Gesellschaft
   11 Jahre
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Einer von Fünf

Einer von fünf schwulen oder bisexuellen Männern in amerikanischen Großstädten soll HIV-positiv sein: Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die von der US-Regierung in Auftrag gegeben worden war.

Jeder Zweite weiß nichts davon

19 Prozent von ihnen sollen genau genommen das gefährliche Virus in sich tragen. Und als wäre die Zahl nicht erschütternd genug, wissen nach Angaben des "Center for Desease Control and Prevention" (CDC) 44 Prozent der Betroffenen noch gar nichts von ihrer Infektion. In 21 US-amerikanischen Großstädten hatte das CDC über 8.000 Männer getestet, die nach eigenen Angaben Sex mit Männern haben.

"Die Studie spricht klare Worte: HIV hat in amerikanischen Großstädten verheerende Auswirkungen auf Männer, die Sex mit Männern haben. Und noch immer wissen viel zu wenige der Betroffenen von ihrer Infektion", äußert sich CDC-Marketingleiter Kevin Fenton zum Ergebnis der Studie. "Wir müssen den Zugang zur HIV-Tests vereinfachen, damit infizierte Männer ihren Status erfahren."

Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen

Große Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in den USA. Fast jeder dritte (28 Prozent) Schwarze ist infiziert, bei den Latinos sind es 18 Prozent, bei weißen Männern 16 Prozent. 59 Prozent der Afroamerikaner, 46 Prozent der Latinos und 26 Prozent der Weißen waren sich ihrer Infektion nicht bewusst. Auffällig: Je höher das Einkommen und je ausgeprägter das Bildungsniveau, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Positiver über seine Infektion Bescheid weiß.

Insbesondere junge Männer zwischen 18 und 29 Jahren wissen oft nichts von ihrem akuten Status. Während die Infektionsrate bei Teens und Twens zwar deutlich niedriger liegt als bei älteren Männern, wissen 63 Prozent der positiven Youngster nicht, dass sie eine Infektion in sich tragen. Bei Männern ab 30 Jahren sind es nur noch 37 Prozent.

Das CDC sieht mehrere Faktoren verantwortlich für die Situation. So sind junge Schwule oft noch nicht sehr lange infiziert, unterschätzen ihr persönliches Risiko, hatten bislang weniger Möglichkeiten sich testen zu lassen oder sind im Glauben, dass HIV heute gut behandelbar sei.

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