Kultur
   11 Jahre

Für Spektakel zu schade

Auf einer Tour?

Eine Tour haben wir noch nicht geplant, einfach weil ich glaube, dass ich dazu jetzt noch nicht bereit bin. Jetzt kommt erst mal Oslo. Und ich bin ich noch gar nicht so trainiert, dass ich auf eine dreiwöchige Tour gehen könnte, die ja auch anstrengend für die Stimme ist. Aber ich hab total Bock auf Auftritte, das Album zu präsentieren und auch mal ein anderes Lied als "Satellite" zu singen.

Erst gab es den Sieg bei "USFO", dann stand "Satellite" fünf Wochen auf Platz Eins in den Charts und "Love Me", ein von dir selbst getextetes Stück, hat es auch in die Top 5 geschafft – wie schaffst du es, bei all dem Rummel geerdet zu bleiben?

Das fällt mir gar nicht schwer, ich bin gar nicht veranlagt, irgendwie komisch zu werden. Dafür telefoniere ich aber auch ganz viel mit meiner Mama, mit meiner Familie und meinen Freunden. Wenn ich zuhause bin, dann ist das so wie immer, dann bin ich ganz normal Lena, und dadurch kommt man total runter. Wenn man jetzt hier in Köln ist, dann ist man immer irgendwie aufgeregt, man steht unter Strom, weil da so viel dranhängt, im Studio ist so viel Licht und Atmosphäre und da sind so viele Menschen, da kann man eigentlich nicht anders als hibbelig sein. Aber ich kann auch ganz normal sein. Ganz viele Interviewpartner sagen mir dann immer, Mensch, Lena, du bist ja gar nicht so verrückt und durchgeknallt.

Du hast selbst gesagt, du stehst unter Strom, kommt jetzt langsam so ein Gefühl wie Verantwortung für die Nation, die du ja beim Eurovision Song Contest vertrittst?

Ja schon, Verantwortung in dem Sinne, dass man nicht enttäuschen möchte. Aber wenn ich etwas oder jemanden gut finde, dann weil es mir persönlich gefällt und nicht, weil der in dem und dem Bereich eine Medaille geholt hat. Wenn es nichts wird in Oslo und die Leute trotzdem toll finden, wer ich bin und was ich mache, dann wäre das doch hervorragend.

Warum hast du dich für dieses Casting-Format beworben und nicht etwa für "DSDS"?

Ich hab mich gar nicht bewusst dafür entschieden, meine beste Freundin hat mir einen Besuch bei "TV Total" geschenkt. Dann saßen wir beide vorm PC und haben geguckt, wann ein cooler Gast in die Show kommt. Wir haben das "USFO"-Logo gesehen und gesagt, ja jetzt mach doch einfach mal. Ich hab mich angemeldet, dann kam die Email: Herzlich willkommen, Ihr Casting-Termin ist in einer Woche um 12.00 Uhr in Köln, dann seien Sie doch mal da und da und haben drei Lieder vorbereitet. Der Termin war am Tag nach den Bundestagswahlen, da habe ich extra noch Briefwahl gemacht, weil es ja mein erstes Mal war und ich es total kacke fand, dass ich nicht wählen konnte. Und ich hatte gar keine Zeit, meine Lieder zu üben, weil wir gerade eine Klausuren-Phase hatten, so bin mehr oder weniger unvorbereitet nach Köln gefahren.

In der Presse ist ein Gegensatz aufgebaut worden, "USFO" sei ein Format für behütete Bürgerkinder, "DSDS" dagegen eine krawallige Inszenierung für Unterschichts-Loser, die keinen Plan B haben, wenn es mit dem Superstar nichts werden sollte. Was hältst du von dieser Diskussion?

"USFO" könnte genauso inszeniert sein wie "DSDS", man könnte bei mir wahrscheinlich auch Sachen finden, die völlig unbedeutend sind, und dann riesengroß machen und "Skandal, Skandal" rufen. Hätte ich bei "DSDS" mitgemacht, würden wahrscheinlich jeden Tag Schlagzeilen in der "Bild"-Zeitung stehen, obwohl ich selbst gar nicht so einen skandalösen Hintergrund habe.

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