Reise
   12 Jahre
Foto: Yanan Li / Stockholm Visitors Board

Hier steppt der Elch

The Rainbow Capital

Auch wer außerhalb des Gay Pride nach Stockholm reist, kommt szenetechnisch auf seine Kosten, nicht umsonst nennt sich die Stadt selbst "The Rainbow Capital". Tagsüber nimmt man gern einen Café im Chokladkoppen, dem ältesten Gay-Café in der malerischen Altstadt oder dem lesbisch geführten Copacabana im Stadtteil Södermalm. Einen in jeder Hinsicht appetitlichen Eindruck machen die Restaurants Torget oder Le Rouge, die mit ihrem altmodischen Charme dem Begriff "camp" alle Ehre machen. Wunderschön am Wasser gelegen trifft sich die Szene zum Dinner auch gerne im etwas außerhalb gelegenen Mälarpaviljongen bei exzellentem Essen, Cocktails und Livemusik. Partypeople und Nachtschwärmer kommen im hippen Trendviertel SoFo auf ihre Kosten: in den Clubs Högkvateret, Paradise oder Zipper tobt der Elch.

Etwas stylisher geht es im zentral gelegenen Traditionshotel Berns zu, das in seinem Jungendstil-Ambiente mehrmals im Jahr die 2,35:1+Gay -Party beherbergt. Natürlich kommen in Stockholm auch die Fetischmänner nicht zu kurz: Die Scandinavian Leather Men (SLM) feiern ihre Clubabende im Fetisch. Für Lesben besonders attraktiv sind die Bars Momma und Roxy sowie der Club Kolingsborgm, der gleich mehrere Frauenfeste im Wechsel beherbergt. Für den perfekten Ausklang eines Stockholm-Wochenendes sorgt die Patricia, ein Restaurant- und Partyboot, das Sonntag abends im Hafen vor allem schwule Klientel an Bord nimmt.

Homo-Hochzeit in 35 Sekunden

Wie in Skandinavien nicht unüblich, sind die wenigsten Lokale, an denen eine Regenbogenfahne hängt, ausschließlich queerem Publikum vorbehalten. Und diese unkomplizierte Mischung von Homo und Hetero passt gut ins Bild eines ausgesprochen toleranten Landes. Schweden hat mit seiner fortschrittlichen Gesetzgebung die Rechte für Schwule und Lesben so weit ausgedehnt wie kein zweites europäisches Land. Augenfälligstes Beispiel: Seit 2009 gibt es hier keine Unterschiede mehr in der Ehe zwischen hetero- oder homosexuellen Paaren.

Seitdem ist das üppig dekorierte Trauzimmer im Stockholmer Rathaus die beliebteste Adresse für gleichgeschlechtliche Eheschließungen. Allerdings müssen sich die Brautleute vorher genau überlegen, was sie sagen wollen: die lange Trauungszeremonie dauert gerade mal vier Minuten, die kurze 35 Sekunden, dann ist das nächste Paar an der Reihe.

Der Sommer ist der perfekte Jahreszeit für einen Besuch in Stockholm, dessen Gay Pride man jedem nur empfehlen kann. Und keine Furcht vor der kniffligen Sprache: mit englisch kommt man, wie in allen skandinavischen Ländern, bestens durch. Ein wirklich nützliches Wort ist "jättebra" - das heißt soviel wie prima - und taugt perfekt als Fazit einen queeren Stockholm-Wochenendes.

Nützliche Infos:

QX Magazin: QX ist das größte skandinavische Szenemagzain. Es erscheint monatlich und ist kostenlos erhältlich. Unter www.qx.se ist es auch im Internet präsent. Im Menupunkt "gaymap" sind alle relevanten Lokalitäten detailliert beschrieben, diese Seite enthält auch eine deutsche Übersetzung. 

www.stockholmtown.com/gay-lesbian - das offizielle Online-Angebot der Stadt, zugleich Website des Stockholm Gay&Lesbian Network mit allen Infos zum schwul-lesbischen Stadtleben, Unterkünften sowie touristischen Angeboten. Enthält einen Gay- sowie einen Lesbian Guide zum Download. Aktuelle Diskussionen und Infos sind auch via Facebok zu verfolgen: www.facebook.com/StockholmInFullGlory

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