Reise
   10 Jahre
Foto: EXIT Magazin

Einmal Cowboy sein

Auf ins schillernde Nachtleben

Sobald die Nacht hereinbricht, verwandelt sich die Cedar Springs Road in ein abwechslungsreiches Szeneviertel. Ein absolutes Muss für alle Fans von maskulinen Cowboys, Bier, Poker, Line Dance und einen Abend ohne aufgesetztes Schischi, ist der beeindruckende Round-Up Saloon des sympathischen Paares Gary Miller und Alan Pierce. "Unser Laden macht jedes Jahr mehr Umsatz", freut sich Alan. "Vielleicht liegt das daran, dass unsere Philosophie lautet: Promote, promote, promote!" Nur manchmal schaut er ein wenig wehmütig auf die alten Tage, in denen so gut wie jeder Besucher ein "Cowboy" war und einen Hut trug. Heute besteht das Publikum größtenteils aus Szene-Hoppern jeden Alters, die an einem Abend mehrere Clubs besuchen. "Aber unsere Stammgäste von damals sind immer noch da", ergänzt der Charmebolzen stolz. Auch ein Großteil des Personals steht ihm und Gary seit vielen Jahren treu zur Seite: "Juanita, unsere Line Dance Lehrerin, arbeitet für uns seit 16 Jahren und unterrichtet immer noch 3 Mal die Woche." Vor einigen Wochen wurde der Pachtvertrag um weitere 30 Jahre verlängert und es gibt noch einen Grund zur Freude: Das 30-Jährige Bestehen wird vom 15. bis zum 18. Juli gebührend zelebriert.

Trinkgeld geben gehört in Amerika nach wie vor zum guten Ton und so ist es nicht verwunderlich, dass der "Nebenberuf" Barkeeper eine begehrte Einnahmequelle ist. Gerade vor Clubs wie dem BJ’s NXS sieht man monströse Pick-Ups, Cameros oder auch schon mal einen Lotus, die nicht nur den Gästen gehören. In der Sports & Video Bar Woody’s fühlen sich Sportnarren, aber auch Travestiekünstler wohl, was kein Widerspruch zu sein scheint. Die bärtige Miss Wanda Show im Woody’s ist einen Mittwoch-Abend-Besuch wert. Für Liebhaber von Männern in Fummeln bietet darüber hinaus The Rose Room eine Fülle von High-Heels und üppige Perücken. Für Bärchen- und Leder-Typen ist das Eagle die perfekte Location und wer leicht bekleidete Jungs an Stangen tanzen sehen will, der sollte dem verwegenen Tin Room einen Besuch abstatten.

Freedom Parade und Gay Rodeo im September

Der Spätsommer hat es in sich. Aufgrund der hohen Temperaturen in den Sommermonaten wurde die Alan Ross Texas Freedom Parade, die übrigens zum 27. Mal stattfindet, im Jahr 1983 auf den dritten Sonntag im September verlegt. Das Motto am 19. des Monats lautet dann "One Heart, One World, One Pride". Die Forderungen sind klar: Gleiche Rechte im Gesundheitswesen, bei Hochzeiten und in der Geschäftswelt. "Hierfür kämpfen wir jeden Tag, nicht nur einmal im Jahr", erklärt Michael Doughman. "Wir geben unser Bestes, um einen Beitrag zu Dallas großartiger Vielfalt beizusteuern. Auf hohem Niveau und auf eine zuvorkommende Art und Weise." Die Parade startet am frühen Nachmittag auf der Cedar Springs Road, Ecke Wycliff Avenue und endet am gleichen Abend im Robert E. Lee Park, wo gegen 17 Uhr das Texas Freedom Pride Festival stattfindet.

In der Woche vor dem Dallas Pride, vom 10. bis zum 12. September, findet das Big D Rodeo in Alvardo Texas statt. Die älteste Stadt in Johnson County ist circa eine Stunde mit dem Auto von Dallas City entfernt. Veranstalter ist die Texas Gay Rodeo Association, die mit über 25 Jahren Berufserfahrung stolz behaupten kann: "Niemand weiß so gut wie wir Texaner, wie man Gay und Rodeo miteinander verbindet!" Neben kernigen Männern und Frauen gibt es die Klassiker, wie Tonnenrennen oder Bullenreiten zu bestaunen. Für noch mehr Spaß sorgen die eigenwilligen Wettbewerbe im Rahmen des "Wild Drag Race", wo einem Bullen auch schon mal eine überdimensionale Unterhose über den Kopf gezogen werden muss. Wer nach so viel schwulem Treiben etwas zu beichten hat, der sollte einen Sonntag in der Cathedral Of Hope verbringen, einer großflächigen Kathedrale für schwule und lesbische Christen direkt an der Cedar Springs Road.

 
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