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Zahnarztangst – ein weit verbreitetes Phänomen

Die Angst vorm Zahnarzt ist bei manchen Menschen so groß, dass sie überhaupt nicht zu einer Behandlung gehen, egal wie schlimm die Schmerzen sind. 75 Prozent der Menschen fürchten den Zahnarzt.

Bei 40 Prozent ist die Angst so groß, dass sie einen Termin sehr lange vor sich herschieben, meistens bis Beschwerden vorliegen und es nicht mehr anders geht. Etwa fünf Prozent haben sogar so große Angst, dass ein Zahnarztbesuch überhaupt nicht infrage kommt. Ursache für diese übermächtige Angst sind meistens schlechte Erfahrungen in jungen Jahren.

Für fast niemanden ist ein Besuch beim Zahnarzt angenehm. Auf dem Stuhl zu liegen, gibt vielen das Gefühl des Ausgeliefertseins. Spätestens wenn der Stuhl nach hinten klappt, gibt es kaum noch ein Entrinnen. Hinzu kommt, das niemand sehen kann, was der Zahnarzt da gerade im Mund tut, und nachvollziehen auch nicht. Deshalb sind viele Zahnmediziner dazu übergegangen, den Patienten jeden Handgriff zu erläutern. Denn wenn der Zahnarzt seine Maschinen anwirft und es zu sirren anfängt, kommt das Geräusch nicht immer vom Bohrer.

Zahnmediziner mit Zusatzausbildung

Die Zahnmediziner wissen um den Horror, den viele empfinden, wenn sie vor ihnen auf dem Stuhl liegen. Deshalb gibt es heute viele Zahnärzte mit einer psychotherapeutischen Zusatzausbildung. Sie behandeln ihre Patienten mit sehr viel Einfühlungsvermögen und kennen gleich mehrere Möglichkeiten, ihren Patienten zu helfen und ihnen die Angst zu nehmen. Eine der einfachsten und besten Methoden ist Ablenkung.

Dabei helfen Musik oder besser noch Filme. Zum einen lenkt das die Aufmerksamkeit weg von dem, was der Zahnarzt tut, und zum anderen übertönen die Geräusche das Sirren des Bohrers. Patienten sind damit ruhiger, der Herzschlag sinkt. Manche arbeiten auch mit Fantasiereisen und einige mit Hypnose. Letzteres ist noch besser als eine Fantasiereise, allerdings lassen sich nicht alle Menschen gleich gut hypnotisieren. Welche Methode die beste ist, ist individuell sehr verschieden. Ein einfühlsamer Zahnmediziner findet für jeden Patienten den passenden Weg.

Wenn es gar nicht anders geht – Behandlung unter Vollnarkose

Wenn weder Ablenkung noch Hypnose helfen, die Zähne aber dringend saniert werden müssen, bleibt als Möglichkeit noch die Behandlung unter Vollnarkose. Der Zahnarzt gibt die Narkose nicht selbst. Das muss ein ausgebildeter Anästhesist tun und auch die Behandlung überwachen. Die Vollnarkose ist mit einigen Risiken verbunden, die eine örtliche Betäubung nicht mit sich bringt. Sie ist erst die passende Maßnahme, wenn die anderen Möglichkeiten alle keinen Erfolg zeigen. Oft ist es auch so, dass eine Zahnsanierung oder eine Implantatbehandlung nicht in einer Sitzung über die Bühne geht. Dafür sind immer mehrere Termine notwendig. Dann ist jedes Mal eine Narkose notwendig.

Zahnbehandlungen sind längst keine Tortur mehr

Zahnmediziner sind keine Sadisten. Ihr Ziel ist es, ihre Patienten so schonend wie möglich zu behandeln. Betäubungsspritzen lassen sich heute gut aushalten. Besprüht der Zahnarzt die Einstichstelle zuvor mit Betäubungsspray, ist davon kaum noch etwas zu spüren. Bei allzu großer Angst kann ein Beruhigungsmittel oder ein Schmerzmittel helfen.

Wer nicht so gerne in den Medizinschrank greift und Schmerz- oder Beruhigungsmittel nicht gerne einnimmt, kann vor dem Zahnarztbesuch einen beruhigenden Kräutertee trinken, beispielsweise aus Lavendelblüten, Passionsblumenkraut, Hopfenzapfen oder Baldrianwurzel. Die Kräuter können Nebenwirkungen haben, weshalb es wichtig ist, den Zahnmediziner über die Einnahme zu informieren. Am besten ist es, vorher beim Zahnarzt nachzufragen, was am besten geeignet ist. Entspannungsübungen können ebenfalls helfen, sich auf einen Termin beim Zahnarzt vorzubereiten. Geeignet sind Yoga, progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training. Wer diese Techniken beherrscht, kann sich damit problemlos auf dem Zahnarztstuhl selbst beruhigen.

Intensives Verhaltenstraining hilft ebenfalls

Wenn die Angst so groß ist, dass ein Zahnarztbesuch unmöglich ist, kann eine Verhaltenstherapie helfen. Je nach Ausmaß der Angst und Therapiemethode dauert dieses Training eine gewisse Zeit. Viele Therapeuten setzen dabei die sogenannte systematische Desensibilisierung als Therapie ein. Dabei lernen die Patienten zunächst eine Entspannungstechnik, meist die progressive Muskelrelaxation. Im nächsten Schritt erfolgt die Analyse der angstauslösenden Momente. Was ist es genau, was dem Patienten solche Angst macht? Ist das klar, kommt das Training. In kleinen Schritten lernen die Patienten die angsteinflößenden Situationen zu bewältigen.

Letzter Schritt bei der Verhaltenstherapie ist der Gang zum Zahnarzt. Das Trainierte wird in der Wirklichkeit umgesetzt. Ein solches Training dauert meistens nur wenige Wochen und ist sehr intensiv. In besonders schweren Fällen können 30 Therapiestunden erforderlich sein.

Tipps zur Zahnpflege – damit der Zahnarzt keinen Grund zum Bohren findet

Mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen, sollte selbstverständlich sein. Für perfekte Zähne kann jeder noch ein bisschen mehr tun:

• Täglich Zahnseide benutzen

Zahnseide ist ideal, um auch die Zahnzwischenräume gründlich zu reinigen. Dazu ein etwa 50 cm langes Stück Zahnseide um den Mittelfinger wickeln und über Daumen und Zeigefinger spannen für den Oberkiefer. Für den Unterkiefer über Mittel- und Zeigefinger spannen. Den Faden zwischen zwei Zähne führen und den Zahnzwischenraum mit leicht sägenden Bewegungen vom Zahnfleisch weg reinigen

. • Interdentalbürsten bei großen Zahnzwischenräumen

Wenn die Zähne nicht so eng stehen, geht die Reinigung auch sehr mit kleinen Interdentalzahnbürsten, die aussehen wie kleine Tannenbäumchen. Es gibt sie in verschiedenen Größen.

Wichtig ist, dass sie die richtige Technik anwenden. Der Zahnarzt kann hier Anleitung geben und beim Ausprobieren helfen. Diese Pflegemittel falsch angewendet, können Schäden an den Zähnen und am Zahnhalteapparat verursachen.

• Munddusche für die Zahnzwischenräume

Eine Munddusche hilft, die Zahnzwischenräume nach dem Zähneputzen gründlicher zu reinigen. Insbesondere wer eine Zahnspange oder andere kieferorthopädische Geräte trägt, ist damit gut beraten.

• Zungenreiniger gegen Mundgeruch

Spezielle Zungenreiniger oder Zungenschaber helfen dabei, Mundgeruch zu beseitigen. Oft kommt unangenehmer Mundgeruch von Bakterien, die sich in der rauen Oberfläche der Zunge festgesetzt haben. Zur Reinigung die Geräte möglichst weit hinten ansetzen und mit leichtem Druck nach vorne ziehen.

 
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