Gesellschaft
   4 Wochen

Sind soziale Netzwerke krasser als Pornoseiten?

In Deutschland gewinnen soziale Netzwerke immer mehr an Beliebtheit. Nutzerzahlen steigen stetig – Pornoseiten erleben dagegen Ebbe. Warum ist das so?

Sinkendes Interesse an Pornoseiten

Eine Studie zeigte, dass Pornos eine immer geringere Rolle im Internet spielen. Wir surfen etwa zehn Prozent weniger auf Pornoseiten und suchen 20 Prozent weniger über Suchmaschinen nach Pornos. Vor zehn Jahren war das noch anders.

Warum ist das so? Sinkt das Interesse nach Sex? Oder haben soziale Medien die gleiche Befriedigung zu bieten? Eines ist jedenfalls klar: Mit sinkenden Anfragen nach Pornos steigt die Nachfrage nach sozialen Netzwerken.

 

Mehr jüngere Menschen sind online

Auch Teenager sind immer früher auf Social Media und im Internet unterwegs. Es ist kein Geheimnis, dass in Erotikfilmen nicht immer korrekte Werte vermittelt werden. Die Darsteller entsprechen meist einem bestimmten Schönheitsideal, besonders, wenn kosmetische Eingriffe ins Spiel kommen.

Doch ist das bei sozialen Netzwerken nicht noch extremer? Gerade hier werden jungen Menschen unrealistische Standards vorgelebt – Bilder sind gestellt und bearbeitet. Das kann gefährlich werden, speziell, wenn es die psychische Gesundheit der Nutzer negativ beeinflusst. Bei Pornos weiß man wenigstens, dass alles gespielt ist.

 

Soziale Medien mit pornografischen Inhalten

Werden Pornos weniger geschaut, weil soziale Medien auch in einer Art und Weise pornografisch sind? Brüste, schöne Hintern und halb nackte Frauen finden sich problemlos auch auf Instagram und TikTok.

Die sogenannten “Thirst Traps” kommen bei vielen Nutzern gut an. Sie sind außerdem für jeden komplett kostenlos zugänglich. Wenn du auch schon einmal eine Thirst Trap auf deiner Startseite gesehen hast, verstehst du vielleicht den Reiz. Oder vielleicht wolltest du sie gar nicht sehen. Genau das ist nämlich der Punkt – sie tauchen einfach ungefragt auf der Startseite auf. Wenn du damit interagierst, bekommst du immer mehr solcher Inhalte vorgeschlagen. Wie beeinflusst uns das?

 

Ausziehen für mehr Likes

Likes sind ein wichtiges Statussymbol auf Social Media. Einige landen in der Falle, ihren Wert über die Anzahl ihrer Likes und Follower zu definieren. Das ist besonders für junge Menschen gefährlich, denn sie lernen schnell: mehr Haut, mehr Likes. Das Bikinifoto am Strand bekommt doppelt so viele Likes, wie der Post mit dem Freund.

Da bekommt man schnell das Gefühl, man müsse sexy Fotos posten, weil sich sonst keiner für einen interessiert. Likes sind grundsätzlich nichts Schlechtes, wenn sie unseren Selbstwert definieren, werden sie allerdings problematisch.

Also bleib dir selbst treu! Wenn du merkst, dass Likes dich beeinflussen, dann schalte sie aus. Das geht bei Instagram zum Beispiel einfach über die Bildeinstellungen.

 

Shake some Ass

Tanz-Challenges und Tanzvideos sind besonders auf TikTok sehr beliebt. Sie sind meist einfach und machen Spaß. Doch dann merkt man, das gleiche Video bekommt mehr Aufmerksamkeit, wenn mehr Haut zu sehen ist, weil es im Bikini gedreht wurde. Videos, in denen der Hintern in die Kamera gehalten wird, gehen viral.

Sexuelle Inhalte in Videos für mehr Reichweite sind keine Seltenheit. Jede Plattform regelt die Angelegenheit dabei anders. Inwieweit jene Inhalte auf TikTok überhaupt erlaubt sind, erfährst du hier: www.erotik-insider.net/tiktok-porn/

 

Pornos auf Twitter

Pornografische Inhalte sind am ehesten noch auf Twitter erlaubt. Nutzer können sich hier über die richtigen Profile Erotikfilmchen ansehen. Das wird besonders kritisiert, da sich auch Minderjährige auf der Plattform herumtreiben.

Doch keine Sorge – Eltern können ihre Kinder im Internet schützen. Auch soziale Netzwerke haben Möglichkeiten, sexuelle Inhalte vor Kindern zu verbergen. Und der Algorithmus zeigt auf Dauer ohnehin nur das, wonach man oft sucht.

 

Fazit

Pornos und sexuelle Inhalte verlieren mit Sicherheit nicht an Beliebtheit. Nur die Art, wie wir sie konsumieren, ändert sich. Social Media kann zwar gefährlich sein und unrealistische Beauty-Standards vermitteln – mit der richtigen Aufklärung und bewusster Nutzung lässt sich dieses Problem aber umgehen.

Mehr interessante Gesellschaftsthemen findest du hier.

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