Reise
   12 Jahre
Fotos: Palm Springs Bureau of Tourism, Palm Springs Aerial Tram, Jördis Scherer / BZ.COMM

Palm Springs

Unzählige Hollywood-Mythen und -Legenden ranken sich um die kalifornische Wüstenstadt mit ihren nicht mal 50.000 Einwohnern, von denen sich jeder Zweite als schwul oder lesbisch bezeichnet. Ein Besuch in Palm Springs gleicht einer regenbogenfarbenen Reise zurück in die Vergangenheit, hin zu Glitzer und Glamour, zu einstigen Kino-Koryphäen und Musik-Legenden. Die tagtäglich gelebte Nostalgie schreit aus allen Ecken und Enden, spannt sich wie ein feinmaschiges Netz von in den Asphalt eingelassenen VIP-Sternen bis hin zu unzähligen ehemaligen Häusern von allerlei Berühmtheiten, die gehegt, gepflegt und regelrecht zelebriert werden. Und nie wird man das Gefühl wirklich los, Frank Sinatra und Dean Martin könnten im nächsten Moment um die Ecke kommen.

Neun Dollar

Beinahe jeder Bewohner der kleinen Stadt unweit von Los Angeles hat seine eigenen kleinen Geschichten zu erzählen. Geschichten von persönlichen Momenten mit Hollywood-Stars, von platonischen Bekanntschaften zum einen oder anderen Musiker oder von der eigenen ruhmreichen Vergangenheit. Gemeinsam mit Barbra Streisand habe sie Mitte der 60er Jahre in der Show „Funny Girl“ gesungen, erzählt uns Linda Gerard. Linda ist die 72-jährige "Bingo-Lady" im Ace Hotel, die uns als Hostess des Abends wegen ihrer lautstarken Fans sofort aufgefallen ist. In Broadway-Shows sei sie früher aufgetreten, unzählige Musikalben habe sie veröffentlicht. "Und wenn du auf Ebay suchst, findest du Bilder von mir aus den 50ern. Die kosten neun Dollar und sind nicht mal unterschrieben", erzählt uns die stolze Mutter zweier Töchter.

Bis hinein in die 60er Jahre war die Stadt im Herzen des Coachella Valleys ein Erholungsort für die amerikanische High Society, man baute prachtvolle Anwesen im "Mid-Century-Modern"-Stil und genoss die Ruhe fernab der hektischen Metropolen. Der Amtszeit des ehemaligen Bürgermeisters Sonny Bono (der von Sonny and Cher) ist es zu verdanken, dass das glamouröse Flair auch heute wieder durch die gemütlichen Straßen, zwischen den namensgebenden Palmen hindurch und vorbei an den unzähligen Golf- und Tennisplätzen weht. Dutzende touristische Programme lassen die zumeist älteren und sehr oft schwulen Urlaubsgäste zumindest in die Vorgärten einstiger Stars blicken, von denen heute kaum mehr einer hier lebt.

O Tannenbaum

Wer den warmen Temperaturen (selbst im Winter werden Touristen regelmäßig von Temperaturen zwischen 15° und 25° C begrüßt) zumindest für ein paar Stunden entfliehen will, der findet nach einer etwa zehn Minuten andauernden Fahrt in der rotierenden Seilbahn eine ganz andere Welt vor: Auf Höhe der Bergstation im Mount San Jacinto State Park verwandeln sich die Palmen in eine herrliche Tannenlandschaft, nicht selten liegt Schnee. Wanderer marschieren direkt in die beinahe unberührte Bergwildnis hinein, aber auch unten im Tal bietet die Gegend um Palm Springs mehrere Wanderstrecken durch Palmen gespickte Canyons, die von wilden Bächen durchzogen sind, kleine Kolibris zischen hier surrend durch die Luft.

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