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Spielkarten und Spielchips

Online-Casinos in Deutschland: Das ändert sich mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag

Nach jahrelangen Debatten und Streitigkeiten rund um die Legalisierung von Online-Glücksspiel in Deutschland, ist es kürzlich zum Durchbruch gekommen: Die Ministerpräsidenten haben sich am 12. März 2020 auf ihrem Treffen in Berlin darauf geeinigt, den dritten Glücksspielstaatsvertrag im Wesentlichen so zu beschließen, wie es der Entwurf aus Januar 2020 vorgesehen hatte. Durch den Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag werden also ab dem 1. Juli 2021 sämtliche Online-Casinos hierzulande legalisiert. Es ändert sich jedoch noch mehr und es gibt auch diverse Einschränkungen.

Internet-Casinos werden ab dem 1. Juli 2021 aus der Illegalität befreit
Drei Spielkarten neben Spielchips auf einem Tisch
Bildquelle: ThorstenF/pixabay.com

In Online-Casinos favorisieren die meisten Spieler neben Spielautomaten und Roulette vor allem Kartenspiele wie Poker und Blackjack.

Nachdem es über Jahre hinweg hierzulande immer wieder zu großen Streitigkeiten darüber gekommen war, wie es um die Legalität von Online-Glücksspielangeboten bestellt ist und ob diese künftig legalisiert werden sollen, verbreitete sich die jüngste Entwicklung bzw. Entscheidung zu diesem Thema wie ein Lauffeuer. Auf ihrem Treffen in Berlin haben sich die Ministerpräsidenten am 12. März darauf geeinigt, einen neuen Glücksspielstaatsvertrag zu beschließen, der ab dem 1. Juli 2021 in Kraft treten soll und der dritte Kontrakt in der Geschichte sein wird. Dieser Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag holt Glücksspielangebote in Online-Casinos und beispielsweise auch die dort immer häufiger anzutreffenden Sportwetten aus der Zone der Illegalität.

Im Internet gibt es zahlreiche Casinos, die ihren Kunden aus aller Welt ein äußerst üppiges Angebot an Spielen zur Verfügung stellen. Wie aus dem Sunnyplayer Testbericht von Christian Webber hervorgeht, ist der genannte Anbieter hierfür ein gutes Beispiel. Vorwiegend finden Zocker dort Automatenspiele vor, aber mit Roulette, Baccarat und Blackjack ist für Abwechslung jederzeit gesorgt. Abgesehen davon überzeugen bei diesem Online-Casino demnach auch der Kundenservice, das Bonus-Angebot und die Sicherheit.

Bisher war der rechtliche Stand zum Online-Glücksspiel in Deutschland so, dass lediglich einige wenige Anbieter aus Schleswig-Holstein eine gültige Lizenz besaßen und legal ihre Spiele anbieten durften. Die große Mehrheit operierte aus dem EU-Ausland.

Neue Regelungen haben sowohl Lob als auch Kritik hervorgerufen

Dies wird künftig nicht mehr notwendig sein, da die Beschränkung auf 20 Konzessionen aufgehoben werden soll und damit dann jedes Online-Casino, das die zugrunde liegenden Auflagen erfüllt, eine Lizenz erhalten wird. Begründet werden die neuen Regelungen damit, dass es gerade in den letzten Jahren zu einem wahren Boom von nicht reguliertem Glücksspiel im Internet gekommen ist.

So gehen Untersuchungen davon aus, dass drei Viertel aller hierzulande lebenden Erwachsenen zumindest einmal in ihrem Leben schon an einem Glücksspiel teilgenommen haben. Der jährliche Umsatz deutscher Spieler in Online-Casinos wird dagegen auf etwa zwei Milliarden Euro geschätzt.

Die neuen Regelungen, die ab Mitte des nächsten Jahres gelten sollen, sind sowohl auf Lob als auch auf Kritik gestoßen. Während die Anbieter für Glücksspiel die Entscheidung grundsätzlich begrüßten, kritisierten diverse Verbände, dass der Spielerschutz künftig leiden werde. Demnach gebe es in Zukunft noch mehr Spielanreize als ohnehin schon und damit verbunden ebenso erhöhte Suchtgefahren.

Liberalisierung des Marktes gibt es nur im Austausch mit Restriktionen

Dieses Risikos sind sich die an der Gesetzgebung beteiligten Politiker allerdings bewusst, weswegen es die neuen Regelungen nur im Austausch mit gravierenden Restriktionen gibt. Bei den Online-Casinos wird es anbieterübergreifend ein monatliches Einzahlungslimit in Höhe von 1000 Euro geben, verbunden mit der Errichtung einer zentralen Glücksspielbehörde mit Sitz in Sachsen-Anhalt. Gleichzeitig wird künftig in einer dezidierten Sperrdatei erfasst, wer zu den problematischen Spielern gehört bzw. einer Eigen- oder Fremdsperre unterliegt. Werbung für Glücksspiel soll dagegen zwischen 6:00 und 21:00 Uhr im Fernsehen und Internet verboten sein.

Den Sportwettensektor betreffen dieselben Änderungen, aber auflagentechnisch wird es ihn noch härter treffen. So sollen Wetten auf die Toranzahl ganz abgeschafft werden und es soll ebenfalls kein gleichzeitiger Login bei mehreren Buchmachern mehr möglich sein. Sämtliche abgegebene Wetten von Kunden werden zudem überwacht, verbunden mit der Weitergabe der Daten zur Kontrolle.

Weitere Beschränkungen werden die so beliebten Livewetten betreffen. Sie wird es in Zukunft noch geben, allerdings werden nur noch beispielsweise Wetten auf das nächste Tor oder das Endergebnis möglich sein. Ausnahmen gelten für Sportarten wie Basketball oder Tennis. Da deren Endergebnis naturgemäß sehr hoch ausfällt, würden Livewetten hierfür gänzlich entfallen.

 
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