Gesellschaft
   10 Jahre
Foto: Deutsche AIDS-Hilfe

Die Würde ist unantastbar

"MIR REICHT’S! – Meine Würde ist unantastbar!" Das ist die Botschaft einer Aktionskampagne der Deutschen AIDS-Hilfe zum morgigen Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Darin zeigen sich neun schwule Männer in zehn Motiven zugleich schwer verletzt als auch selbstbewusst fordernd.

Mit 15 zusammengeschlagen

Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) möchte Gewalt und Diskriminierung mit starken Bildern sichtbar machen. Dabei ist auch der 24-jährige Alexander Freier (erstes Foto unten), als Teenager einst "Freshboy des Jahres" der Zeitschrift "Du & Ich". Er wurde mit 15 Jahren von zwei Jungs zusammengeschlagen - aus Schwulenhass. "Ich habe deswegen eine Narbe am Kopf. Die ist zwar gut verheilt, aber ich sehe sie jeden Tag und werde so daran erinnert", erzählt der junge Berliner. "Ein Grund mehr, etwas dafür zu tun, dass solche Erfahrungen anderen 15-Jährigen - und allen anderen - erspart bleiben."

Die Motive der Aktion finden sich auf Plakaten, Postkarten und Anzeigenmotiven, auch setzt die Deutsche AIDS-Hilfe auf die Verbreitung über soziale Netzwerke wie Facebook. Eingebunden in die Präventionskampagne "ICH WEISS WAS ICH TU" sei die Kampagne ein wichtiges Statement in der HIV-Prävention. "Nur wer selbstbewusst und selbstbestimmt mit der eigenen Sexualität umgeht, kann sich auch wirksam vor HIV schützen", erklärt Dirk Sander, DAH-Referent für Männer, die Sex mit Männern haben. "Diskriminierung und Angst vor Gewalt beschädigen das Selbstwertgefühl und oft auch die Fähigkeit, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern." Wer sich aus Angst verstecken müsse, würde durch Präventionsarbeit nicht erreicht.

Im siebten Jahr

Der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie wird seit 2005 jedes Jahr am 17. Mai begangen. An diesem Tag beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. In Deutschland erinnern die Ziffern des Datums 17.5. zufällig auch an den ehemaligen Paragraphen 175 des Strafgesetzbuchs, der von 1872 bis zu seiner endgültigen Abschaffung 1994 in verschiedenen Varianten sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte.

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