STUMM

Ihre Händen berühren sich heimlich unter der Schulbank. Denn sie fühlen beide, dass sie für einander bestimmt sind. Aber da weiß Sondre noch nicht, dass Elias eine Nachricht hat, die ihn erschüttern wird. Der Film ist auf YouTube zu sehen:

Queere Filme mit tragischem Ende desillusionieren Teenager

STUMM ist ein Kurzfilm von Eilidh Gow aus Schottland und David Bonecker aus Österreich. Die beiden jungen, queeren Filmemacher haben ihn während eines gemeinsamen Aufenthaltes in Norwegen produziert. Die Idee dazu kam Eilidh nach dem Besuch eines LSBT*-Filmfestivals, bei dem alle Kurzfilme ein tragisches Ende hatten: "Ich bin traurig und frustriert nach Hause gegangen. Ich fand es schrecklich, dass ungeoutete Teenager nur solche Beispiele zu sehen bekommen. Also dachte ich, es ist an der Zeit, jetzt wo ich geoutet bin, einen eigenen Film zu machen, der nicht mit einer toten oder zusammengeschlagenen Person endet."

Das Drehbuch entwickelte Eilidh, die Regie führte, zusammen mit David, welcher für die Kamera verantwortlich war. Davids eigene Erlebnisse waren die Inspiration für den Charakter von Sondre. Er war nach dem Ende einer kurzen und intensiven Beziehung nach Norwegen geflüchtete, um sich dort eine Auszeit zu nehmen: "Das Trauma, weil man von einem geliebten Menschen verlassen wurden und dadurch noch mehr Verlustängste hat, sind alles Dinge, durch die ich persönlich gegangen bin und die auch immer noch Bestandteil meines Alltags sind. Aber das ist auch Bestandteil von so vielen Menschen da draußen. Das wollten wir einfach mitnehmen und zeigen: 'Hey, du bist nicht alleine, es wird besser und nicht alles hat ein definitives Ende.'"

STUMM - der Name ist Programm

Der Film kommt insgesamt mit wenig Sprache aus. Hier sind deutlich die Einflüsse von David zu merken, der auf seinem YouTube-Kanal sonst vor allem Landschaften filmisch in Szene setzt. Und auch Eilidh, die auf YouTube bereits mehrere Kurzfilme veröffentlicht hat, lässt die Zuschauer*innen gern beobachten statt jede Szene mit Handlung und Text zu überfrachten. So ist ein Film entstanden, der in die Gefühlswelt zweier Teens eintaucht und diese in der Einsamkeit und Schönheit von Stavanger (Norwegen) inszeniert.

Entstanden ist so ein sehenswerter und berührender Kurzfilm, der in zwei Ländern zu Ende gestellt wurde. "Wir haben uns seit dem Filmdreh vor mehr als einem Jahr nicht persönlich wiedergesehen", sagt Eilidh. Die Postproduktion brauchte deshalb viel länger als erwartet. "Wir haben unterschätzt, welchen Effekt es auf den Schnitt hat, wenn man in zwei verschiedenen Ländern lebt", fügt sie hinzu.

Mit der Veröffentlichung auf queerblick hat der Film bereits in zwei Wochen mehr als 100.000 Abrufe erreicht. "Das ist eine tolle Chance für junge Filmemacher", sagt Falk Steinborn, Vorstand des Vereins queerblick e.V. Dieser unterstützt immer wieder junge Talente dabei, ihre Werke sichtbar zu machen und deren Botschaft zu verbreiten. Das gelingt auch dank der Hilfe vieler ehrenamtlicher Übersetzer*innen. Wer sein eigenes Werk bei queerblick zeigen will oder sich für Übersetzungen ehrenamtlich engagieren will, der*die kann sich unter info@queerblick.de melden.

 

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