Wenn wir ehrlich sind gibt es in Deutschland noch viele Bereich in dem die Community benachteiligt wird! Angefangen bei der nicht gleichgestellten Ehe, die Probleme einer gemeinsamen Adoption, bis hin zu ständigen Mobbing-Attacken in der Öffentlichkeit oder am Arbeitspatz. Doch ich bin der Meinung, am Arbeitsplatz wird bislang am wenigsten gemacht! Klar es gibt das Antidiskriminierungsgesetz, was z.B. vor einer Kündigung wegen der sexuellen Neigung schützt. Aber muss man es erst soweit kommen lassen? Ich bin der Meinung: nein! Muss man nicht! Und genau dafür hab ich die Kampagne "Queer Employee" entwickelt. Ich habe ein Qualitätssiegel entworfen, womit ich Unternehmen und Sportvereine auszeichenlassen will, die für mehr TOLERANZ, VIELFALT, VERSTÄNDNIS, GEMEINSCHAFT und ZUSAMMENHALT stehen.

Wie hast du selber dein Schwul-sein samt Outing im privaten und beruflichen Bereich erlebt?
Im privaten Bereich war das Coming Out kein Problem, ich wusste das ich eine Familie und viele gute Freunde habe, die immer hinter mir stehen, egal ob ich einen Mann oder eine Frau liebe. Mein bestes Beispiel ist meine beste Freundin Kori, sie kennt mich seit der Grundschule, also schon über 16 Jahre, und ich weiß ganz genau, sie wird immer für mich da sein und mich immer unterstützen... und dass kann ich auch von meiner Familie und von vielen anderen Freunden behaupten. 
Beruflich war das Coming Out schwieriger, während der Ausbildung sogar unmöglich, mit einem homophoben Chef, aber auch hier bin ich mutiger geworden! Ich versteck mich nicht mehr und wenn mein Arbeitgeber damit ein Problem hat, dann soll er mich nicht einstellen. Wobei ich ganz klar sagen muss, dass ich das dann nicht verstehen kann - die Arbeitsqualität ändert sich nicht, nur weil ich in seinen/ihren Augen für das "falsche" Geschlecht Gefühle haben.

Hast Du einen Partner? Falls Nein: Wie müsste er aussehen, auf was achtest Du äußerlich bei einem Mann und welche Charakter-Eigenschaften sind Dir bei Deinem Partner besonders wichtig?
Nein, und die anderen Fragen sind gemein! :-) Ich mache viel Sport und dementsprechend wäre es wünschenswert, wenn es bei ihm auch so ist. Und nein: das hat nicht mit oberflächlich zu tun, sondern damit, dass mein Partner dann einfach mehr Verständnis dafür hätte, dass ich viel Sport mache und ich mich sehr gesund ernähre. Ob er schwarze, blonde oder braune Haare hat, ist mir egal. Er sollte einfach männlich aussehen, weil sonst könnte ich mir auch eine Frau als Partnerin nehmen.
Ich lege viel Wert auf Treue, Monogamie, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Zusammenhalt. Er muss nicht perfekt sein er soll mich einfach nur glücklich machen und mir den Rücken stärken.

Welche Wünsche hast Du für die Zukunft - privat und beruflich?
Ich bin ein kleiner Träumer und habe zwei große Traumvorstellungen in meinem Kopf, die ich gerne erreichen möchte. Ich möchte mich gerne mit etwas voll und ganz selbstständig machen und einfach für mich arbeiten, anstatt für meinen AG. Und ich möchte mal heiraten und Kinder großziehen!
Aber was ich mir besonders wünsche ist, dass meine Familie und meine Freunde lange gesund und glücklich bleiben und dass es die LGBT´s in den nächsten Generationen immer und immer leichter haben.

Wann und wo findet das Finale statt und was können Deine Fans noch für Dich tun, damit Du vielleicht wirklich in diesem Jahr gewinnst? Deine Chancen stehen momentan ja wahnsinnig gut.
Das Finale findet am 5. November in Köln statt, aktuell gibt es auch noch Karten, also wer mich fleißig anfeuern will: schnell im Internet noch Karten kaufen! Natürlich können meine Fans mich weiterhin fleißig jeden Tag auf der Blu Seite (http://www.blu.fm/leben/mr-gay-germany-2016-voting/) voten und auf der MR GAY GERMANY Seite finden auch wieder seit dem Wochenende ein Online-Voting statt wo meine Fans mein Bild mit mir und Marcella liken können... Aber was ich besonders toll finden würde, wäre es, wenn ihr euren Arbeitgebern von meiner Kampagne erzählt und ihn/sie davon überzeugt, sich bei mir für das Siegel zu melden! Einfach eine Email an queeremployee@gmx.de senden!

Wir wünschen Dir viel Erfolg und verfolgen Deinen weiteren Weg und unterstützen gerne Deine tolle Queer Employee Kampagne! Danke für das nette Interview.

Und jetzt heisst es: VOTEN, VOTEN, VOTEN!!!! Und zwar <<<HIER>>>

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