Aktiv für mehr Sichtbarkeit

Die Frankfurter Lesben Informations- und Beratungsstelle LIBS feiert in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. Über die Herausforderungen der Aufklärungs-, Gruppen- und Beratungsarbeit heute und der Sichtbarkeit der Lesbenszene beim CSD sprach das gab-Magazin mit Elke Kreß und Doris Gruber vom LIBS-Team.

Gibt es heute noch den Beratungsbedarf wie in den 90er Jahren?
Doris: Oh ja! Es ist durchaus so, dass das LIBS besucht wird und es eine Nachfrage gibt. Nicht nur bei den jungen Frauen und Mädchen, sondern auch bei den Älteren.

Elke: Als psychosoziale Beratungsstelle haben wir zwei Bereiche: das pädagogische Angebot  für lesbische und bisexuelle Mädchen und jungen Frauen bis 25 Jahren sowie das Gruppen- und Beratungsangebot für lesbische und bisexuelle Frauen und Transgender über 25. Das Beratungsangebot besteht in individueller Einzel- sowie Paarberatung zu verschiedenen Themen.

Also hat sich trotz mehr Rechten nicht viel verändert?
Doris: Genau über diesen Punkt habe ich mit Ute Kraft, einer der Gründungsfrauen, gesprochen. Sie meinte die Zeiten haben sich schon geändert. Damals galt das Motto: „Kommt alle raus aus eurem Versteck!“. Heute herrscht die Meinung, dass wir alle sichtbar sein können.
Nur weil es heute andere Gesetze gibt, ist damit das Thema, wie ich damit lebe und wie ich integriert bin, aber nicht vom Tisch. Klar sind wir als Gesellschaft liberaler geworden, aber trotzdem laufen noch Diskriminierungen ab. Die Identitätsfindung ist teilweise sogar komplizierter geworden.

Also steht ihr noch vor den selben Herausforderungen?
Doris: Es hat sich vom gesellschaftlichen Klima her zwar viel geändert, aber ich finde, es ist auch komplizierter geworden. Es gibt eine Liberalität in puncto Sexualität, aber auch eine Tendenz das "Lesbischsein", analog wie bei Schwulen, auf das Thema "Mit wem gehe ich ins Bett?" zu reduzieren. Das ist eine Bagatellisierung der Frage: Wer bin ich eigentlich und wie lebe ich?

Das komplette Interview gibt’s in der Mai-Ausgabe des gab-Magazins.
Mehr Infos unter libs.w4w.net und libsblog.de

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