NRW
   4 Jahre
Foto: Jürgen Wenke, Rosa Strippe e.V.

Neuer Stolperstein in Bochum

Auf Initiative der Rosa Strippe wurde in Bochum ein Stolperstein für einen von den Nazis verfolgten schwulen Schlosser verlegt. Der Stein für Willi Güte liegt vor dem Haus in der Kreyenfeldstr. 54. Die Initiative dazu ging von Jürgen Wenke aus, einem ehrenamtlichen Mitarbeiter der Rosa Strippe. Er hat auch Forschungen zum Leben des Mannes angestellt.

Heinrich Wilhelm (Willi) Güte wurde 1916 in Bochum-Werne geboren und war Arbeiter, Bergmann und Schlosser von Beruf. Als Jugendlicher wurde er wegen eines sexuellen Kontaktes verhaftet und verurteilt und danach durch die Gestapo verfolgt. Zwar stellte der Volksgerichtshof in Berlin das Verfahren wegen Landesverrats ein, doch wurde er während des Krieges als Soldat verurteilt wegen Fahnenflucht, Urkundenfälschung und homosexueller Kontakte. Nach der vollen Verbüßung seiner Strafe im Zuchthaus Münster und im Moorlager Esterwegen wurde er nur wegen seiner sexuellen Orientierung in das KZ Buchenwald und danach in das KZ Dora deportiert. In den Wirren bei Kriegsende konnte er entkommen und ging zurück nach Bochum, wo er bis zur Rente 1981 blieb. Danach zog er nach Köln, wo er 1988 starb.

Eine Entschädigung für die zu Unrecht erlittene Haft hat Willi Güte wie alle anderen homosexuellen Männer aus dieser Zeit nie bekommen. Die Rosa Strippe will deshalb mit diesem Stolperstein auch daran erinnern, dass den schwulen Opfern der Nazizeit doppeltes Unrecht geschehen ist. „Güte hat, wie viele andere, auf eine moralische Entschuldigung der staatstragenden Institutionen oder eine finanzielle Entschädigung oder gar eine Rentenzahlung vergeblich gehofft.“

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