"Sommerlust" abgesagt

Nach den tragischen Todesfällen im Rahmen der Loveparade am 24. Juli in Duisburg wird das schwul-lesbische Straßenfest Straßenfest "Sommerlust" kurzfristig abgesagt. Das von der AIDS-Hilfe Duisburg / Kreis Wesel organisierte Fest, sollte am 14. August als Ersatzveranstaltung für den in diesem Jahr auf Grund von organisatorischen Schwierigkeiten entfallenden CSD Duisburg stattfinden.

Der Schock sitzt tief

"In Trauer und mit Respekt vor den Toten und Verletzten stehen wir immer noch fassungslos vor dem Unvorstellbaren" versucht Dietmar Heyde, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe, die Entscheidung zu erklären, "umso tiefer sitzt nunmehr der Schock." Wenngleich ein eindeutiges Votum aller Mitarbeiter zu der Absage geführt habe, beschreibt der Vorstandsvorsitzende der AIDS-Hilfe Rolf Ringeler, die Tragweite der Entscheidung.

"Gerade in einem Jahr, in dem hochrangige katholische Kreise in diskriminierender und fast inquisitorischer Weise öffentlich ihre Homophobie zum Ausdruck brachten", hätte es die Veranstaltung ein wichtiges politisches Signal gesetzt. Dem "Wunsch nach freudvollem Feiern mittendrin im Leben der Stadt" könne nach den furchtbaren Ereignissen in Duisburg dennoch nicht mehr nachgegangen werden.

Den vielen Sponsoren, Förderern und Unterstützern möchte die AIDS-Hilfe Dusiburg / Kreis Wesel besonders herzlich für ihr kurzfristiges Engagement danken. Im nächsten Jahr findet der zehnte Jubiläums-CSD, um ein "markantes Signal für Toleranz und Akzeptanz" zu senden, wünscht Ringeler sich ebenso viel Engagement. "Wir sind dabei!" zeigt der Vorstand sich kampfeslustig.

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