Straight Family

Was macht eine Familie heute aus? Und was ist schon „normal“? Ab dem 11. September wird sich die queere Webserie STRAIGHT FAMILY, die bei funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF, zu sehen sein wird und im Rahmen eines DFFB-Projekts in Kooperation mit MANEO entstanden ist, diesen Fragen widmen.

Über die Serie:

Leo betreibt mit seinem Freund Mehmet mit viel Herzblut eine queere Eckkneipe und köchelt ganz nebenbei im Keller psychedelischen Schnaps. Eigentlich läuft das Geschäft ganz gut, doch es gibt einen Haken: Leos erzkonservative Großmutter Magda, die nichts von der modernen Ausrichtung ihres Familienbetriebs wissen darf, gehört die Eckkneipe noch. Als sie sich zum Familientreffen in ihrer alten Wirkungsstätte anmeldet, droht das Versteckspiel aufzufliegen. Zu allem Überfluss ist Leos Schwester Lara auch noch fest entschlossen, das Familientreffen für ihr eigenes Coming-Out zu nutzen. Der Showdown beginnt …

STRAIGHT FAMILY stellt überspitzt und satirisch die Frage, was „normal“ ist und dekonstruiert in fünf kurzen Folgen à 6-10 Minuten die Scheinwelt, die wir Familie nennen. Unter den Schauspieler*innen befinden sich bekannte Gesichter wie Shooting-Star Ben Münchow (u.a. „Tatort“) und Luise Helm (u.a. „Polizeiruf 110“, dt. Synchronstimme von Scarlett Johansson und Megan Fox). Die Mutter der Geschwister wird von Grande Dame Valentina Sauca verkörpert, der homophoben und rassistischen Oma Magda verhilft die 90-jährige Us Conradi zu ungeahnter Vitalität und Boshaftigkeit. Am Ende jeder Folge werden die Zuschauer*innen von den Hauptdarsteller*innen aufgerufen, sich online an der Diskussion zum jeweiligen Thema der Folge, wie beispielsweise Coming-Out, Umgang mit Rassismus und Homophobie in der eigenen Familie oder Drogenkonsum, zu beteiligen.

STRAIGHT FAMILY fängt das Lebensgefühl der Anfang-20-Jährigen auf der Suche nach dem eigenen Ich in Zeiten fragiler Identitäten ein.

Hintergrund:

Die Idee zur Webserie entstand im Writer's Room der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) mit der Dozentin Jana Buchholz, die bereits mit den ARTE-Webserien „Paare“ und „Mann/Frau“ Erfolge feiern konnte. Durch den Zusammenschluss der DFFB und funk, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF, sowie Impulsgeber und Förderer MANEO - Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, das sich seit Jahrzehnten gegen schwulenfeindliche Gewalt und Diskriminierung einsetzt, konnte das Konzept realisiert werden, das ein spannendes Experiment darstellt: Sieben Autor*innen und vier Regisseur*innen teilen sich insgesamt vierzig Minuten Webserien-Spielzeit. Von zentraler Bedeutung für das Projekt war außerdem, "queere Mitwirkende vor und hinter der Kamera zu haben, um deren Lebensrealität authentisch abzubilden und Stereotypisierung zu vermeiden", erklärt Thilo Kasper, der die Webserie als Creative Producer von funk betreut hat. Auch die avisierte Online-Auswertung bedeutete für die DFFB-Studierenden erzählerisches Neuland: Sie verlangte eine intensive Auseinandersetzung mit den „neuen“ Sehgewohnheiten im Internet. Welche Erzählweisen werden bedient, welche gebrochen? Und wie kann tiefgehendes, subtiles Erzählen heute gelingen? „Die Kooperation hat den Studierenden die Möglichkeit gegeben, die narrativen und visuellen Besonderheiten einer Webserie zu erforschen und dabei die schnelle Erzählweise dieses Formats mit der Handschrift der DFFB und Stilmitteln des Kinos zu verbinden“, resümiert Katharina Tebroke, Studienleiterin der DFFB. STRAIGHT FAMILY ist die erste Webserie, die Studierende einer Filmakademie für funk produzieren. 

 

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