Jeck-Check

Zombies im Kulturbunker

Schon in die siebte Session ging die "Röschen Sitzung". Nach dem eher mäßigen Programm der letzten Ausgabe zeigte das kreative Team wieder, was eine närrische Harke ist. Dabei musste das bewährte Ensemble einen prominenten Abgang verkraften. Hilde Hübsch alias Bernd von Fehrn hatte Abschied genommen, blieb aber als Texter im Hintergrund aktiv.

Matthias Brandebusemeyer und Marion Radtke moderierten sich nun als Duo durch einen abwechslungsreichen Abend. Anders als etwa bei den Kolleg(inn)en von der (ungleich kleineren) "Kattwinkelsitzung" zog sich das selbst gegebene Motto durch den gesamten Abend. Es wimmelte nur so vor "Apokalesbischen Untunten". Etwa Nosferatu (alias Stephan Runge), der sich vor all dem fürchtet, was im den von ihm so heiß geliebt "süßen Blut" heutzutage so alles herumschwirrt (wie HIV oder Hepatitis).

Oder die von Jonathan Briefs verkörperte "Marie-Luise Hanuta", im Filmeinspieler "Gay Bitch Project", der grandiosen Parodie aufs "Blair Witch Project", lauert sie am Aachener Weiher nichts ahnenden Homosexuellen wie den "Filmstudenten" Claus Vinçon und Matthias Brandebusemeyer auf, um mit ihnen unbeschreibliche Dinge zu tun.

Als überraschend verdorben, später gar mörderisch entpuppt sich der von George le Bonsai passend verkörperte Schlumpf an der Hand seines Vader Abraham (wieder Runge).

Nix Gott, dafür Schilddrüsenunterfunktion

Zu den weiteren Highlights gehörte überraschend der Auftritt des von Jonathan Briefs verkörperten "Depressivchens", das diesmal ein für die Verhältnisse der Figur schmissiges Lied über seine chronische Krankheit im Gepäck hatte ("Ich dachte, ich spüre Gott in mir, aber es war Schilddrüsenunterfunktion").

Hübsch (wenn vom Humor auch leider reichlich angestaubt) war auch die Idee einer eigenen Musical-Version von "La Cage aux Folles" mit lauter Liedern von Gitte Haenning. Der geliebte Sohn (Runge) zweier Tunten in den besten Jahren (Vinçon und Briefs) bringt leider statt des gewünschten Kerls eine Freundin (stimmgewaltig: Nina Klopschinski) mit ins Ehrenfelder Heim.

Nach dem im Gesamteindruck eher mauen Programm aus dem Vorjahr hat die Röschen-Crew im dieser Session zu alter, fantasievoller Stärke zurück gefunden. Eine Frischzellenkür könnte allerdings nicht schaden. Der "Rocky Horror"-Gastauftritt von Nachwuchskräften aus dem "Kulturschock" stimmt da schon mal optimistisch.

Mehr zur "Röschensitzung" hier

Für die letzte Vorstellung am Karnevalsfreitag, 04.03., gibt es noch Restkarten an der Abendkasse.

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