Wenn der Freund ins Gefängnis muss

Die beiden Mittzwanziger Frank und Dominik sind ein Paar. Aber ihre Beziehung steht vor einer Herausforderung. Denn Dominik muss ins Gefängnis mitten in der Provinz. Frank begleitet ihn auf diesem schweren Weg und versucht ihn nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen.

Er bereitet seinem Freund ein sprichwörtliches Bündel Erinnerungen, das ihm Kraft in der Zeit der Einsamkeit geben soll. Aber Dominik will sich nicht im Früher aufhalten. Er sieht seine Haftstrafe als Chance, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Aber was heißt das für ihre Beziehung? Auf dem Weg zum Gefängnis steht diese Frage unausgesprochen, aber erdrückend im Raum.

"Der Kurzfilm wirft die Frage auf, wie zwei Menschen angemessen mit äußerem Druck und einer Liebe ohne Zukunft umgehen können, ohne dass alles in Scherben endet", sagt Regisseur Simon Schultz über seinen Kurzfilm FRANK. Bereits im Jahr 2013 feierte der Film bei den 24. Lesbisch-Schwulen Filmtagen Hamburg Premiere. Seitdem blieb er aber einem größeren Publikum verschlossen. queerblick zeigt den Film ab sofort auf YouTube:

"Erfahrungen der Entwurzulung"

Die Inspiration zum Film kam Schultz, der in der Szene eher als die Hamburger Polit-Tunte Gitte Schmitz bekannt ist, bei der Lektüre der gleichnamigen Kurzgeschichte von Jan Geiger. "Ich habe selbst Erfahrungen der Entwurzlung gemacht und war dann zu einem Neustart gezwungen. Ich fand deshalb die Frage sehr spannend, wie die beiden Charaktere mit Punkten im Leben umgehen, die gesetzt wurden, und welche unterschiedlichen Erwartungshaltungen sie dabei haben ", sagt Schultz.

Herausgekommen ist dabei ein 14-mintüger Kurzfilm, der von dem Unausgesprochenen zwischen dem Paar lebt. Smalltalks überdecken die drohende Angst des Verlustes. Die Zuschauer*innen werden Teil eines Abschieds, der mit jeder Minute Film stärker über den beiden hereinbricht, aber nicht artikuliert wird.

Dass die beiden Hauptcharaktere schwul sind, spielt dabei keine Rolle. "Uns ist wichtig, dass Homosexualität im Film nicht als Problem konstruiert wird, sondern als selbstverständlich gezeigt wird", sagt Schultz. Für ihn stand nicht die sexuelle Identität der Figuren im Fokus, sondern die Fragen: Wie können Menschen auf solche Situationen reagieren? Wie können Sie mit Trennung und Erinnerung umgehen?

 

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