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Foto: A.P.

Cannabis zwischen Hype und Medizin

Auch, wenn Cannabis meist als eine Droge angesehen wird, so hat dieser vielseitige Rohstoff nebst dem Effekt als Rauschmittel viele weitere Eigenschaften. Ob der Hanf als Droge oder in einer anderen Form genutzt wird, hängt ausschließlich von dem Geschlecht der Pflanze ab. Die weibliche Hanf- Pflanze dient als Rauschmittel oder wird in der Medizin verwendet. Die männliche Hanf-Pflanze ist der sogenannte Nutz-Hanf, der nur sehr wenige der berauschenden Cannabinoide beinhaltet.

Wie wirkt Cannabis?

Es gibt insgesamt über hundert verschiedene Cannabinoide, von denen jedoch nur das Tetrahydrocannabinol, welches als THC bezeichnet wird und das Cannabidiol, das als CBD bezeichnet wird, wirklich bekannt ist. Das Tetrahydrocannabinol oder THC hat hauptsächlich eine berauschende Wirkung. Hier werden die Cannabisblüten für den Konsum gebraucht, die mit einem Gehalt von Drei Prozent bis Zweiundzwanzig Prozent deutlich über dem legalen Limit von bis zu 0,2 Prozent liegen. Zwar soll der begrenzte Wert sicherstellen, dass eine psychoaktive Wirkung ausgeschlossen ist, medizinisches Marihuana darf jedoch einen höheren Gehalt aufweisen.

CBD ist nicht psychoaktiv – und deswegen legal

Das Cannabidiol oder CBD ist nicht psychoaktiv und fällt somit nicht unter das Betäubungsmittelgesetz. Diese Art wird gerne hauptsächlich in Form von Nahrungsergänzungsprodukten oder auch Kosmetika verkauft. Cannabis als legales Geschäftsmodell befindet sich in einem absoluten Hoch, an das sich immer mehr anschließen, um die umfassende Vielfalt an Produkten zu nutzen. Die Produkte können dann verkauft werden, wenn der THC-Gehalt nicht mehr als 0,2 Prozent beträgt. Hierzu gehört zum Beispiel alles über CBD-Öl, CBD-Kaugummis, CBD-Blüten und CBD-Pollen, CBD-Hundefutter, CBD-Hash und CBD-Liquid.

Diese CBD-Produkte gibt es heute

Es gibt kaum Limits bei den Ideen, die mit diesem Produkt umgesetzt werden könnten. Es gibt mittlerweile sogar Geschäfte, die sich ausschließlich auf den Verkauf von CBD-haltigen Produkten für Tiere spezialisiert haben. So soll das Öl beispielsweise dabei unterstützen, Stressphasen und Angstphasen, sowie auch Schmerzen zu überwinden. Mit der Qualität und der Nachhaltigkeit wird stark geworben, indem zum Beispiel vom Gründer mitgeteilt wird, dass CBD-Öle auf Kokosöl-Basis am besten verkauft werden oder auch allgemein welche Produkte am besten verkauft werden.

Den Produkten werden viele Eigenschaften nachgesagt. Das CBD-Öl soll zum Beispiel einen schmerzstillenden Effekt haben und angstlösend sein. Eine entzündungshemmende und anti- epileptische Wirkung soll auch erzielt werden können. Dadurch, dass das CBD-Öl den Serotoninspiegel im Gehirn erhöht, kann Stress und Depressionen entgegengewirkt werden. Die Anwendung kann jedoch auch kontroverse Resultate hervorrufen. So werden durch die Einnahme nicht nur Schlafstörungen und Schlaflosigkeit bekämpft, es kann auch passieren, dass ein Gefühl von übermäßiger Energie auftritt und die erwünschte Ruhe und Entspannung ausbleibt.

Da die Dosis individuell bemessen werden muss und dabei auch Faktoren wie das Körpergewicht und die Symptomstärke einbezogen werden müssen, wird empfohlen, mit einer kleinen Dosis anzufangen und diese langsam zu erhöhen. Es geht um ein vorsichtiges Ausprobieren, um die richtige Menge herauszufinden.

Bekannte Nebenwirkungen sind zum Beispiel Mundtrockenheit, die sich durch ein Getränk oder durch Wasser beheben lässt oder Schläfrigkeit, die von einer zu hohen Dosis resultiert. Kaffee hilft gegen Schwindel und Benommenheit und in manchen Fällen muss sich der Körper generell erst an die Wirkung gewöhnen. Seltener kommen Nebenwirkungen vor, die den Darm betreffen, bei denen geraten wird, ein CBD haltiges medizinisches Mittel einzunehmen, um sie zu bekämpfen. Dies ist auch bei Durchfall die empfohlene Option.

Mit der Heilwirkung darf nicht offen geworben werden. Für den Verkauf müssen die Produkte entweder als neuartiges Lebensmittel oder auch als neuartiges Arzneimittel zugelassen sein, wodurch sie auch als Medizin verkauft werden können.

Stark differente Meinungen über die Hanf- Produkte und deren Zulassung

Durch die differenten Meinungen sind die verschiedenen Beschlüsse so gestaltet, dass sie den Verkauf sehr viel komplizierter machen. Diese Lage, die teilweise sehr undurchsichtig ist, erhebt viele Unsicherheiten, was jedoch generell in neuen Märkten keine Seltenheit ist. Die Regulierung-Debatte dient zur Einstufung von CBD-Produkten. Ebenso fehlt eine eindeutige Kategorisierung, sowie auch Antworten auf noch viele offene Fragen.

Verbraucherzentralen warnen – die WHO ist gelassen

Der Öko-Test und die Verbraucherzentralen warnen vor den vielen Produkte, zu denen zum Beispiel Öl, Kaugummis und Kapseln zählen und bei denen für jeden Geschmack etwas Passendes zu finden ist. Damit widersprechen sie der Weltgesundheitsorganisation, die sich für die medizinische Verwendung des Hanf- Inhaltsstoffs CBD ausgesprochen hat. Die Weltgesundheitsorganisation argumentiert, dass Cannabidiol, CBD genannt, ein natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze ist, in dem kein Missbrauchspotential oder Abhängigkeitspotential vorhanden ist. Nicht nur, dass es ein gutes Sicherheitsprofil hat, es ist auch grundsätzlich gut verträglich.

Die Verbraucherzentralen halten Cannabidiol definitiv nicht für unbedenklich, da der psychoaktive Inhaltsstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC, ein ebenso natürlicher Bestandteil der Cannabispflanze ist. Wie riskant das Cannabidiol ist, ist zwar nicht geklärt, doch ist auch die Sicherheit nicht ausreichend gewährleistet. Weiterhin führt der Konsum zwar nicht zu einer berauschenden Wirkung, es sind jedoch zahlreiche Effekte bekannt, die unerwünscht sind, weshalb die gesundheitlichen Risiken so hoch eingestuft sind, dass die Produkte umgehend abgelehnt werden. Die Weltgesundheitsorganisation, kurz WHO, räumt hier eine mögliche Wechselwirkung von Cannabidiol mit bereits eingestellten Medikamenten ein.

Auch sind sich die WHO und die Verbraucherzentralen einig, dass es keine unsachgemäße Zusammenstellung eines Produktes, das auf CBD basiert, geben darf. In diesem Fall könnten Mengen von dem psychoaktiven THC enthalten sein, die die Gesundheit beeinträchtigen würden. Die Produkte mit Hanf- Inhaltsstoffen werden von den Verbraucherzentralen generell als problematisch angesehen, weshalb eine deutliche Kritik an dem illegalen Verkauf von CBD-Nahrungsergänzungsmitteln und auch von CBD-Medikamenten geäußert wird. Die Problematik hierbei ist die fehlende Zulassung der Produkte was dazu führt, dass die Grenzwerte nicht überprüft werden können.

Öko- Test führt die Tatsache an, dass Anbieter Cannabidiol Produkte entweder als Arzneimittel oder neuartiges Lebensmittel deklarieren müssen, woraufhin diese dann von der zuständigen Behörde überprüft werden. Das ist jedoch nicht der Fall und die Produkte somit illegal im Verkauf. Die WHO spricht sich abschließend offen für eine Verwendung von CBD im medizinischen Bereich aus, weist jedoch ergänzend auf eine unsachgemäße Auszeichnung von Produkten hin. Allgemein kann also gesagt werden, dass Produkte mit CBD dann medizinisch sinnvoll sind, wenn zum einen die erforderlichen Zulassungskriterien erfüllt sind und zum anderen eine Überprüfung von offener Stelle stattgefunden hat, um sicherzustellen, dass keine weiteren, möglicherweise gefährlichen Inhaltsstoffe inkludiert sind.

 
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