NRW
   6 Jahre
Foto: „Zeche Zollverein abends“ von Thomas Wolf, www.foto-tw.de - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zeche_Zollverein_abends.jpg#/media/File:Zeche_Zollverein_abends.jpg

Zollverein entschuldigt sich beim SVLS

Viel Ärger hatte sich die Stiftung Zollverein in Essen eingehandelt, als sie dem Sozialverein für Lesben und Schwule (SVLS) nicht genehmigte, am 17. Mai eine Aktion von schwulen und lesbischen Jugendlichen auf der Zeche Zollverein durchzuführen. Deshalb traf sich der schwule Bundestagsabgeordnete Kai Gehring aus Essen (Bündnis 90/ Die Grünen) mit Hermann Marth und Jolanta Nölle vom Vorstand der Stiftung Zollverein. Dabei wurde die Sache geklärt.

Gehring, Marth und Nölle veröffentlichten hinterher eine Erklärung, dass sie darin übereinstimmten, dass die Absage und ihre Begründung ein Fehler waren, „welcher die Gefühle vieler Menschen verletzt hat und sich nicht wiederholen dürfe“. Die Stiftung bedauerte, dass die Absage zu Missverständnissen und großem Unmut geführt habe. Die Vorstände zeigten Verständnis dafür, dass die Jugendlichen, ihre Familien und Freunde die Begründung als Herabwürdigung empfunden hätten. Sie stellten zudem in Aussicht, einen verfeinerten Kriterienkatalog für die Genehmigungspraxis von Veranstaltungen auf Zollverein zu entwickeln.

Der Vorstand der Stiftung Zollverein bekräftigte nach dem Gespräch: „Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist ein Ort, der für Weltoffenheit und Toleranz steht. Es spiegelt nicht nur die Geschichte der Region wieder, sondern auch ihre Gegenwart, die sich durch eine große gesellschaftliche Vielfalt auszeichnet. Es ist eine unserer wichtigsten Aufgaben, dies allen Besuchern, Akteuren und Mitarbeitern gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Wir entschuldigen uns bei allen Menschen, deren Gefühle wir verletzt haben und wir bedanken uns bei denen, die sich kritisch zu der Absage geäußert haben, denn sie haben uns viele konstruktive Ideen mitgeteilt.“ Man werde sich nun mit dem SVLS und den Jugendlichen treffen und gemeinsam überlegen, wie man künftig zum Abbau von Homophobie und Transphobie beitragen könne.

Auch Kai Gehring ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Es war wichtig, dass sich der Vorstand der Stiftung Zollverein schriftlich und im persönlichen Gespräch aufrichtig für die Entscheidung entschuldigt hat. Dass die Stiftung mit mir und dem Verein das Gespräch sucht, ist ein gutes Zeichen, um das Vertrauen der schwul-lesbischen Community in die Stiftung Zollverein wieder aufzubauen.“ Die Stiftung wolle dem Verein SVLS und seinen Jugendlichen Angebote unterbreiten, mit denen schwul-lesbische Lebensweisen auf dem Zollverein-Gelände noch vor dem nächsten Internationalen Tag gegen Homophobie durch konkrete Formate sichtbar werden. Darüber hinaus prüfe Zollverein weitere Ideen, wie sie auf die schwul-lesbische Community verstärkt zugehe.

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